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16.04.2018

Fragen rund um die Kirchensteuer

Mehr als die Hälfte aller Menschen in Deutschland zahlt automatisch Kirchensteuer, wenn sie der katholischen oder evangelischen Konfession angehören und ein Einkommen verfügen. Allerdings wissen nur wenige der 45,5 Millionen Angehörigen der Kirchen in der BRD, was alles mit der Kirchensteuer zusammenhängt, etwa worauf sie die Steuer zahlen und wie sich diese zusammensetzt?

Kirchensteuer | Foto: Brockenhexe/pixabay.com


Worauf wird Kirchensteuer gezahlt?

Die Kirchensteuer wird als Zuschlag auf die Einkommenssteuer, sowie die Lohnsteuer der Kapitalertragssteuer erhoben. Den Abzug der Kirchensteuer bemerken Arbeitnehmer nur, wenn sie am Ende des Monats auf ihre Gehaltsabrechnung schauen, da sie automatisch regelmäßig vom Arbeitgeber abgeführt wird. Weitere Kirchensteuer wird bei Zinsen und Dividendeneinkünften abgezogen. In diesem Fall wird die Steuer von den Geldinstituten ebenfalls automatisch abgezogen. Die Regel greift seit Anfang 2015. Allerdings muss hierfür der geltende Freibetrag überschritten werden. Liegen die Einkünfte unter der Grenze von 801 € monatlich für Singles und 1.602 € für Paare, wird keine Kirchensteuer fällig, wobei die Steuer bei Gemeinschaftskonten je zur Hälfte berechnet wird.

Kirchensteuer auf Grundbesitz und allgemeines Kirchengeld

Einige Kirchenmitglieder müssen auch auf ihren Grundbesitz Steuern abführen. Dies ist allerdings abhängig von den Bistümern und Landeskirchen und nur selten der Fall. Wird eine Grundsteuer von den Bistümern erhoben, richtet sie sich nach einem festen Prozentsatz vom Wert des Grundvermögens. Zudem ist die Art der Nutzung des jeweiligen Grundstücks ausschlaggebend für die Berechnung der Höhe der Kirchensteuer. Hinzu kommt das allgemeine Geld, das örtliche Kirchengemeinden in einigen Regionen der BRD in gestaffelter Höhe von ihren volljährigen Mitgliedern abführen können. Das eingenommene Geld ist an örtliche Projekte gebunden.

Wieviel Kirchensteuer wird abgeführt?

Wieviel Kirchensteuer abgeführt wird, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Mit acht Prozent wird in Bayern und Baden-Württemberg die geringste Kirchensteuer auf Lohn und Einkommen abgeführt, in den anderen Bundesländern beträgt die Kirchensteuer neun Prozent. Hinzu kommt die Steuer auf Kapitalerträge bei den Anlegern. Zusammen mit der Abgeltungssteuer und dem Soli sind in diesem Fall 27,82 Prozent fällig, in den weiteren Bundesländern 27.99 Prozent. Anleger ohne eine Konfessionszugehörigkeit müssen im Vergleich dazu lediglich 26,375 Prozent Abgeltungssteuer plus Soli auf ihre Kapitalerträge abführen.

Die Kirchensteuern bei Paaren mit gemischten Konfessionen

Bei der sogenannten ?glaubensverschiedenen Ehe? gestaltet sich die Einkommenssteuer, die auf beide Einkommen hin berechnet wird, als problematisch für der Kirchensteuer. Um diese korrekt zu berechnen, wird vom Fiskus für beide Partner eine eigene Einkommenssteuer berechnet. Die richtet sich danach, was ein Single auf das entsprechende Einkommen abführen müsste und überträgt es auf die Einkommenssteuer, welche die Partner in Wirklichkeit abführen müssen. Die abgezogene Kirchensteuer richtet sich nach dem abzuziehenden Anteil des Kirchenmitglieds.

Sonderfall: Besonderes Kirchgeld

Bei glaubensverschiedenen Ehen mit einem starken Gefälle beim Einkommen, können sich die Kirchen auf einen Sonderfall berufen, das sogenannte ?Besondere Kirchgeld?. Dieser Sonderfall kann greifen, wenn der Partner, der das hauptsächliche Einkommen bezieht, ohne eine Konfession ist und damit keine Kirchensteuer abführen müsste, und der Partner nur ein geringen oder gar kein Einkommen bezieht. Je nach Höhe des Einkommens können die Kirchen in diesem Fall ein besonderes Kirchgeld verlangen, das gestaffelt zwischen 96 und 3.600 € betragen kann.

>> Der Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar und ersetzt sie nicht.

Foto: Brockenhexe/pixabay.com

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