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Haushaltsnahe Tätigkeiten: Schätzung der Kosten möglich



Wer Ausgaben von der Steuer absetzen möchte, sollte daran denken, dass er die Rechnungen der geleisteten Arbeiten aufbewahren sollte, um die in der Steuererklärung eingetragenen Beträge nachweisen zu können. Einzig bei den haushaltsnahen Dienstleistungen wird unter Umständen eine Ausnahme gemacht, wie ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) zeigt.

Haushaltsnahe Dienstleistung | Foto: (c) RonPorter/pixabay.com

Fiskus erkennt hohe Ausgaben pro Jahr an


Dass die Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden können, ist bekannt. Nach §35 Absatz 2 und 3 können pro Jahr Kosten in einer Höhe von bis zu 20.000 € steuerlich geltend gemacht werden. Von diesen 20.000 € senken 4.000 € die Steuerschuld unmittelbar. Allerdings werden nicht alle Ausgaben für haushaltsnahe Arbeiten und Dienstleistungen anerkannt. Um dies zu erreichen, müssen einige Vorgaben erfüllt werden.

Vorliegende Rechnung, klare Unterteilung der Posten

Eine der hauptsächlichen Voraussetzungen zur steuerlichen Absetzbarkeit der Kosten setzt voraus, dass die Ausgaben vom Empfänger der haushaltsnahen Dienstleistungen oder Arbeiten gezahlt werden mussten. Die Zahlung der Kosten muss auf dem Konto des Erbringers der Leistungen erfolgt sein, als Nachweis muss eine entsprechende Rechnung vorliegen. Auf der betreffenden Rechnung müssen zudem die Kosten für die geleistete Arbeit sowie für das verwendete Material von anderen Posten klar abgegrenzt und gesondert aufgeschlüsselt worden sein, da der Abzug der tariflichen Einkommenssteuer nur für die Arbeitsleistung gilt. Ist es nicht möglich, die Kosten für die Arbeitsleistungen gesondert zu ermitteln, können die Steuerbehörden die angegebenen Ausgaben ablehnen.

Schätzung der Kosten bislang strittig


Der Kompromiss einer Schätzung der Arbeitsleistung durch den Steuerpflichtigen war bislang nicht möglich, der Fiskus hat dies nicht zugelassen. Diese Haltung wurde durch ein geltendes Schreiben des BMF bekräftigt, in welchem noch einmal klar darauf hingewiesen wurde, dass eine Schätzung der Arbeitsleistung einer haushaltsnahen Dienstleistung nicht möglich sei. Dieser Standpunkt kann jedoch von Betroffenen zumindest angefochten werden. Dies kann gelingen, indem sie sich auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs berufen, das im Jahr 2014 gesprochen wurde. Diese Option gilt allerdings weiterhin als umstritten.

Schätzung der Kosten vom BFH nicht beanstandet

In dem im Jahr 2014 gesprochenen Urteil des BFH entschieden die Richter, die Schätzung der Kosten im Falle einer haushaltsnahen Arbeit nicht zu beanstanden. In ihrem Urteil begründete das Gericht seine Entscheidung mit dem Beispiel der Ausgaben für einen Hausanschluss, bei dessen Installation die Kosten der Arbeit über die Ersatzbeiträge des Zweckverbands verrechnet wurden. Die abzugsfähigen Ausgaben wurden auf 42,5 % geschätzt, da die tatsächlichen Kosten für die Tätigkeiten im Nachhinein nicht ermittelt werden konnten. Ein Urteil des FG Nürnberg aus dem folgenden Jahr stützte die Ansicht des BFH.

Sogar bis zu 60 % möglich

Ebenso das FG Sachsen, das einen Fall zu verhandeln hatte, in dem ein Zweckverband die Kosten für die Produktion von Mischwasserleitungen zu tragen hatte. Das Gericht entschied in diesem Fall, sogar 60 % der Ausgaben als abzugsfähig zuzulassen. Vom Finanzamt wurden die abzugsfähigen Kosten allerdings dennoch nicht anerkannt, da es nicht nachvollziehen konnte, in welchem Ausmaß die Ausgaben zum Baukostenzuschuss hinzugerechnet werden konnten. Eine Revision wurde vom Gericht zugelassen.

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Möglichkeit des Einspruchs nutzen

Eine endgültige Klärung, inwieweit die Ausgaben für die haushaltsnahen Tätigkeiten für den Fiskus geschätzt werden können, steht daher noch aus. Hauptsächlich wird die Frage der Ermäßigung von der Steuer für Baukostenzuschüsse behandelt, wenn von diesen die Kosten für die Arbeitsleistungen beglichen werden. Bis zur endgültigen Klärung gelten die Urteile des FG Nürnberg und des BFH. Betroffene können daher weiterhin Einspruch gegen Urteile einlegen.

Der Text stellt keine steuerliche Beratung dar und ersetzt diese nicht.
Foto: (c) RonPorter/pixabay.com
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