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Die Abrechnung von Löhnen beim Kurzarbeitergeld - vereinfacht



In vielen Firmen wurde wegen der Corona-Krise Kurzarbeit eingeführt. Dabei ist durchaus nicht immer eine schlechte Auftragslage der Grund. In manchen Fällen wurde Kurzarbeit deshalb angeordnet, um sozusagen in zwei Schichten arbeiten lassen zu können: An einigen Wochentagen arbeitet der eine Teil der Belegschaft, an anderen der zweite Teil, wo Schichtarbeit sich nicht als Option anbot.

Ziel der Maßnahme, dass immer nur ein Teil der Mitarbeiter in einer Firma anwesend ist, war und ist der Infektionsschutz: Wo kein Kontakt besteht, kann eine Infektion auch nicht weitergegeben werden.

Kurzarbeitergeld Lohnabrechnung | Foto:(c) joaogbjunior/pixabay.com


Im Fall, dass sich ein Mitarbeiter mit dem Corona-Virus ansteckt, muss nicht die gesamte Firma zwangsweise geschlossen werden, sondern der Teil der Belegschaft, der keinen Kontakt hatte, kann bzw. darf die Geschäfte weiterführen.

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gingen natürlich auch deshalb viele Firmen zu Kurzarbeit über, weil ihre Auftragslage das erforderte, wie beispielsweise durch den Stillstand der Automobilproduktion. Die Politik betonte, dass die Beantragung von Kurzarbeitergeld unbürokratisch und schnell vonstatten gehen solle. Leider gibt es in diesem Zusammenhang ein gravierendes Hindernis: die Termine zur Abführung von Steuern und Sozialabgaben.

Wie man die Lohnabrechnung einfacher gestalten könnte

Arbeitnehmer erhalten 60 % bis 67 % ihres Nettoentgelts als Kurzarbeitergeld, nachdem der Arbeitgeber bei der Arbeitsagentur Kurzarbeit angemeldet hat. Die Berechnung von Kurzarbeitergeld ist vergleichsweise kompliziert. Da hilft es auch nicht, dass derzeit die Beantragungsverfahren deutlich vereinfacht sind. Für jeden einzelnen Mitarbeiter muss das jeweilige Kurzarbeitergeld berechnet werden, was im Bereich der Buchhaltung eines Unternehmens eine erhebliche Mehrarbeit verursacht.

Erschwerend kommt hinzu: Die Sozialabgaben und Steuern sind zu unterschiedlichen Terminen fällig. Arbeitgeber müssen deshalb die Lohnabrechnung ihrer Mitarbeiter zweimal bearbeiten ? einmal, um zunächst die Sozialversicherungsbeiträge abzuführen und ein weiteres Mal, um etwa zwei Wochen darauf die Lohnsteuer zu bezahlen.

In Unternehmen, deren Mitarbeiter kein festes Entgelt erhalten, sondern deren Lohn sich durch Überstunden sowie Zuschläge stets verändert, müssen die Sozialversicherungsbeiträge zunächst geschätzt und dann anhand der tatsächlichen Lohnabrechnung korrigiert werden. Von dieser Problematik sind vor allen Dingen Handwerksbetriebe betroffen. Anhand dieser Ausgangslage wird natürlich der Aufwand rund um die Lohnabrechnung zusätzlich durch die Notwendigkeit, Kurzarbeitergeld zu berechnen, noch verkompliziert.
Der Bund der Steuerzahler fordert daher, dass hier eine Vereinfachung erfolgen sollte, indem man schlichtweg die Termine für die Fälligkeit der Sozialabgaben und der Lohnsteuer auf ein gemeinsames Datum festlegt - und nach hinten verschiebt.

Eine bürokratische Vereinfachung, die sich positiv auf die Liquidität auswirkt


Angesichts der finanziellen Einbußen, die Unternehmen im Zusammenhang mit der Corona-Krise erlitten haben, ist es besonders wichtig, dass sie liquide bleiben. Indem man die Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge sowie die der Lohnsteuer auf einen einzigen Termin legt und diesen in den Folgemonat verschiebt, ist es möglich, Unternehmen mehr finanziellen Spielraum zu gewähren. Der Bund der Steuerzahler fordert daher aktuell, dass die Steuern und Sozialabgaben künftig erst am zehnten Tag des Folgemonats gezahlt werden sollen. Entsprechende Vorschläge sind in Form eines Briefes Bundesfinanzminister Olaf Scholz und dem Finanzausschuss des Deutschen Bundestages überreicht worden.
Eine Entbürokratisierung der Lohnabrechnung und der spätere Überweisungstermin könnten eine deutliche Entlastung für Unternehmen darstellen. Es lohnt sich daher für Firmeninhaber, die politische Diskussion zu diesem Thema zu verfolgen.

>>Der Text ist keine Steuerberatung und ersetzt diese nicht<<
Foto:(c) joaogbjunior/pixabay.com
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