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Hohe Steuerbelastung bremst digitale Unternehmen aus



In digitalen Bereichen ist Deutschland deutlich investitionsfeindlicher als andere Länder. Forschung und Entwicklung werden aufgrund der hohen steuerlichen Belastung gehemmt. Dies hat Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Andere Länder sind da deutlich weiter.

Start-ups als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung

Digitale Wirtschaft | Foto: (c) sdecoret/ fotolia.com

Die Digitalisierung ist weltweit eines der wichtigsten Standbeine der wirtschaftlichen Entwicklung, vor allem Start-ups sind nicht mehr wegzudenken. Viele Länder unterstützen daher die jungen und auch die eingesessenen Unternehmen mit steuerlichen Vergünstigungen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Italien, Ungarn und Irland sind für digital Natives und Start-ups sehr attraktiv, da die Standorte die Unternehmen mit niedrigen Steuern anlocken. Die BRD hingegen hat die Zeichen der Zeit offenbar noch nicht erkannt, was sich langfristig negativ auswirken kann.

Defizite ausgerechnet bei hochtechnisierten Industrieländern

Ein internationaler Vergleich, der von der Steuer- und Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) durchgeführt wurde, offenbart Erstaunliches. In dieser Studie zeigte sich, dass gerade die hochtechnisierten Industrieländer wie die USA und Japan die letzten beiden Plätze bei der Steuerbelastung für digitale Unternehmen belegen. Die BRD, die ebenfalls als wichtiger Industriestandort gilt, belegt in dem internationalen Bereich den drittletzten Platz.

Deutschland auf dem drittletzten Platz

Der durchschnittliche Steuersatz beträgt der Untersuchung zufolge zwischen minus zehn und plus 25 Prozent. In Deutschland werden die Unternehmen mit 23 Prozent belastet. Die Kapitalkosten für digitale Unternehmen betragen laut der Studie zwischen minus vier und plus sechs Prozent. Diese Kosten sind besonders in Ungarn, Italien und Frankreich niedrig, wodurch die Unternehmen in diesen Ländern besonders wettbewerbsfähig sind. In diesem Wert konnte sich die BRD zumindest auf den 28. von den 33 Plätzen der Studie retten.

Abwanderung der digitalen Unternehmen kann drohen

Dies könnte sich negativ auswirken, insbesondere weil gerade digitale Geschäftsmodelle sehr mobil sind. Daher ist die steuerliche Belastung der Investitionsstandorte ein sehr relevantes Thema, so der PwC-Leiter des Bereichs industrielle Produktion und Tax-Partner Frank Schmidt. Die mittel- und langfristige Konsequenz dürfte daher abzusehen sein. Digital Natives können von jedem Ort aus arbeiten und werden die Wahl für den Standort ihres Unternehmens daher nach den steuerlichen Bedingungen ausrichten, die in den jeweiligen Regionen vorherrschen und das Unternehmen bei Bedarf flexibel verlegen.

Zu geringe steuerliche Förderung in Forschung und Entwicklung

Die Autoren der Studie haben in ihrer Auswertung auch spezielle Probleme ausgemacht, die gerade in der BRD vorherrschen. So habe der Standort Deutschland vor allem bei der steuerlichen Förderung in Entwicklung und Forschung einen deutlichen Bedarf. Diese Förderung für digitale Geschäftsmodelle könnte um bis zu sechs Prozent gesenkt werden. Hinz kommt die Möglichkeit einer großzügigen Abschreibung für Investitionsgüter im digitalen Segment.

Senkung der Kapitalkosten erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen

Solche neuen Regelungen wirken sich stark auf die Kapitalkosten der Unternehmen. Dass diese Überlegung keine Utopie ist, zeigen die Standorte Frankreich und Dänemark, in denen solche Abschreibungen üblich sind. Dies würde das Investitionsverhalten der Unternehmen bedeutend stärken und den Standort Deutschland im digitalen Bereich deutlich wettbewerbsfähiger machen.

Foto: (c) sdecoret/ fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

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