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Das Arbeitszimmer steuerlich absetzen



Ein Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden nimmt sehr viel Raum ein und muss in der Regel kostspielig eingerichtet werden. Der Fiskus unterstützt daher die Steuerpflichtigen, um die Einrichtung eines häuslichen Arbeitszimmers zu erleichtern. Allerdings werden einige Bedingungen gestellt, die erfüllt sein müssen, um die Kosten für das Arbeitszimmer steuerlich absetzen zu können.

Arbeitszimmer Kosten absetzen | Foto:(c) donterase/pixabay.com


Das Arbeitszimmer als Teil des Lebensmittelpunkts

Die moderne Arbeitswelt ist komplex, vielfältig und oftmals schon längst nicht mehr an einen festen Platz gebunden. Die Arbeit hört nicht an der Haustür auf. Für viele Werktätige gehört ein Arbeitszimmer daheim zum täglichen Leben dazu. Ganz gleich, ob es sich dabei um das ständige Home Office handelt, in welchem die Arbeit hauptsächlich erledigt wird, oder um einen Raum, in dem die Arbeit erledigt wird, die man sich aus dem Büro noch mit nach Haus gebracht hat.

Bedingungen zur steuerlichen Absetzung der Kosten

Ein solches Arbeitszimmer daheim ist nützlich, nimmt allerdings auch viel Raum ein, der nicht als privater Platz genutzt werden kann. Dies ist allerdings die Voraussetzung, wenn ein solches Zimmer als reines Arbeitszimmer vom Fiskus anerkannt werden soll. Es gibt allerdings noch weitere Vorgaben, die erfüllt sein müssen, bevor ein Steuerpflichtiger die Aufwendungen für sein Arbeitszimmer zuhause in der Steuererklärung geltend machen möchte.

Ausnahmen von der Regel

So heißt es in § 4 Abs. 5 des Einkommensteuergesetzes, dass ein Steuerpflichtiger die Kosten für das Arbeitszimmer in den heimischen vier Wänden nicht als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen kann. Die Ausnahme ist allerdings, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, an welchem die berufliche oder betriebliche Tätigkeit vorgenommen werden kann.

Mittelpunkt der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit

Wird das heimische Arbeitszimmer teilweise auf diese Weise genutzt, können die abziehbaren Aufwendungen für das Arbeitszimmer zwar steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings nur bis zu einer Grenze von maximal 1.250 €. Diese Grenze wird jedoch hinfällig, wenn das Arbeitszimmer den gesamten Mittelpunkt der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt.

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Arbeitszimmer muss zur Erzielung der Einkünfte notwendig sein

In diesen Fällen, wenn kein alternativer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, kommt es auf die Erforderlichkeit eines heimischen Arbeitszimmers nicht an. Dies legt zumindest der Wortlaut der genannten Vorschrift nahe. Nicht wenige Finanzgerichte sehen dies jedoch ein wenig anders. Ihnen zufolge ist sowohl aus dem Sinn und Zweck geltenden Regelung als auch aus der Geschichte der Entstehung des Arbeitszimmers zu folgern, dass die Kosten für ein solches Zimmer nur dann abzugsfähig sind, wenn das Zimmer zur Erzielung der Einkünfte unbedingt erforderlich ist.

Zeitliche Inanspruchnahme von untergeordneter Bedeutung

Kosten, die zur privaten Lebenswelt gehören dürfen keinesfalls mit den beruflichen Bereichen vermischt werden. So hat es etwa das FG (Finanzgericht) Nürnberg abgelehnt, die Kosten für ein Arbeitszimmer anzuerkennen, in welchen eine Photovoltaikanlage verwaltet werden sollte. Die zeitliche Inanspruchnahme der Räumlichkeiten sei von untergeordneter Bedeutung, Überwachung und Abrechnung eines einzigen Energieabnehmers und der dazugehörigen Gewinnermittlungen und Umsatzsteueranmeldungen seien nicht ausreichend.

Frage nach den verrichteten Tätigkeiten

Der BFH (Bundesfinanzhof) vertritt hingegen die Ansicht, dass geklärt werden müsse, welche Tätigkeiten in dem jeweiligen Arbeitszimmer verrichtet werden. Dies sei notwendig zur Beurteilung, ob in diesem Raum eine Tätigkeit zur Erzielung von Einkünften verrichtet wird und ob der Umfang dieser Tätigkeiten ausreicht, das Zimmer als Arbeitszimmer anzuerkennen. Mit dieser Begründung hat der BFH eine Revision des Urteils des FG Nürnberg, die das FG zuvor nicht zugelassen hat, nach einer Nichtzulassungsbeschwerde aufgehoben und seinerseits zugelassen.

>> Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht<<

Foto:(c) donterase/pixabay.com

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