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Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

26.06.2018

Die Kosten für die Geburtstagsfeier steuerlich absetzen

Die enormen Ausgaben für die große Geburtstagsfeier in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend zu machen, ist ein Traum, der wohl leider nicht erfüllt wird. Unter bestimmten Umständen kann jedoch der Fiskus an den Kosten für ein begangenes Jubiläum ausnahmsweise beteiligt werden. Hierfür müssen jedoch einige Bedingungen erfüllt werden.

Kosten Geburtstagsfeier Steuern | Foto: (c) image4you/ pixabay.com

Steuerfall Geburtstagsfeier

Der runde Geburtstag ist ein wichtiges Ereignis, ein Meilenstein im Leben eines jeden Menschen. Er muss daher gebührend gefeiert werden, mit einem größeren Fest als zu anderen Geburtstagen. Entsprechend lang sind die Gästelisten zu solchen Ereignissen, schließlich soll niemand verärgert werden, weil eine Einladung vergessen wurde. Die Kosten für eine solche Feier sind naturgemäß auch entsprechend hoch, schließlich sollen alle verköstigt werden. Wäre es nicht schön, wenn man den Fiskus an den Kosten beteiligen könnte, schließlich handelt es sich dabei doch um eine außergewöhnliche Belastung, oder nicht?

Unter Bedingungen

Ganz so einfach ist es dann doch nicht, so schön es auch wäre. Doch eine Möglichkeit gibt es, die Ausgaben für die Geburtstagsfeier unter Umständen in der Steuererklärung geltend zu machen, wenn einige ganz bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Wie im Fall des Geschäftsführers einer mittelgroßen GmbH, der zu seinem runden Geburtstag sämtliche Angestellte und Vorsitzenden des Aufsichtsrates einlud und der die Kosten für die Feier von der Steuer absetzen wollte. Das Ereignis entwickelte sich zu einem Streitfall zwischen dem Feiernden und den Steuerbehörden, der schließlich vor dem Bundesfinanzhof (BFH) verhandelt wurde.

Der Streitfall

Der Geschäftsführer ließ sich die Feier zu seinem 60. Geburtstag einiges kosten. Die Rechnungssumme für Mobiliar, die Halle und die Verköstigung der Gäste belief sich auf rund 2.500 €. Diese Kosten wollte das Geburtstagskind als Werbungskosten geltend machen, da es sich doch um eine innerbetriebliche Feier handelte. Dies verweigerten die Steuerbehörden dem Geschäftsführer. Erst das BFH entschied zugunsten des Klägers, ebenso wie das Finanzgericht, vor dem der Fall zuerst verhandelt wurde.

Einige Einschränkungen

Allerdings gab es auch einige Einschränkungen, die das BFH bei der Verkündung des Urteils betonte. So sei ein Geburtstag ein Anlass für eine private Feier, selbst wenn es sich um einen hohen runden Geburtstag handele. Die Kosten, die durch die gesellschaftlichen Konventionen verursacht werden, können daher weder als Werbungskosten noch als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Dies sei ebenfalls der Fall, wenn ausschließlich Personen eingeladen werden würden, die dem beruflichen und geschäftlichen Umfeld zuzurechnen seien. Auch in diesem Fall sei das Interesse für die Feier ausschließlich persönlicher Natur.

Ausnahme als berufliches Ereignis

Doch in dem vorliegenden Fall erkannte der BFH eine Ausnahme als berufliches Ereignis an. Bei einem solchen Ereignis müssten die gesamten Umstände betrachtet werden, um es richtig einordnen zu können. Die Feier diente nicht der Würdigung der gesellschaftlichen Stellung des Geschäftsführers, sondern der Pflege des Betriebsklimas, wodurch die Ausgaben für die Geburtstagsfeier steuerlich geltend gemacht werden können. Für das Urteil mussten allerdings folgende Kriterien erfüllt werden.

Die richtigen Umstände

So wurde von den Richtern des BFH zur Urteilsfindung der Umstand herangezogen, dass ausschließlich Mitarbeiter seines Unternehmens zu der Feier geladen wurden und der repräsentative Charakter fehlte, da keine Vertreter der Medien und des öffentlichen Lebens zugegen waren. Auch war der Arbeitgeber des Unternehmens unmittelbar an den Kosten für die Feier beteiligt. Zudem war die Höhe der Ausgaben vergleichsweise maßvoll, als Location wurden die Räumlichkeiten des Unternehmens gewählt. Nicht zuletzt fand die Feier während der Arbeitszeit der Mitarbeiter statt.

>> Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

Foto: (c) image4you/ pixabay.com

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