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Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

14.09.2018

Keine steuerliche Absetzbarkeit von Ausgaben gegen Burnout

Der Fiskus greift den Bundesbürgern in vielen Fällen unter die Arme, wenn sie an einer schweren oder chronischen Krankheit leiden. Der Burnout, der nach und nach zur Volkskrankheit Nummer eins wird, gehört leider bislang nicht zu den Krankheiten, bei denen der Fiskus einspringt. Es sei denn, es kann zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die Erkrankung beruflichbedingt ist. Ein kaum mögliches Unterfangen.

Burnout - Eine Erkrankung auf dem Vormarsch

Burnout Kosten | Foto:(c) Pexels/pixabay.com

Der Stress des modernen Alltags macht den Menschen zunehmend zu schaffen. Das Leben fordert immer mehr. Der Lärm der Großstadt lässt keinen zur Ruhe kommen, schädliche Umwelteinflüsse tun ihr übriges. Viele Arbeitnehmer leiden zudemunter der ständigen Erreichbarkeit, die der Chef von ihnen verlangt.Wohl dem, der einen Ort hat und genug Zeit, um sich zu erholen. Doch vor allem in Ballungszentren ist dies Mangelware. Daher ist es kein Wunder, dass die ständige Überforderung ihren Tribut opfert.Ständige Müdigkeit und Lustlosigkeit nehmen zu, die Depression ist nicht mehr fern; der Burnout wird zur Volkskrankheit.

Zweifelsfreier Nachweis der beruflichen Ursachen einer Erkrankung

Bei zahlreichen Erkrankungen, die durch den stressigen Berufsalltag verursacht werden, können Betroffene aufdie Hilfe des Fiskus zählen, damit die Ausgaben für die Genesung kein zu großes Loch in die Haushaltskasse reißen. Die Kosten, diedurch eine Erkrankung verursacht werden, können in diesem Fall als Werbungskosten abgesetzt werden. Beim Burnout ist dies hingegen anders, der Fiskus greift nur selten helfend unter die Arme. Denn umauf die Hilfe des Fiskus zurückgreifen und die Ausgaben für die Genesung von einer Krankheit steuerlich absetzen zu können, muss zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die Erkrankung beruflichbedingt ist.

Fall vor dem Finanzgericht (FG)

So lautete auch die Begründung des FG München, vor dem ein Betroffener klagte. Er wollte erreichen, dass das Finanzamt die Ausgaben für die selbst getragenen Kosten als Werbungskosten anerkennt, die durch seine Burnout-Erkrankung verursacht wurden. Diese betrugen rund 8.400 €. Das Finanzamt erkannte die Kosten allerdings nicht an und verweigerte die steuerliche Absetzbarkeit der Ausgaben als Werbungskosten. Das FG München wies die Klage des Betroffenen ab und schloss sich der Entscheidung des Finanzamts an.

Vorgelegtes Attest nicht ausreichend

In seiner Begründung gab das Gerichtan, dass ein zweifelsfreier Nachweis erbracht werden muss, dass die Erkrankung beruflich bedingt ist. Dies ist beim Burnout jedoch nicht möglich, da die Erkrankung zahlreiche Ursachen haben kann und sie nicht ausschließlich auf den Beruf zurückgeführt werden kann.Damit ist ein Burnout nicht mit anerkannten Berufskrankheiten vergleichbar wie etwa mit der Staublunge eines Bergmannes. Der Kläger konnte tatsächlich auch lediglich ein Attest vorlegen, aus dem lediglich ein diffuses Bild seiner Beschwerden ersichtlich wurde,jedoch nicht der Zusammenhang mit seinem Beruf.

Keine Zwangsläufigkeit der Kostenübernahme

Auch der BFH schloss sich in einem weiteren Verfahren dem Urteil des FG München an. Eine ausschließliche Kausalität zum Beruf sei bei Burnout nicht nachzuweisen, selbst wenn eine starke emotionale Belastung, die durch den Beruf ausgelöst wird, der Grund für den Burnout ist. Aus diesem Grund ließ sich auch keine Zwangsläufigkeit der Kostenübernahme durch das Finanzamt begründen. Der einzige Ausweg, die Kostenübernahme dennoch zu erreichen und die Ausgaben steuerlich abzusetzen, ist ein Attest vom Arzt, das bereits vor Behandlungsbeginn erstellt wurde. Ein solches wird vom Fiskus akzeptiert.


Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt diese nicht.

Foto:(c) Pexels/pixabay.com


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