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Das Finanzamt belohnt Versicherungen und Vorsorgeaufwendungen - Teil I


Der Gesetzgeber belohnt alle Steuerpflichtigen, die bestimmte Versicherungen abschließen und Vorsorgeaufwendungen tragen. Doch welche Policen sind als Werbungskosten oder Sonderausgabe absetzbar? In den Teilen I bis III befassen wir uns detailliert mit sämtlichen Versicherungsarten und Versicherungsverträgen, die der Vorsorge und der Risikominimierung dienen.

Ob Selbständig, Freiberuflich tätig, ob Rentner oder Arbeitnehmer, jeder Steuerpflichtige wird vom Finanzamt belohnt, wenn er Versicherungen oder Vorsorgeverträge abschließt, die entweder dem Erhalt der Arbeitskraft dienen, oder dem Risiko von Altersarmut oder Krankheit entgegen wirken. Versicherungen können steuerlich angerechnet werden |  (c) Andrey Popov/ Fotolia.com

Die Unfallversicherung

Bei der Absicherung gegen Unfälle ist zu unterscheiden zwischen Unfällen im Privatbereich und Unfällen, die in Ausübung zum Beruf stehen, beziehungsweise währenddessen geschehen, oder auf dem Weg zur Arbeit und dem Rückweg.

Policen, die Unfälle während der Arbeitszeit versichern sind als Werbungskosten in voller Höhe absetzbar, währenddessen Policen, die den Privatbereich versichern als Sonderausgaben ihren Weg in die Steuererklärung finden.

Bei oft angebotenen Kombipolicen wird der Anteil der Prämie, die den Arbeitsunfall absichert als Werbungskosten herangezogen, der Anteil für den Privatbereich entsprechend separiert den Sonderausgaben zugeschlagen. Eine separierte Aufstellung erhält man im Zweifel beim Versicherer. Sollte diese jedoch nicht vorhanden sein, wenn beide Risiken abgesichert sind, rechnet das Finanzamt jeweils 50 Prozent den Werbungskosten und Sonderausgaben zu.

Die jeweilige Prämienhöhe tragen Sie in Ihrer Steuererklärung ein und reichen diese, zusammen mit einer Kopie des Versicherungsscheines oder Nachtrages ein.

Bei Unternehmen, selbständig tätigen und Freiberuflern kann unter Umständen der Beitrag den Umsatz mindern, so zum Beispiel bei Gruppenunfalltarifen, die die Mitarbeiter absichern. Sprechen Sie in diesem Falle mit Ihrem Versicherer, oder am besten mit dem Steuerberater Ihres Vertrauens.

Die Rechtschutzversicherung

Ob Miet-, Arbeits-, Privat-, oder Kraftfahrzeugrechtsschutz sind jeweils eigene Vertragsbestandteile. Doch oft ist der Arbeitsrechschutz in einer so genannten Familienrechtschutzpolice enthalten, jedoch die Prämie gesondert in der Police aufgeführt. Grundsätzlich gilt: Nur der Arbeitsrechtschutz mindert die Steuerlast und kann als Werbungskosten berücksichtigt werden.

Wichtig: Bei der Rechtsschutzversicherung darf nur der separierte Prämieanteil für den Arbeitsrechtschutz in der Steuererklärung auftauchen. Es bedarf eines Nachweises in Form einer Kopie der Police, die man vom Versicherer erhält. Eine Pauschale 50/50-Regelung, wie bei Unfallverträgen, gibt es hier nicht.

Diese Rechtschutzarten werden nicht steuerlich betrachtet:

Miet-, Privat-, Vertrags-, Straf- und Steuerrechtschutz, sowie der Rechtsschutz für Kraftfahrzeuge.

Bei selbständig tätigen, Freiberuflern oder Unternehmen mindern Rechtschutzverträge den Umsatz. Hier jedoch kann der Privatrechtsschutz, als auch der Rechtschutz für die private Wohnung oder das private KFZ nicht angesetzt werden.

Die Diensthaftpflichtversicherung

Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, so zum Beispiel Lehrer und Beamte, können sich gegen berufliche Haftungsrisiken absichern, eine Verpflichtung gibt es hier nicht, ist jedoch ratsam. Wird diese Versicherung separat zur Privathaftpflicht abgeschlossen können die Beiträge als Werbungskosten in voller Höhe abgesetzt werden.

Wird ein Kombivertrag geschlossen, was oft der Fall ist, gilt der Prämienanteil für das berufliche Risiko als Werbungskosten und der Prämienanteil für das private Risiko als Sonderausgabe.

Auch hier bedarf es einer Bestätigung des Versicherers, aus dem die separierten Prämienanteile hervorgehen.

In unserer Reihe - Das Finanzamt belohnt Versicherungen und Vorsorgeaufwendungen Teil II- beleuchten wir die Absetzbarkeit von Beiträgen zur Berufshaftlicht-, der privaten, wie gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, sowie Beiträge für Renten- und Lebensversicherungen.

Hinweis: Der Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar und kann diese nicht ersetzen.

Foto: (c) Andrey Popov/ Fotolia.com

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