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Erbrecht in Deutschland: Welche Steuern müssen Millionenerben bezahlen?



In den meisten Fällen ist es in Deutschland üblich, dass Vermögen vererbt und nicht erarbeitet wird. Deshalb soll die Erbschaftssteuer eine gerechte Umverteilung ermöglichen. Allerdings werden Millionenerben hierzulande für eine Bezahlung von Steuern kaum zur Kasse gebeten.

Erben Steuern Geld | Foto:(c)angelolucas/pixabay.com

Zu geringe Steuern auf Erbe und Schenkungen mit hohen Werten

Der Blick auf Entwicklungen der letzten Jahre beweist, dass auf Schenkungen oder Erbschaften von mehr als zehn Millionen Euro hierzulande kaum Steuern bezahlt werden. Diese Statistik ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung durch eine Anfrage der Linken. Darauf basierend, erhielten ungefähr 600 Deutsche insgesamt 31 Milliarden Euro, auf welche durchschnittlich nur rund fünf Prozent an Steuern fällig wurden.

Steuerzahlungen von nur 0,2 Prozent

Rund zwei Drittel aller Betroffenen, die sogar rund 100 Millionen Euro im Rahmen einer Schenkung oder eines Erbes erhielten, durften die Beträge sogar steuerfrei beanspruchen. Wer im Jahr 2018 100 Millionen Euro oder noch mehr Geld erhielt, bezahlte nach Aussagen der Bundesregierung nur eine Steuer in Höhe von 0,2 Prozent.
Firmenerben als Ausnahme

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung äußerten sich Wirtschaftsverbände zu diesem Thema. Ihrer Meinung nach sollten insbesondere Unternehmenserben nicht höher besteuert werden, da diese Erbparteien Arbeitsplätze im Mittelstand sichern würden. Auf dieses Thema nahm Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Bezug. Er betonte, dass Unternehmen bei einer Schenkung oder einer Vererbung zumeist wesentlich geringer als bei Immobilien oder Wertpapieren versteuert werden. Die durchschnittliche Steuer von Großerben ist den Daten zufolge ungefähr halb so hoch wie für Erbschaften im Wert von einer bis zu zehn Millionen Euro.

"Extreme Ungerechtigkeit" in Deutschland


Über diese Regelung äußert sich die Linkspartei allerdings sehr skeptisch. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass die Steuerbelastung hierzulande umso geringer ist, je höher geschenkte oder geerbte Vermögenswerte sind. Deshalb leben in Deutschland immer mehr Multimillionäre. Wie Bartsch weiterhin ausführte, sei es "extrem ungerecht", dass in Deutschland immer mehr Rentner oder auch Kinder in Armut leben. Die mittlere soziale Schicht würde ebenfalls kaum finanziell entlastet werden. Im Gegenzug sei es nicht nachvollziehbar, dass extrem reiche Beschenkte und Erben auf horrende Beträge so gut wie keine Steuern zahlen müssen.

Wissenswertes zur Erbschaftssteuer

Deutschlandweit ist die Erbschaftssteuer über das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz geregelt. Die Erbschaftssteuer orientiert sich an der exakten Höhe, die Erben erhalten. Dementsprechend ist nicht die Höhe des kompletten Nachlasses ausschlaggebend. Bei einem Erbe von Vermögen oder Immobilien besteht dem Finanzamt gegenüber eine grundsätzliche Verpflichtung zur Zahlung der Erbschaftssteuer. Allerdings existieren hierzulande Freibetragsregelungen, dank denen häufig keine Erbschaftssteuer ans Finanzamt gezahlt werden muss.

Generell gilt laut deutschem Erbschaftssteuergesetz das Prinzip, dass die Freibeträge umso höher und die Steuerlast umso geringer sind, je näher die Beziehung zum jeweiligen Erblasser ist. Deshalb erhalten Ehegatten sowie Kinder von verstorbenen Personen die höchsten Begünstigungen. Im Gegensatz dazu sind Freibeträge bei Erben ohne Verwandtschaftsverhältnis wie Freunden oder Bekannten wesentlich geringer. Entsprechende Personengruppen werden in drei Steuerklassen unterteilt. Gemäß § 19 ErbStG hängt die Höhe der steuerlichen Belastung eines Erbes von der Erbsumme sowie der Steuerklasse ab.

Foto:(c)angelolucas/pixabay.com
>>Der Text ist keine Steuerberatung und ersetzt diese nicht<<
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