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Kleine Reform der Mehrwertsteuer im Online-Handel



Das "Neuland" gehört für die meisten Menschen zum alltäglichen Leben, nun entdeckt auch der Fiskus zunehmend das Internet und passt sein Steuersystem schrittweise den Gegebenheiten des Handels im Netz an. Mit einer Reform der Mehrwertsteuer soll nun vor allem der grenzüberschreitende Handel deutlich erleichtert werden.

Online Handel Mehrwertsteuer | Foto: (c) bongkarn/fotolia.com


Online-Handel boomt

Gerade in der Vorweihnachtszeit sind die Auswirkungen der digitalen Revolution am deutlichsten spürbar. Zwar sind die Innenstädte und Kaufhäuser traditionell weiterhin mit Menschen überfüllt, die ihre Weihnachtsgeschenke auf klassische Weise kaufen. Doch wer genauer hinsieht, erkennt, dass der Handel im Internet boomt wie nie. Vor allem bei Einkäufen im Ausland lassen sich zahlreiche Schnäppchen machen, wobei den Einkäufern der Stress im Kaufhaus erspart bleibt. Nach wenigen Klicks ist die Ware auf dem Weg nach Hause. Ein wenig verspätet erkennt auch der Fiskus nun die Segnungen des Handels im Internet. Mit den neuen Regelungen soll den Unternehmen der Handel im Internet erleichtert werden.

Einigung der Wirtschafts- und Finanzminister der EU-Mitgliedsstaaten

Die angestoßene Reform ist grenzübergreifend und betrifft vor allem die Mehrwertsteuer, da es in den vergangenen Jahren in mehreren Ländern zu beträchtlichen Verlusten bei dieser Steuer im grenzüberschreitenden Handel gekommen ist. Die Wirtschafts- und Finanzminister der EU-Mitgliedsstaaten haben daher nach Verhandlungen am 5. Dezember 2017 eine entsprechende Einigung getroffen, welche von der EU-Kommission begrüßt wurde.

Erleichterungen für Kleinstunternehmen

Die Reform soll nicht nur den Finanzministerien helfen, Verluste bei der Mehrwertsteuer zu vermeiden. Auch Start-ups, Kleinstunternehmen und kleine und mittlere Unternehmen, kurz KMU, sollen von den neuen Regelungen profitieren, da es ihnen erleichtert wird, Waren im grenzüberschreitenden Handel im Internet zu kaufen und zu verkaufen. So wurden vereinfachte Verfahren auf die Mehrwertsteuer für Kleinstunternehmen bei grenzüberschreitenden Verkäufen von Waren auf 10.000 € pro Jahr festgesetzt, wobei die Vorschriften des jeweiligen Landes gelten, in dem das betreffende Unternehmen sitzt.

Regelungen für kleine und mittlere Unternehmen

Von dieser Regelung profitieren immerhin rund 430.000 Unternehmen in Europa, die als Kleinstunternehmen geführt werden und die im Online-Handel tätig sind. Ähnliche vereinfachte Verfahren bei der Mehrwertsteuer gelten für kleine und mittlere Unternehmen beim grenzüberschreitenden Handel im Internet im Wert von bis zu 100.000 € pro Jahr. Die neuen Regelungen bei der Mehrwertsteuer für die Kleinstunternehmen sowie für kleine und mittlere Unternehmen treten ab dem 1. Januar 2017 in Kraft.

Online-Portal erleichtert Registrierung

Eine weitere Erleichterung für die Unternehmen, die im Onlinehandel tätig sind, stellt ein Online-Portal dar, über welches die Pflichten zur EU-Mehrwertsteuer wahrgenommen werden können. Dank dieses Portals muss die Registrierung der Mehrwertsteuerpflicht nicht mehr in jedem Land einzeln vorgenommen werden, in welchem ein Unternehmen handeln möchte. Damit wird der grenzüberschreitende Verkauf von Waren per Internet deutlich vereinfacht und eines der größten Hindernisse für Kleinunternehmen abgeschafft, wie Unternehmen stets kritisierten. Das Portal wird in allen Mitgliedsländern einheitlich angeboten und kann in der jeweiligen Landessprache genutzt werden.

Große Unternehmen in der Verantwortung

Große Unternehmen und Marktplätzen im Internet wie Amazon und Ebay hingegen werden mit der Neuregelung der Mehrwertsteuer mehr Verantwortung übertragen. Sie sollen zunehmend dafür sorgen, dass beim Online-Handel die Mehrwertsteuer zuverlässig abgeführt wird. Vor allem, wenn Unternehmen in Drittländern Waren in der EU an Verbraucher verkaufen, sollen die großen Unternehmen ein Auge auf die Abfuhr der Mehrwertsteuer haben. Darunter fallen künftig auch Waren, die bereits in Warenlagern innerhalb der EU lagern, um sie ohne Abfuhr der Mehrwertsteuer innerhalb der EU zu verkaufen.

Foto: (c) bongkarn/fotolia.com

>>Der Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar und ersetzt sie auch nicht.

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