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07.07.2017

Bridge-Vereine werden steuerlich begünstigt

Glücksspiele sind bislang gesellschaftlich wenig angesehen. Dennoch sind sie mittlerweile so weit verbreitet, dass sich der Fiskus näher damit befasst. Einem Urteil zufolge wurde zunächst das Kartenspiel Bridge steuerlich begünstigt. Dies gilt für alle Bridge-Vereine und Turnier-Spiele. Damit wird das Spiel ebenfalls als Sport behandelt.

Erfreuliches Urteil für alle Kartenspielvereine

Bridge Verein Steuern | Foto: (c) Comugnero Silvana / fotolia.com

Kartenspieler, die sich in Deutschland in Vereinen aktiv betätigen, können sich über ein bisher kaum beachtetes Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) freuen. Denn in diesem Urteil hat das Gericht festgestellt, dass Vereine, die Bridge-Turniere engagieren, steuerlich begünstigt werden müssen. Das Urteil geht zurück auf eine Klage eines Dachverbands von Bridge-Vereinen, welche sich für die Pflege und die Förderung des Kartenspiels in der BRD einsetzen. Dieser ging gerichtlich dagegen vor, dass die Finanzbehörde des Bundeslandes NRW Steuern von dem Verein kassieren wollte. Als Grund wurde die Gemeinnützigkeit des Verbands angeführt.

Materiell, sittlich und geistig förderlich wie Sport

Der Verein ist in einem ausgebauten Ligasystem tätig, das sich in Kreisligen, Regional- und Bundesligen zusammensetzt. Dieses System ähnelt denen der klassischen Sportarten. Bridge-Turniere fallen dennoch nicht darunter, urteilte der Bundesfinanzhof zwar, befürwortete dennoch das Anliegen des Vereins. Die Begründung war, dass Turnierbridge dem Schach ähnelt. Das Kartenspiel würde die Allgemeinheit auf materiellem, sittlichem und geistigem Gebiet ebenso zuträglich sein wie Sport. Aus diesem Grund werde auch Schach von Fiskus gefördert. Aufgrund der Regeln des Spiels, die alle Zufallselemente beseitigt haben, sei es kein Glücksspiel.

Auf eine Stufe mit Schach gestellt

Das Spiel schule ähnlich wie Schach zudem durch die intellektuellen Anstrengungen die Fähigkeiten in Kombinationsgabe, Konzentrationsvermögen sowie einem erhöhten Gedächtnis. Nicht zuletzt wurde das Spiel auch als "Regognized Member" beim IOC, dem Internationalen Olympischen Komitee aufgenommen.

Was ist mit den anderen Vereinen?

Dies lässt nun natürlich die anderen Vereine in der Welt der Kartenspiele aufhorchen, die selbstverständlich ebenfalls an einer Steuervergünstigung interessiert sind. Was ist mit den Skatspielern und den Vereinen der Doppelkopf- und Romméspielern, Kartenspiele, die in der BRD ebenfalls sehr beliebt sind? Sind diese ebenfalls für die Allgemeinheit hinsichtlich der kognitiven Fähigkeiten so wertvoll wie Bridge oder Schach, so dass sie steuerlich begünstigt werden können?

Die Entscheidung liegt bei den Richtern

Diese Frage ist schwierig zu beantworten, spezielle Gutachter wird es für eine solche Entscheidung wohl kaum geben. Die Entscheidung hierfür liegt bei den Richtern des BFH, die wohl selbst die fördernden Eigenschaften der Spiele testen müssen. Oder die Finanzämter gewähren aus eigenem Willen eine Vergünstigung bei der Steuer. Dies ist allerdings nicht zu erwarten, so dass die Vereine weiterkämpfen müssen.

Keine Chance beim Poker

Lediglich die Anhänger des Pokers haben das Nachsehen, vor allem, wenn das Spiel um Geld gespielt wird. Denn das Turnierpoker wird von Fiskus als gewerbliche Tätigkeit eingestuft. Ein gemeinnütziger Nutzen wird nicht anerkannt.

Foto: (c) Comugnero Silvana / fotolia.com
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