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16.06.2017

Höhere steuerliche Belastung für Kleinanleger

Im kommenden Jahr kommt auf Kleinanleger einiges zu. Wenn Anteile an offenen Immobilienfonds verkauft werden, wird der Ertrag künftig versteuert. Allerdings wird auch ein Freibetrag gewährt, bei dem keine Steuern anfallen. Doch ein weiterer Nachteil kann für Kleinsparer anfallen, weil der Fiskus die Quelle der Fonds direkt ins Visier nimmt.

Beteiligung an Immobilienfonds immer noch sehr beliebt

Immobilienfonds Kleinsparer | Fotolia (c) : nmann77/ fotolia.com

Die Beteiligung an offenen Immobilienfonds ist immer noch eine beliebte Geldanlage in Deutschland. Auch für Kleinsparer ist dies eine begehrte Option. Dies nicht zuletzt aus dem Grund, dass Erträge aus diesen Fonds nach zehn Jahren Haltedauer steuerlich nicht geltend gemacht werden mussten und befreit waren. Damit soll ab kommendem Jahr allerdings Schluss sein. Ab dem 1. Januar 2015 müssen deutsche Immobilienfonds aus dem Fondsvermögen auf einige inländische Erträge 15 % Steuern abführen.

Die Quelle wird direkt besteuert

Die Neuerung ist, dass bislang allein der Anleger selbst im Visier des Fiskus war und steuerlich zur Kasse gebeten wurde, der deutsche Fonds allerdings nicht. Ab kommendem Jahr gerät jedoch der Fonds direkt in das Blickfeld des Fiskus, ab diesem Zeitpunkt wird direkt an der Quelle besteuert. Künftig werden Mieterträge, Gewinnerträge aus verkauften Immobilien sowie Dividenden aus Immobilienfonds versteuert werden, soweit es inländische Einkünfte der Fonds betrifft.

Weniger Erträge für Kleinanleger

Für private Sparer soll die direkte steuerliche Belastung unter dem Strich nicht steigen, so das Urteil des BVI, des deutschen Fondsverbands. Allerdings sind Kleinanleger, die wenige oder keine Steuern auf ihre Anlage zahlen, dennoch betroffen. Sie zahlen weiterhin keine Steuern, doch wenn der Fiskus seinen Anteil direkt am Fonds abschöpft, haben auch Kleinanleger weniger Erträge, da weniger Geld beim Sparer ankommt. Laut Bundesfinanzministerium soll die Mehrbelastung für Kleinanleger lediglich um drei Euro pro Jahr steigen. Doch stimmt das wirklich?

Immobilienfonds werden direkt mit 15 % besteuert

Laut BVI ist dies nicht der Fall. In diesem Jahr fängt die pauschale Kapitalertragsteuer bei Freibeträgen in Höhe von 801 € bei Alleinstehenden und 1.602 € bei Eheleuten die Erträge ab. Im kommenden Jahr werden die Immobilienfonds bei den Erträgen aus Verkäufen und den erhaltenen Mieten direkt mit 15 % besteuert. Die Körperschaftsteuer greift dann, noch bevor der erste Euro an die Anleger ausgezahlt wird.

Eine Übergangsregelung mildert die Folgen der neuen Regelung ab

Die Gewinne müssen; anders als bislang; ab kommendem Jahr auch versteuert werden, wenn sich das Gebäude mehr als zehn Jahre im Bestand des Inhabers eines Fonds befunden hat. Dies würde die Anleger allerdings über die Maßen belasten, wenn diese Regel sofort für alle Fonds und Objekte gelten sollte, deshalb wurde eine Übergangsregel vereinbart, welche die höhere Last auf die Fonds ein wenig abmildert.

Vor allem Kleinverdiener betrifft die neue Regelung

Dennoch erhalten die Anleger ab dem Stichtag 01. Januar 2018 unter dem Strich aus ihrer Fondsanlage weniger Ertrag als vorher. Vor allem Kleinverdiener, welche die steuerliche Belastung dank der Nichtveranlagungsbescheinigung des Fiskus noch bis Ende 2017 abwehren können, werden dies im Geldbeutel spüren. Bis Ende des Jahres bleiben bei privaten Anlegern je nach Familienstand und der Höhe der Ausschüttung bei einer Anlage von bis zu 50.000 € bis zur Neuregelung noch steuerfrei, danach greift der Fiskus zu.

Fotolia: (c) nmann77/ fotolia.com
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