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09.03.2018

Ende der Abgeltungsteuer für klassische Sparer

Ein großer Teil des Mittelstands hatte sich erhebliche Entlastungen erhofft, sollte die GroKo zustande kommen. Diese Hoffnungen wurden leider enttäuscht. Der Fiskus langt künftig bei mittelständischen Sparern stärker zu als bislang, denn die Abgeltungsteuer wird mit der GroKo abgeschafft.

Abgeltungssteuer abgeschafft | Foto: (c) Bru-nO/ pixabay.com

Höhere Belastung statt Entlastung

Sozial schwache Haushalte und Mittelständler sollten entlastet werden, wurde oftmals während der Sondierungsgespräche und bei den Verhandlungen zur GroKo angedeutet.Nun wird sich zeigen, was diese Verlautbarungen wert waren, denn die GroKo ist beschlossen und kann ihren Regierungsauftrag wahrnehmen.Viele Mittelständler werden allerdings schon enttäuscht werden,bevor die ersten Minister ihre Posten bezogen haben, denn bereits jetzt ist klar, dass sie stärker zur Kasse gebeten werden. Vor allem mittelständische Sparer werden künftig mehr Steuern zahlen müssen.

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Ein unscheinbarerSatz

Die meisten Sparer werden noch nicht ahnen, was auf sie zukommt, denn die Ankündigung zu der höheren Abgabenlast kommt recht unscheinbar daher. Zudem ist sie recht zuvorkommend verpackt. Der versteckte Satz hat es jedoch in sich. Auf Seite 69 des Koalitionsvertrages heißt es nämlich, dass die Abgeltungsteuer auf die Erträge aus Zinsen mit der Etablierung de sautomatischen Informationsaustauschs abgeschafft wird. Wer sich noch Schlupflöcher erhofft, wird enttäuscht. Denn weiter heißt es, dass etwaige Umgehungstatbestände durch die Koalitionspartner verhindert werden sollen.

Einkünfte aus Zinsen unterliegen wieder dem Einkommensteuersatz

Damit gelten erhebliche Mehrbelastungen für mittelständische Sparer als sicher. Die Einkünfte aus Zinsen unterliegen mit dieser Regelung wieder dem Einkommensteuergesetz. Die Abgaben sind nicht zu unterschätzen, schließlich ist die Einkommensteuer in der Regel höher als die Abgeltungsteuer, die pauschal auf 25 Prozent begrenzt ist und die seit nun beinahe 10 Jahren auf alle Erträge aus Kapitalanlagen wie etwa Dividenden oder Zinsen gezahlt werden musste.

Automatischer Austausch von Steuerdaten bedeutet das Ende der Abgeltungsteuer

Der von vielen Staaten vereinbarte automatische Austausch von Steuerdaten bedeutet das Ende der Abgeltungsteuer. Diese wurde vor knapp 10 Jahren eingeführt, um eine Kapitalflucht aus Deutschland zu verhindern, wenn die Belastung durch Steuern in der BRD höher würde als im Ausland. Es galt für den Fiskus das von Peer Steinbrück, dem damaligen SPD-Finanzminister,formulierte Motto, dass von 25 Prozent von X besser wäre als 25 von nichts. Das Verbergen möglicher Einkünfte aus Kapitalanlagen im Ausland wird mit der Vereinbarung zum automatischen Austausch derSteuerdaten deutlich erschwert, so dass die Abgeltungsteuer obsolet geworden ist.

Vor allem traditionelle Sparer sind betroffen

Die Freibeträge von 801 € für ledige Sparer und 1.602 € für verheiratete Sparer bestehen zwar wahrscheinlich weiterhin, da sie im Vertrag der Koalition keine Erwähnung finden, dennoch kann dies kaum über die Enttäuschung hinweg helfen. Von der Neuregelung sind vor allem traditionelle Sparer betroffen, da es sich dabei um sogenannte Zinssparer handelt. Diese werden bei steigenden Zinsen, die immer wieder aufs Neue gefordert werden, mit höheren Steuern belastet. Da diese Art zu Sparen weiterhin sehr populär ist, wird ein Großteil des Mittelstandes in Deutschland stärker belastet, der weiterhin davon Abstand nimmt,sein Vermögen oder wenigstens einen Teil davon am Kapitalmarkt anzulegen.

Ausnahmen

Sparer hingegen,die ihr Vermögen etwa in Aktien anlegen, werden hingegen nicht von der Neuregelung betroffen sein, da diese vom Ende der Abgeltungsteuer ausgenommen sind. Damit trifft die Befürchtung der Experten nicht zu, die von einer Doppelbesteuerung von Dividenden und Zinsenausgegangen sind. Allerdings gilt die Neuregelung für viele als symbolisch, da die Besteuerung komplizierter wird, wodurch kaum Einnahmen generiert werden können.

>>Der Artikel stellt keien steuerliche Beratung dar und ersetzt sie auch nicht.
Foto: (c) Bru-nO/ pixabay.com
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