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Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

06.11.2017

Ab 2018: Höhere Steuern auf Fondsgewinne

Vor allem für begüterte Bundesbürger waren Aktien bislang eine beliebte Möglichkeit zur Geldanlage, da eine geschickte Strategie hohe Erträge versprach. Doch der Fiskus will zunehmend an den Erträgen mitverdienen. Ab kommendem Jahr werden teilweise Gewinne auf Aktienpakete und Investmentfonds steuerpflichtig, die in der Vergangenheit geschlossen wurden.

Fondsgewinne Steuern | Foto: (c) babimu/fotolia.com


Unterschiedliche Besteuerung

Die Welt der Aktienfonds ist für viele Bürger verlockend. Auch wenn sie keine professionelle Erfahrung im Anlagebereich aufweisen, locken dank der Möglichkeiten der breitgefächerten Geldanlage in in- und ausländischen Fonds und des vergleichsweise schnellen Abzugs von Kapital hohe Erträge, die ohne hohes Risiko erreicht werden können. Um möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften und das Potenzial der Fonds zu nutzen, sollten sich Anleger bislang allerdings ein wenig in Steuerfragen auskennen, denn vor allem in- und ausländische Fonds wurden in der Vergangenheit unterschiedlich besteuert. Dies soll sich nun ändern.

Steuerpflicht auf der Fondsebene

Ab 2018 sollen in- und ausländische Fonds vom Fiskus gleich behandelt werden. Bislang waren lediglich ausländische Fonds steuerpflichtig, welche das Geld, das erwirtschaftet wurde, wieder auf der Fondsebene anlegten. Bei diesen sogenannten thesaurierenden Fonds musste eine Steuererklärung abgegeben werden, um eine Doppelbesteuerung und damit bürokratischen Ärger zu vermeiden. Dies betraf ebenfalls ausländische Indexfonds, bei denen die Gewinne wieder angelegt wurden.

Bisherige Praxis ist rechtswidrig

Der Grund ist, dass die Abgeltungssteuer auf alle Erträge der Fonds zugreift, sowohl auf die Veräußerungsgewinne als auch auf die thesaurierenden und ausschüttenden Beträge der Fonds aus dem Ausland. Alle weiteren Investmentfonds mussten lediglich von den Anlegern versteuert werden, die Gefahr einer Doppelversteuerung bestand nicht. Die künftige einheitliche Besteuerung wurde von der EU angeregt, welche die bisher übliche Praxis als rechtswidrig einstufte, da eine Ungleichbehandlung vorlag.

Weniger bürokratischer Ärger

Das künftige, einheitliche Steuerrecht bietet den Vorteil, dass es den Anlegern eine Menge bürokratischen Ärger abnimmt, da etwa der Ertrag bei ausländischen thesaurierenden Fonds ab dem 01. Januar 2018 automatisch besteuert wird. Diese Besteuerung erfolgt einmal im Jahr im Zuge einer Vorabpauschale. Diese gilt ab dem Beginn des Folgejahres als zugeflossen, so dass die Erträge, die wieder in die Anlage fließen, zeitnah versteuert werden.

Berechnung der Vorabpauschale

Die Höhe der Vorabpauschale wird aus dem Wert des Fonds zu Beginn eines Jahres und dem modifizierten Durchschnitt des Satzes öffentlicher Anleihen ermittelt. Sie ist auf die Wertsteigerung des Fonds begrenzt, eine negative Vorabpauschale ist nicht möglich. Bei einem Verkauf der Anteile am Fonds wird der Gewinn aus der Anlage automatisch mit den Vorabpauschalen verrechnet. Die Gefahr einer Doppelbesteuerung wird auf diese Weise vermieden.

Steuerpflicht für alle übrigen Fonds

Auch alle übrigen Fonds unterliegen einer Steuerpflicht. Ab Anfang 2018 wird für bestimmte Erträge auf Fondsebene nun eine Körperschaftsteuer in Höhe von 15 Prozent fällig. Davon betroffen sind darüber hinaus Dividenden, Gewinne, die aus dem Verkauf von Immobilien erwirtschaftet werden sowie die Erträge aus Mieten. Die Abgeltungssteuer wird allerdings zum Teil freigestellt, um eine mögliche Doppelbesteuerung zu vermeiden, wobei sich die Freistellungen nach der Art der Fonds richten.

Bestandsschutz entfällt

So bleiben bei gemischten Fonds etwa 15 Prozent steuerfrei, bei Aktien immerhin 30 Prozent und bei Immobilienfonds sogar bis zu 80 Prozent. Zinsen und Veräußerungsgewinne bleiben steuerfrei. Mit der neuen Gesetzgebung wird auch ein alter Bestandsschutz für Anleger gestrichen. Bislang galt dieser für alle Einmalbeträge, die vor dem 01. Januar 2009 in einen Fonds eingezahlt wurden. Diese Anteile können nur noch bis Ende 2017 steuerfrei eingestrichen werden.

Foto: (c) babimu/fotolia.com


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