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Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

07.05.2018

Abzugsfähige Aufwendungen für nebenberufliche Trainer

Wer als Trainer tätig ist, zahlt oftmals drauf, beispielsweise die Fahrtkosten, selbst wenn mit der nebenberuflichen Tätigkeit einige Einnahmen verbunden sind. Übersteigen diese Aufwendungen, die mit der Trainertätigkeit verbunden sind, die verbuchten Einnahmen, ist der Fiskus kulant und akzeptiert den steuerlichen Abzug der Ausgaben für die nebenberufliche Tätigkeit. Allerdings muss die Absicht der Tätigkeit im Vorfeld klar definiert sein.

Nebenberuflich Trainer Fahrtkosten | Foto:(c) stevepb/pixabay.com


Bedingungen für Ausgaben und Aufwendungen

Nebenberuflich als Trainer tätig zu sein, ist für viele ein sinnvoller und erfüllender Zeitvertreib, schließlich widmet man sich seinem Hobby und kann noch Gutes vollbringen, etwa, indem man z.B. Kindern die Freude am Sport näherbringt. Ein Bonus ist dabei natürlich, wenn man mit dieser Tätigkeit im Nebenberuf noch Einkünfte erzielt. Dabei entstehen allerdings nicht selten Ausgaben wie etwa die Kosten für die Fahrten zum Trainingsort, schließlich haben wohl die wenigsten einen geeigneten Raum oder Platz im oder am Haus. Diese Ausgaben und Aufwendungen können jedoch steuerlich geltend gemacht werden, wenn die Bedingungen erfüllt sind.

Tätigkeit muss mit Absicht des Einkommens verbunden sein

Die wichtigste Bedingung für die Anerkennung der Abzugsfähigkeit der Ausgaben, die in Verbindung mit der Tätigkeit als Trainer stehen, ist dem Bundesfinanzhof (BFH) zufolge, dass die nebenberufliche Tätigkeit bewusst nicht als Liebhaberei ausgeführt wird. Eine ehrenamtliche Tätigkeit zählt somit nicht darunter. Vielmehr muss von vornherein klar sein, dass mit der Tätigkeit als Trainer die Absicht verbunden ist, Einkünfte zu erzielen, da die Tätigkeit, als Liebhaberei ausgeführt, nicht steuerbar wäre. Die Ausgaben blieben nach § 3c des Einkommensteuergesetzes steuerlich unbeachtet.

§ 3c EstG: Steuervorteil wird zum Steuernachteil

Ist der Fall der Einkommensabsicht gegeben, sind die Ausgaben selbst dann steuerlich abzugsfähig, wenn diese den Freibetrag für Übungsleiter in Höhe von 2.100 € nicht überschreiten. Der § 3c des Einkommensteuergesetzes (EstG) greift in diesem Fall nicht wie gewohnt, da er diesen gleich in einen Steuernachteil umkehrt, statt wie gedacht ausschließlich einen Steuervorteil durch doppelten Abzug verhindert. In einem solchen Streitfall muss die Absicht der Erzielung von Einkünften genau geprüft werden, wenn die Ausgaben den gesetzlichen Freibetrag als Trainer nicht überschreiten. Sind die Ausgaben jedoch höher als der Freibetrag, kann davon ausgegangen werden, dass die Absicht zur Erzielung der Einkünfte besteht.

Laut FA sind Aufwendungen nur unter Bedingung abzugsfähig

Anlass des Urteils des BFH war die Klage einer Betroffenen, die nebenberuflich als Trainerin tätig war. Diese versuchte beim Finanzamt (FA) einen Verlust in Höhe von knapp 2.000 € geltend zu machen, schließlich betrugen ihre Ausgaben mit 4.062 € deutlich mehr als der gesetzliche steuerliche Freibetrag für Übungsleiter in Höhe von 2.100 €. Das Finanzamt lehnte die Anerkennung des Verlusts jedoch ab und verwies in seiner Begründung auf § 3c des EstG, in dem es heißt, die Aufwendungen seien nur in einer Höhe abziehbar, welche den Einnahmen entsprechen, die den gesetzlichen Freibetrag überschreiten. Die Einnahmen der Betroffenen entsprachen jedoch genau dem steuerlichen Freibetrag.

Urteil von FG und BFH

Das Finanzgericht (FG) widersprach jedoch der Auffassung des FA und gab der folgenden Klage der Betroffenen statt. Die Ausgaben für die Tätigkeit als Übungsleiterin sind abziehbar, da sie den Freibetrag überschritten haben. Dabei war die Höhe der Einnahmen nicht ausschlaggebend. Die nächsthöhere Instanz, das BFH stützte das Urteil des FG und gab der Klägerin Recht, die Aufwendungen sind abzugsfähig.

>Der Text stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

Foto:(c) stevepb/pixabay.com


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