Login

Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

10.02.2018

Groko: Neue Grundsteuer und Kindergeld für Bauherren

Steigende Mieten und Immobilienpreise führen zunehmend zu Stadtflucht und Obdachlosigkeit, von der längst nicht mehr nur sozial schwache Haushalte betroffen sind. Dieser wachsenden Herausforderung wollen Union und SPD nun Herr werden und haben sich in den Koalitionsgesprächen zu umfassenden Reformen geeinigt.

GroKo Reformen Bauen | Foto:(c) image4you/pixabay.com


Wohnraumprobleme

Die stark steigenden Miet- und Immobilienpreise in zahlreichen Regionen und Großstädten betreffen schon längst auch die Mittelschicht, nicht mehr nur sozial schwache Haushalte. Ganz gleich ob Familien oder Singles, die Stadtflucht hat begonnen, viele Bürger ziehen zunehmend ins Umland, da sie sich die steigenden Wohnkosten nicht mehr leisten können. Überall fehlt es an bezahlbarem Wohnraum sowie an Sozialwohnungen. Um das Problem einzudämmen und wieder erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, haben sich die Vertreter von Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen auf entsprechende Maßnahmen verständigt.

Unterstützung von Familien

Vor allem Familien wurden bei den Koalitionsgesprächen berücksichtigt. Diese werden laut Bernd Althusmann, dem Wirtschaftsminister Niedersachsens, mit einem sogenannten Baukindergeld besonders gefördert. Dieses Baukindergeld sieht eine jährliche Unterstützung in Höhe von 1.200 € pro Kind vor. Mit dieser Förderung soll Familien, denen der Weg zum eigenen Haus aus finanziellen Gründen bislang versperrt war, der Bau eines Eigenheims ermöglicht werden.

Für Haushalte mit Jahreseinkommen von bis zu 75.000 €

Das Kindergeld für die neuen Bauherren wird Haushalten gewährt, die über ein jährliches Einkommen von bis zu 75.000 € verfügen. Hinzu kommt ein Freibetrag pro Kind in Höhe von 15.000 €. Das spezielle Kindergeld wird über eine Dauer von zehn Jahren ausgezahlt. Schätzungen gehen von Kosten von insgesamt 440 Mio. € pro Jahr aus.

Bestehende Grundstücke gewinnen

Allerdings ist nicht nur die Neuschaffung bislang fehlenden Wohnraums eine Herausforderung, sondern auch die Bereitstellung entsprechender Grundstücke, auf denen die neuen Eigenheime entstehen können. Bauland gäbe es genug, doch viele Grundstücke können nicht genutzt werden, da die Eigentümer diese nicht veräußern wollen und verfallen lassen, aus welchen Gründen auch immer. Diese Grundstücke wollen Union und SPD über eine Reform und Modernisierung der Grundsteuer gewinnen, mit der eine Grundstücksspekulation unattraktiv gemacht werden soll.

Spekulation erschweren

Eine solche Forderung wurde zuletzt von der Bundesbauministerin Barbara Hendricks von der SPD formuliert, welche vorsah, dass Kommunen unbebaute Grundstücke, die reif für einen Bau seien, höher besteuern dürfen. Eine solche Maßnahme würde einerseits die Spekulation mit den Grundstücken erschweren und andererseits mehr Geld in das Staatssäckel fließen lassen. Bislang nimmt der Fiskus dank der Grundsteuer knapp 14 Milliarden Euro im Jahr ein.

Verschärfung der Mietpreisbremse

Bei bereits bestehenden Immobilien soll eine Verschärfung der Mietpreisbremse die zunehmende Verknappung bezahlbaren Wohnraums stoppen, da eine Erhöhung der Grundsteuer das Problem nur verschärfen würde. Die höhere Steuer würde an die Mieter weitergereicht und damit die Mieten nur weiter erhöhen. Die Mietpreisbremse, die sich in ihrer bisherigen Form als wirkungslos erwiesen hat, sah bislang vor, dass die Miete bei der Wiedervermietung einer Wohnung lediglich um maximal zehn Prozent über dem Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete angehoben werden darf.

Weniger Umlage bei Modernisierungen

Nun soll zusätzlich die vorherige Miete offengelegt werden, bei einer Modernisierung von Wohnraum sollen Vermieter nur noch acht Prozent der Kosten auf die Miete im Jahr umlegen dürfen statt bisher zehn Prozent. Die Pläne der Groko sehen außerdem vor, dass bis 2021 bis zu 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden sollen, hinzu kommen 2 Milliarden Euro, die dem sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden, so die Pläne der Koalitionsgespräche.

Foto:(c) image4you/pixabay.com

Kostenlos und unverbindlich - den passenden Steuerberater finden Sie hier:
  • 1.Postleitzahl eingeben
  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!

Für Steuerberater
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Kanzlei vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von SteuerberaterScout.