Login

Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

28.07.2017

Die Steuern im Bundestagswahlkampf

Die Bundestagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus, die Parteien versuchen, bis zum Stichtag am 24. September noch möglichst viele Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Natürlich funktioniert dies am besten über den Geldbeutel der Bundesbürger. Daher steht das Thema der Steuern im Mittelpunkt des Wahlkampfes der großen Parteien. Bislang steht die endgültige Verabschiedung der Parteiprogramme noch aus. Doch eine klare Linie ist im Bereich der Steuern bereits erkennbar.

Vollmundige Wahlversprechen

Steuern und Wahlkampf | Foto: (c) blende11.photo/ fotolia.com

Eine Sache vermissen die Bürger in einem Wahljahr wohl kaum. Kurz vor der Wahl übertreffen sich die Parteien mit vollmundigen Versprechen, mit Vorhaben, die das Leben der Menschen erleichtern sollen. Vor allem in finanzieller Hinsicht soll das Leben der Bundesbürger mindestens in den kommenden vier Jahren deutlich erleichtert werden. Auch im Wahljahr 2017 übertreffen sich die Parteien mit ihren Steuerversprechen, wobei sie natürlich jeweils eine andere Zielgruppe ansprechen.

Steuern auf neuem Rekordwert

Im Jahr 2017 wurde ein neuer Rekord erreicht. Nie zuvor zahlten die Deutschen mehr Steuern. Mehr als die Hälfte des Einkommens, genauer gesagt 54,6 %, mussten die Bundesbürger an Steuern abführen. Daher klingt das Versprechen gut, dass die Haushaltsüberschüsse der vergangenen Jahre für Steuererleichterungen genutzt werden sollen. Darin sind sich sowohl die Union als auch die SPD einig. Auch in der Höhe der Steuererleichterungen ähneln sich die Programme beider Parteien. Im kommenden Jahr sollen die Deutschen bis zu 15 Milliarden Euro weniger Steuern zahlen.

Entlastung für Haushalte mit hohem Einkommen

Zudem soll die Grenze für den Spitzensteuersatz angehoben werden. Sowohl Union als auch SPD wollen die Grenze für den Spitzensteuersatz von 42 % auf ein Jahreseinkommen von 60.000 € anheben. Bislang wurde die Steuer bereits bei einem jährlichen Einkommen von 52.000 € erhoben. Zugleich versprechen die beiden großen Lager mehr Geld für Familien und für Kinder. Allerdings unterscheiden sich die Strategien der Parteien hinsichtlich der Realisierbarkeit der Versprechen.

Entlastung für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen

So planen die Sozialdemokraten, Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen stärker zu entlasten, indem ein Familiensplitting eingeführt wird. Diesem Plan zufolge sollen Eltern ihre Einkommen zum Teil virtuell auf ihre Kinder aufteilen können, wodurch eine effektivere Nutzung der Freibeträge möglich wird. Um dies zu finanzieren, werden Einkommen ab 76.000 € pro Jahr künftig mit einem Spitzensteuersatz von 45 % belastet, ab einem Jahreseinkommen von 250.000 € werden 48 % Steuern fällig.

Abschaffung des Soli

Die CDU hingegen spricht sich gegen eine Erhöhung der Steuer aus und stellt sich auf die Seite der Besserverdiener. Ihr Wahlprogramm sieht vor, die Bemessungsgrenze für die Reichensteuer auf 232.000 € abzusenken. Zudem soll der CDU zufolge der Soli bis 2030 für alle abgeschafft werden. Der SPD zufolge soll der Beitrag hingegen nach der Wahl sofort für alle Einkommen bis 52.000 € entfallen.

Kritik an den Steuerplänen

Die Steuerpläne der großen Parteien stehen allerdings weiterhin in der Kritik. So bezeichnete der Fraktionschef der SPD, Thomas Oppermann, die Pläne der CDU als "hohles Geschwätz", da die Länder im Bundesrat dem Vorhaben nicht zustimmen würden. Zudem würde die Union Mehrausgaben planen, die steuerlich nicht gegenfinanziert werden können, so die weitere Kritik.

Foto: (c) blende11.photo/ fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

Kostenlos und unverbindlich: Hier finden Sie den passenden Steuerberater in Ihrer Nähe
PLZ:
So einfach geht's
  • Postleitzahl eingeben (2 oder 5 Stellen)
  • Kostenlose Anfrage stellen
  • Angebote erhalten und vergleichen!

Für Steuerberater
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Kanzlei vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von SteuerberaterScout.