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Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise: Die Gastronomie



Jeden Tag werden neue Zahlen genannt, mit welchen Summen Kommunen, Länder, der Bund sowie auch die EU die von den Folgen der Corona-Krise besonders betroffene Bürger und Unternehmen entlasten wollen. Es ist klar, dass Versprechungen bezüglich der Unterstützung gegenfinanziert werden müssen.

Gastronomie Hilfe Corona | Foto: (c) Free-Photos/pixabay.com


Eine wichtige Hilfsmöglichkeit besteht jedoch auch darin, dass Unternehmen oder Bürger steuerlich entlastet werden. Auf diesem Weg lässt sich durch den Gesetzgeber sehr genau regeln, wer künftig weniger Steuern zahlen muss und wer nicht. Es ist enorm wichtig, bei der Festlegung, wer entlastet wird, die Steuergerechtigkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Ab dem 1. Juli zahlen Gastronomen nur noch den ermäßigten Umsatzsteuersatz

Generell wird in Deutschland eine Mehrwertsteuer in Höhe von 19 % erhoben, aber es gibt Ausnahmen. Der ermäßigte Steuersatz beträgt 7 %. Bisher galt die Regelung, dass ein Gastwirt differenzieren musste zwischen Restaurant-Leistungen, also Speisen, die in seinem Betrieb serviert sowie verzehrt wurden und Außer-Haus-Essen, also Speisen zum Mitnehmen. Natürlich gibt es Gründe, weshalb das Essen im Restaurant mit 19 % Mehrwertsteuer belegt wird, dagegen Speisen zum Mitnehmen lediglich mit 7 %. Schließlich erhält der Kunde beim Restaurantbesuch eine umfassendere Leistung wie einen gedeckten Tisch samt Service sowie Zugang zu Toiletten, als wenn er im Vergleich lediglich von einem Gastronomen Essen zubereiten lässt, das er dann daheim verzehrt.

Um die steuerliche Belastung für die Gastronomie zu senken, wird ab dem 1. Juli befristet für ein Jahr lediglich der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % erhoben, und zwar unabhängig davon, wo das Essen aus der Restaurantküche anschließend verzehrt wird. So sollen die großen Verluste, die die Gastwirte durch den Shutdown im Rahmen der Seuchenschutzmaßnahmen rund um das Coronavirus erlitten haben, ein wenig abgemildert werden: Die steuerliche Belastung für die Gastwirte sinkt durch diese Maßnahme. Von jedem Umsatz bleibt somit mehr für das Unternehmen übrig.

Im Falle der Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie hat die Politik eine zufriedenstellende Entscheidung gefällt, die einerseits den Staatshaushalt nicht belastet, andererseits eine durch die Folgen der Corona-Pandemie stark strapazierte Branche entlastet.

Warum eigentlich nur die Gastronomen ?


Es gibt zahlreiche Branchen, die, ganz ähnlich wie die Restaurants und Gaststätten, von der Corona-Krise betroffen waren: Man denke nur an die zwangsweise geschlossenen Nagelstudios, die Massagesalons, die Friseure und viele weitere.


Betrachtet man die Steuererleichterungen, die infolge der Corona-Krise den Gastwirten gewährt werden, weil sie nachweislich unter den Schließungen infolge der Pandemie zu leiden hatten, drängt sich die Frage auf: Warum kann ein verminderter Mehrwertsteuersatz von 7 % nicht auch in anderen Branchen für eine genau definierte Zeitspanne gelten? Im Rahmen der gleichberechtigten Behandlung aller in der Wirtschaft tätigen Unternehmen ist es wohl sinnvoll, hierüber nachzudenken.


Die Tatsache, dass Gastronomen bereits vor der Pandemie über die Möglichkeit verfügten, durch den Außer-Haus-Verkauf von Speisen und Getränken einen verminderten Mehrwertsteuersatz abzurechnen, stellt keine schlüssige Begründung da, um anderen Branchen diese Form einer Steuervergünstigung zu verweigern. Schließlich gilt es, mehrere Wochen andauernde Umsatzeinbußen durch den Shutdown in irgendeiner Form aufzufangen.

>>Der Text ist keine Steuerberatung und ersetzt sie nicht<<
Foto: (c) Free-Photos/pixabay.com
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