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Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

30.04.2018

Ebay: Kontoinhaber muss Steuern zahlen

Ein neues Urteil aus Baden-Württemberg erschwert über die Auktionsplattform Ebay agierenden Händlergemeinschaften die Arbeit. Anfallende Steuern können künftig nicht mehr auf mehrere Nutzer eines Ebay-Kontos aufgeteilt werden. Die volle Steuerlast trifft ab sofort den Inhaber des Kontos, auch wenn weitere Personen das Konto nutzen.

Ebay Steuern | Foto: (c) Simon/pixapay.com


Regeln bei Verkäufen auf Ebay

Zu Beginn war Ebay für viele Nutzer ein netter Zeitvertreib, bei dem sie nebenbei einige nicht mehr benötigte Gegenstände aus ihrem Besitz verkaufen und damit ein wenig zusätzliches Geld verdienen konnten. Doch der Handel mit Objekten über die Auktionsplattform Ebay ist schon lange kein einfaches Hobby mehr. Der Fiskus hat die Händler fest im Blick, so dass sie sich schnell Ärger einhandeln können, wenn sie einige Regeln missachten, die von den Steuerbehörden aufgestellt wurden, und sie übertreten. Der Schritt vom kleinen Händler zum gewerblichen Verkäufer und eventuellen Steuersünder wird immer kleiner.

Nutzung des Kontos durch beide Ehepartner

Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts (FG) Baden-Württemberg dürfte noch mehr Händler treffen, die bislang glaubten, noch den Status eines Kleinunternehmers genießen zu können. Verhandelt wurde vor dem FG der Fall eines Ehepaares, das knapp 1.000 Verkäufe über die Auktionsplattform Ebay abgewickelt hatte. Für sämtliche Verkäufe wurde der Account des Ehemannes verwendet. Das Finanzamt ging bei der Versendung der Umsatzsteuerbescheide davon aus, dass sämtliche Verkäufe über den Ehemann abgewickelt wurden.

Beide Partner als Kleinunternehmer

Das Paar wehrte sich gegen die Bescheide mit dem Argument, dass ein Teil der Verkäufe zu gewissen Teilen dem jeweils anderen Partner gehörte, weitere Objekte waren zuvor im Gemeinschaftsbesitz. Aus diesem Grund seien beide Partner Kleinunternehmer und damit nicht umsatzsteuerpflichtig. Mit diesem Argument hatte das Paar zunächst Erfolg. Das Finanzamt lenkte allerdings schnell ein und forderte erneut vom Ehemann die Zahlung der Umsatzsteuer, da dieser der Inhaber des Kontos sei.

Abschließendes Urteil

Der Ehemann entschloss sich, erneut zu klagen. Dieses Mal entschied das FG allerdings nicht im Sinne des Klägers und gab dem Finanzamt Recht. Das FG urteilte, dass alle Umsätze aus den Verkäufen über eine Online-Plattform wie Ebay der Person zuzurechnen sind, die Inhaber des verwendeten Benutzerkontos ist und die sich bei der Eröffnung des Kontos auf der Plattform einen Nutzernamen hat zuweisen lassen. Der FG begründete sein Urteil auch aus der Sicht des Kunden. Schließlich sei die Person des Kontoinhabers bei einem Kauf dem Kunden gegenüber der Erbringer der Leistung. Dies gelte auch im umsatzsteuerlichen Sinn.

Einordnung vom Fiskus

Händler, die als private Verkäufer oder Kleinunternehmer auf Ebay mit dem Verkauf von Objekten Geld verdienen, müssen nach diesem Urteil noch stärker aufpassen, nicht die Grenze zum gewerblichen Handel zu überschreiten. Denn dies wird vom Fiskus schnell angenommen, auch wenn der Verkäufer nicht beabsichtigt, Gewinne zu erzielen. Das Finanzamt achtet bei der Einordnung des Verkäufers in die Kategorien ?gewerblich? oder ?nicht gewerblich? vor allem auf die Häufigkeit des Handels und den Zustand der Objekte. Hinzu kommt die Höhe des auf Ebay erzielten Umsatzes.

Häufigkeit, Zustand und Umsatz

Werden nur gelegentlich Objekte veräußert, müssen sich private Händler und Kleingewerbler keine Sorgen machen. Wird jedoch in kürzester Zeit ein hohes Volumen wie das Inventar aus einer Haushaltsauflösung eingestellt, wird vom Fiskus eine Gewerblichkeit vermutet. Dies gilt auch, wenn überwiegend Neuware angeboten oder bei den Objekten die Spekulationsfrist unterschritten wird. In diesem Fall fällt Einkommenssteuer an. Bei hauptsächlich gebrauchten Objekten wird der Fiskus kaum auf den Händler aufmerksam.

Foto: (c) Simon/pixapay.com

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