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21.09.2017

Gute Gründe für eine Betriebsratswahl

Die Wahl eines Betriebsrates erleichtert das Arbeitsleben der Mitarbeiter deutlich, da dieser deren Interessen besser vertritt, als es der einzelne Mitarbeiter je könnte. Doch viele Mitarbeiter und Angestellte wissen nur wenig über die Vorteile, die ein Betriebsrat bietet, noch um den ganzen Prozess einer Betriebsratswahl. Dabei ist dies gar nicht so kompliziert, wie oftmals vermutet.

Betriebsrat im Unternehmen | Foto: (c) kamasigns/fotolia.com


Warum einen Betriebsrat gründen?

Mitbestimmung bei arbeitnehmerrelevanten Entscheidungen der Geschäftsleitung, Sicherung der Arbeitnehmerrechte, umfassendere Informationen hinsichtlich arbeitsrechtlicher Belange; die Frage sollte vielmehr lauten, warum die Mitarbeiter eines Unternehmens keinen Betriebsrat gründen sollten. Die Vorteile, die ein Betriebsrat bietet, überwiegen deutlich. Dabei hat der Betriebsrat nicht nur Mitspracherecht in Belangen, welche die Arbeitnehmer direkt betreffen, wie etwa hinsichtlich möglicher flexibler Tätigkeit oder Kurzarbeit, Urlaub sowie der Einhaltung von Verträgen. Der Betriebsrat hat auch das Recht, auf höheren Ebenen Einfluss zu nehmen, beispielsweise bei der Entscheidung wichtiger Unternehmensstrategien.

Der Wunsch nach einem Betriebsrat und die Geschäftsleitung

Die Mitarbeiter und Angestellten eines Unternehmens sind anders als die Maschinen des Betriebs keine seelenlos produzierende Masse, sondern Menschen mit Bedürfnissen, über die nicht einfach verfügt werden kann, sobald sie Lohn beziehen. Allerdings gibt es in nicht wenigen Geschäftsleitungen Vertreter, welche ihre Angestellten als eine Art Verfügungsmasse sehen. Daher kann es vorkommen, dass es zu negativen Reaktionen bis hin zu Mobbing seitens der Geschäftsleitung kommen kann, wenn der Wunsch nach der Gründung eines Betriebsrates geäußert wird.

Unterstützung der Belegschaft sichern

Der Weg bis zur Gründung des Betriebsrates kann daher steinig werden. Die Unterstützung einer breiten Basis der Belegschaft ist in dieser Zeit Gold wert. Zudem ist das Recht auf der Seite der Mitarbeiter, wenn alle Voraussetzungen für eine Betriebsratswahl nach §§ 1, 3, 4, BetrVG (Betriebsverfassungsgesetz) erfüllt sind. Angesichts der Rechte eines Betriebsrates lohnt es sich auch, einen kühlen Kopf zu behalten und die Gründung des Betriebsrates durchzusetzen.

Rechte und Pflichten eines Betriebsrates

Der Gesetzgeber hat einige spezielle Regeln zum Schutz der Betriebsräte festgelegt. So gilt für Angehörige des Betriebsrates ein besonderer Kündigungsschutz nach KSchG (Kündigungsschutzgesetz). Diese Regel greifen jedoch bereits vor der Wahl zum Betriebsrat, so dass diese Regelungen auch bei Bewerbern greifen, die bei einer Betriebsratswahl antreten. Für seine Arbeit erhält der Betriebsrat keine besonderen Vergünstigungen, er übt vielmehr ein Ehrenamt aus.

Kosten für Arbeitsmittel, Schulungen und Seminar

Um dieses Amt ausfüllen zu können, muss der Betriebsrat regelmäßig an Schulungen und Seminaren teilnehmen, auf denen ihm das notwendige und aktuelle Wissen hinsichtlich betriebsrechtlicher Vorgaben vermittelt wird. Für diese Schulungen wird der Betriebsrat von der Arbeit freigestellt. Der Arbeitgeber muss zudem für die Kosten aufkommen, die dem Betriebsrat nach § 40 BetrVG für seine Tätigkeit entstehen.

Die einzelnen Schritte zur Gründung eines Betriebsrates

Sind in dem Betrieb fünf oder mehr Arbeitnehmer tätig, die ständig wahlberechtigt sind, kann der Wahlvorstand bestellt und die Wahl zum Betriebsrat nach bestehender Wahlordnung eingeleitet werden. Der erste Schritt danach ist die Aufstellung der Wählerliste. Dieses Vorhaben kann je nach Größe des Unternehmens recht zeitraubend sein. Dies gilt auch für die Wahlausschreiben, die erlassen werden müssen, sowie für die Vorschläge der jeweiligen Kandidaten, die gesammelt werden sollen. Dann folgt die eigentliche Wahl des Betriebsrates.

Die eigentliche Betriebsratswahl

Die eigentliche Betriebsratswahl ist nach diesem langen Weg nur noch ein kleiner Schritt. Besteht im Unternehmen noch kein Betriebsrat, so dass es sich bei der anstehenden Betriebsratswahl um die Erstwahl handelt, kann diese jederzeit vorgenommen werden, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Besteht bereits ein Betriebsrat, so dass bei der Wahl nur die neuen Mitglieder des Rates gewählt werden, so darf die Betriebsratswahl ausschließlich im 4-Jahres-Turnus zwischen dem 1. März und dem 31. Mai stattfinden. Nach der Stimmabgabe, der Auszählung und der Feststellung des Wahlergebnisses nach §§ 11 - 18 WO (Wahlordnung) steht der neue Betriebsrat für die kommenden vier Jahre fest.

Foto: (c) kamasigns/fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

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