Login
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

31.01.2018

Bitcoin: Ärger mit dem Fiskus vorprogrammiert

Der Hype um den Bitcoin hat den Anlegern von Kryptowährungen viel Geld eingebracht, da die Kurse in den vergangenen Monaten bis zum Einbruch des Platzhirsches stark angestiegen sind. Dies hat natürlich auch den Fiskus auf den Plan gerufen. Dieser verspricht sich zusätzliche Einnahmen in ungeahnter Höhe. Allerdings stehen bei diesem Einnahmerekord sowohl Fiskus als auch Anleger vor einigen Schwierigkeiten.

Bitcoins Steuer | Foto: (c) jaydeep_/pixabay.com


Steuereinnahmen von schätzungsweise mehr als 725 Millionen Euro

Der Bitcoin ist in aller Munde. Auch der Fiskus ist ein Fan der Kryptowährung geworden, schließlich soll der Handel mit dem Bitcoin allein im Jahr 2017 zusätzliche Steuereinnahmen von mehr als 725 Millionen Euro in die Staatskasse spülen, schätzen Experten. Allerdings müssen bis dahin noch einige Hausaufgaben erledigt werden. Schließlich wissen vor allem viele Privatanleger nicht, wie sie ihre Gewinne aus den Kryptowährungen versteuern müssen, da die genaue steuerliche Einordnung des Geschäftsmodells bislang unklar ist. Weder die Steuergesetzgebung noch die notwendigen Abläufe in der Verwaltung sind auf das neue Phänomen eingestellt. Schwierigkeiten sind vorprogrammiert.

Hier finden Sie kostenlos einen Steuerberater:

Unklare steuerrechtliche Klassifizierung der Kyptowährungen

Die Schwierigkeiten beginnen bereits bei der steuerrechtlichen Klassifizierung der Kryptowährungen. Diese fallen nach Ansicht des Bundesfinanzministeriums (BFH) nicht unter die Kapitalanlagen, sondern unter die Wirtschaftsgüter. Damit werden die Kryptowährungen steuerrechtlich neben den Immobilien, Edelmetallen und Antiquitäten eingeordnet. Damit muss beim Handel mit Bitcoin und Co. zwar keine Umsatzsteuer abgeführt werden, eine Einkommensteuer wird dennoch fällig, so ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, kurz EuGH. Diese Steuerpflicht greift bei einer Haltedauer der Anlage in die Kryptowährungen von unter einem Jahr, danach ist die Anlage steuerfrei.

Steuerrechtlicher Nachholbedarf bei den Anlegern

Doch nicht nur auf den Fiskus wartet nun eine Herausforderung. Auch auf viele Anleger kommen nun arbeitsreiche Zeiten zu. Denn bei den Fans der Kryptowährungen handelt es sich in vielen Fällen um junge Menschen, die sich zwar durch umfassende Kenntnisse in Online- und IT-Bereichen auszeichnen, die jedoch in der Regel lediglich marginales Wissen um steuerrechtliche Belange vorzuweisen haben, so die Einschätzung der Experten. Dies gilt es nun nachzuholen, um ungewollte Tatbestände zu vermeiden, die steuerstrafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können.

Handel mit Bitcoin und Co. ist nicht reguliert

Eine der größten Probleme, mit denen sich die Anleger konfrontiert sehen werden, ist die fehlende Datenaufbereitung zahlreicher Plattformen, welche steuerrechtlich zwingend notwendig ist. Zudem ist der Handel mit den Kryptowährungen bislang nicht reguliert, so dass es nahezu unmöglich sein dürfte, vor allem von Händlern aus Asien steuerrechtlich relevante Unterlagen anzufordern. Zahlungen der Steuerpflichtigen aus den einzelnen Kryptowährungen wird ebenfalls kaum möglich sein.

Nachträgliche Erstellung umfassender Unterlagen oft notwendig

Die Folge ist, dass von den Anlegern nun umfassende Unterlagen erstellt werden müssten. Dieser Umstand könnte auch die meisten Steuerberater überfordern, da sie nicht über die technischen Möglichkeiten verfügen, einen solchen Umfang an Daten zu bearbeiten. Hinzu kommen schwierige steuerrechtliche Fragen, etwa nach dem FIFO- und dem LIFO-Prinzip beim Kauf der jeweiligen Kryptowährung.

Steuerberater und Kanzleien stellen sich ein

Allerdings haben viele Steuerberater und Kanzleien die Zeichen der Zeit erkannt und beginnen, sich auf den Handel mit den Bitcoins steuerrechtlich einzustellen, etwa indem sie mit speziellen Applikationen zur Datenverarbeitung nachrüsten. Diese Apps können auch zu Steuerzwecken eingesetzt werden. Dennoch besteht beim Fiskus weiter Nachholbedarf, etwa in der Klassifizierung der Veräußerungsgewinne oder der Regulierung. Anleger sollten sich allerdings zweimal überlegen, ob sie die etwas turbulente Zeit nutzen wollen, um die Steuer zu umgehen, denn dies ist weiterhin strafbar.

Für Steuerberater
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Kanzlei vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von SteuerberaterScout.

Kostenlos und unverbindlich - den passenden Steuerberater finden Sie hier:
  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!