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Abgasskandal: Höhere Kfz-Steuer kündigt sich an



Der Abgasskandal schlägt immer höhere Wellen, welche auch die Kosten für die Autohalter steigen lassen. Ab Ende des dritten Quartals 2018 kommen höhere Steuern und Unterhaltskosten für Kfz auf die bundesdeutschen Autofahrer zu. Einen Verbündeten haben die Kfz-Halter überraschenderweise in den Grünen. Diese sehen die Bürger benachteiligt.

Schwerer Schlag für die deutsche Schlüsselindustrie

Erhöhung Kfz Steuer | Foto: (c) Monika Wisniewska/ fotolia.com

Der Streit um den Abgasskandal schwelt seit einigen Monaten und deckt immer neue Skandale auf, welche der Automobilindustrie schwer zu schaffen machen. Doch nicht nur die Automobilindustrie in Deutschland hat damit zu kämpfen, sondern die gesamte deutsche Wirtschaft. Schließlich ist die Automobilindustrie eine der wichtigsten Schlüsselindustrien im Land, die mit ihren Umsätzen und Gewinnen für hohe Steuereinnahmen sorgt und Millionen Arbeitnehmern Lohn und Brot sichert. Ein Schlag gegen die deutsche Automobilindustrie könnte die deutsche Wirtschaft ins Wanken bringen.

Neues Messverfahren ab 1. September 2018

Die Automobilhersteller versuchen daher alles, diesen Schlag abzuwenden, indem sie nach einer Vorgabe der EU ihre Abgastests reformieren und strengere Zulassungstests unter Laborbedingungen einführen, welche die CO2-Werte ihrer Automobile realistischer abbilden sollen. Ein entsprechendes Gesetz wurde bereits vom Bund verfasst, das künftige Messverfahren wird verbindlich ab dem 1. September 2018 eingeführt. Neben den Labortests kommen Prüfungen der Automobile unter realistischen Straßenbedingungen hinzu, um eine Typengenehmigung zu erhalten. Diese sind bereits ab September 2017 verpflichtend.

Kfz-Halter müssen mit höheren Steuern rechnen

Von den Neuregelungen sind jedoch auch vor allem die Kfz-Halter betroffen. Diese müssen nach der Einführung der neuen Tests mit höheren Steuern rechnen. Der Grund ist, dass die mit dem neuen Testverfahren ermittelte CO2-Belastung um durchschnittlich 10 bis 20 Prozent höher liegen wird als bei dem alten Test. Da der CO2-Ausstoß neben der Größe des Hubraums maßgeblich für die Berechnung der Kfz-Steuer ist, wird diese zwangsläufig steigen. Einzig die von den Automobilherstellern geplante Diesel-Nachrüstung wird nicht von der Steuer betroffen sein.

Höhere Kfz-Steuern für alle Neuwagen ab September 2018

Die höheren Kfz-Steuern gelten für alle Neuwagenkäufer, die sich ab September 2018 ein neues Automobil zulegen. Mit steigendem Alter der Automobile sind natürlich über kurz oder lang auch spätere Halter von Gebrauchtwagen von der höheren Steuer betroffen. Allerdings kommt die höhere Steuer nicht auf einen Schlag. Wie das Bundesfinanzministerium ankündigte, soll die Steuer mittels Übergangsfristen langsam angepasst werden.

Unerwartete Unterstützung von den Grünen

Unterstützung erhalten die Autofahrer von einer Seite, die wohl die wenigsten vermutetet hätten; den Grünen. Die Umweltpartei schlägt sich auf die Seite der Autofahrer. Oliver Krischer etwa, der Vize der Grünen, kritisierte gegenüber der StZ die Ungerechtigkeiten, welche mit der neuen Regelung verbunden sind. So würden gerade die Halter der Fahrzeuge, die sich ab September 2018 einen Neuwagen kaufen, die Zeche zahlen, wenn höhere Steuern für das gleiche Auto zu zahlen seien, so Krischer.

Neun Milliarden € Steuereinnahmen allein im Jahr 2017


Dem Fiskus dürften die Neuregelungen deutlich höhere Steuereinnahmen bescheren. Allein in diesem Jahr fließen dank der Kfz-Steuer neun Milliarden Euro ins Steuersäckel. Ab kommendem Jahr dürfte sich der Finanzminister über eine ansehnliche Finanzspritze freuen, wobei diese je nach Fahrzeugmodell unterschiedlich hoch ausfällt. Es ist nicht auszuschließen, dass bei einigen Modellen die CO2-Werte auch unter den neuen Testbedingungen gleich bleiben oder sogar geringer werden. Die Autobauer könnten also mit einem blauen Auge oder sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen und auch die Steuerbelastung dürfte geringer ausfallen als befürchtet.

Foto: (c) Monika Wisniewska/ fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

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