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Bundestagswahl: Die Steuerpläne der Parteien



Die Monate und Wochen vor einer Bundestagswahl sind traditionell die Zeit, in der sich die Parteien gegenseitig mit Wahlversprechen übertrumpfen. Und da nicht zuletzt die Geldbörse der Wähler mitentscheidet, wer die Wahl gewinnt, wird auch das Thema der Steuern beim Wahlkampf nicht ausgeblendet. Auch in diesem Jahr versprechen die Parteien Steuersenkungen. Doch kommen diese Steuererleichterungen wirklich allen Bürgern zugute?

Steuerplus in den ersten beiden Quartalen 2017

Steuerpläne nach der Wahl | Foto: (c)  DOC RABE Media/fotolia.com

Der Monat Juli scheint den regierenden Parteien steuerpolitisch eine Steilvorlage zu liefern. Anfang des dritten Quartals konnte der Fiskus einen kräftigen Anstieg der Steuereinnahmen um knapp neun Prozent auf rund 53 Milliarden Euro verzeichnen. In den gesamten ersten sieben Monaten des Jahres 2017 stiegen die Steuereinnahmen um 3,8 Prozent auf 370,2 Milliarden Euro. Der Grund dafür soll ein Anstieg der Konjunktur sein, die Wirtschaft brummt. Ein guter Teil der Steuereinnahmen stammt mit 9,5 Prozent aus Umsatzsteuern sowie mit 4,7 Prozent aus Lohnsteuern. Auch die Tabaksteuer und die Luftverkehrssteuer trugen kräftig zu den Steuereinnahmen bei.

Wer profitiert von den Steuererleichterungen?

Mit diesen hohen Steuereinnahmen im Hintergrund versprechen die Parteien im Wahlkampf nun Steuererleichterungen für die Bundesbürger. Allerdings gibt es bei den angekündigten Volumen bei der Entlastung teils große Unterschiede. Hinzu kommt, dass nicht alle Steuerzahler gleichermaßen von den Vergünstigungen profitieren. Schlimmstenfalls zahlen einige Steuerzahler nach der Bundestagswahl sogar drauf.

Steuererleichterungen für Mittelständler und Normalverdiener

Aus diesem Grund sind die Bundesbürger gut beraten, sich mit den Steuerplänen der einzelnen Parteien auseinanderzusetzen, bevor sie auf dem Wahlzettel ihr Kreuzchen an der richtigen Stelle für sie einzeichnen. Gut aufgehoben dürfen sich der Mittelstand und Normalverdiener fühlen. Beinahe alle Parteien nehmen sich den Mittelständlern wohlwollend an und stellen ihnen Vergünstigungen beim Spitzensteuersatz in Aussicht. Derzeit greift dieser Spitzensteuersatz von 42 Prozent bei Ledigen ab einem zu versteuernden Einkommen von 54.058 €. Dieser Spitzensteuersatz soll laut dem Willen der SPD und der Union künftig erst ab einem Einkommen von 60.000 € greifen.

Spitzenverdiener werden stärker belastet

Zu versteuernde Einkommen ab 76.200 € pro Jahr sollen nach dem Willen der SPD künftig noch stärker belastet werden. Für Ledige soll der Spitzensteuersatz in diesem Fall 45 Prozent betragen, ab einem Einkommen von 250.000 € soll ein Reichensteuersatz von 48 Prozent greifen. Die Union und vor allem die FDP wollen die Spitzenverdiener allerdings weiterhin nicht stärker besteuern, da die Wirtschaft geschont werden soll und viele Unternehmer Einkommensteuer bezahlen. Derzeit gilt für Einkommen ab 256.303 € pro Jahr ein Spitzensteuersatz von 45 Prozent.

75 Prozent Steuern bei einem Einkommen ab einer Million Euro

Linke und Grüne hingegen wollen die Spitzenverdiener künftig stärker zur Kasse bitten. So planen die Linken eine zweistufige Erhöhung der Reichensteuer. Ab einem jährlichen Einkommen von 260.000 € soll ein Steuersatz von 60 Prozent greifen, ab einer Million Euro ein Steuersatz von 75 Prozent. Die Grünen fordern eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes für Single-Einkommen von 100.000 € jährlich.

Entlastung von Geringverdienern

Steuerpolitisch können die Parteien den Geringverdienern kaum Steuerversprechen machen, da aufgrund des geringen Einkommens nur wenige oder gar keine Steuern anfallen. Doch beim Grundfreibetrag können die Parteien die Steuerschraube etwas lockern, dieser soll ab 2018 bei 9.000 € pro Jahr liegen. Darüber hinaus soll der mittlere Steuersatz von 24 Prozent erst bei einem Jahreseinkommen von 16.625 € greifen statt wie bislang schon bei 14.000 €. Zudem sollen die Geringverdiener durch eine Entlastung bei den Sozialbeiträgen entlastet werden.

Foto: (c) DOC RABE Media/fotolia.com

>>Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt diese nicht<<

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