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04.12.2017

Kosten für Burnout nicht steuerlich absetzbar

Berufskrankheiten greifen immer mehr um sich und verursachen hohe Kosten durch ihre Behandlung. Von diesen Kosten sind nicht nur die Krankenkassen betroffen, sondern auch die Erkrankten selbst. Den Betroffenen greift der Fiskus unter die Arme,allerdings nur, wenn zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, wenn die Krankheit ausschließlich beruflich bedingt ist. Dies ist in vielen Fällen, etwa bei einer sehr weit verbreiteten Erkrankung nicht möglich.

Kosten bei Burnout absetzbar? | Foto: (c) K.C. / fotolia.com


Volkskrankheit Burnout

Wer sich dauerhaft müde und schlappfühlt, kein Interesse an geliebten Hobbys hat und auch keine Freude mehr bei familiären Aktivitäten und Unternehmungen mit Freunden hat, kann auf dem besten Weg zu einem Burnout sein. Burnout betrifftschon lang nicht mehr dauergestresste Führungspersonen und Manager,sondern hat sich zu einer wahren Volkskrankheit entwickelt, die alle Schichten der Bevölkerung durchzieht. Oftmals ist der Auslöser eine Über- oder Unterforderung im Beruf.

Viele Ursachen

In diesem Fall greift der Fiskus den Betroffenen wie bei anderen beruflichen Erkrankungen auf dem Weg zur Genesung unter die Arme. Allerdings trifft dies nur in seltenenFällen zu, denn Burnout wird von vielen Faktoren ausgelöst und istnicht nur beruflich bedingt. Damit die Kosten für die Behandlungeiner Krankheit als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werdenkönnen, muss jedoch zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass diese ausschließlich durch die berufliche Tätigkeit verursacht wurde.

Klage vor dem FG

Dies ist bei Burnout anders als bei weiteren Erkrankungen wie etwa bei der Staublunge eines Bau- oder Bergarbeiters in der Regel nicht ohne weiteres möglich. Dies war auch die Argumentation des Finanzgerichts (FG) München. In diesem Fall behandelte das FG die Klage eines Arbeitnehmers, der die hausärztlichen und selbst getragenen Kosten für seine Burnout-Erkrankung in Höhe von knapp 8.400 € als Werbungskosten beim Finanzamt steuerlich geltend machen wollte. Das Finanzamter kannte die Kosten allerdings nicht an.

Lediglich diffuses Bild

Das FG gab in der folgenden Verhandlung dem Finanzamt Recht, woraufhin der Kläger vor den Bundesfinanzhof(BFH) zog, um seine Behandlungskosten steuerlich geltend machen zukönnen. Der BFH entschied allerdings ebenfalls nicht im Sinne desKlägers. Beim Kläger liege laut Attest lediglich ein diffuses Bildkörperlicher und psychischer Beschwerden vor, bei welchen kein klarer Zusammenhang zu seiner beruflichen Tätigkeit hergestellt werden könne.

Nachweis nicht erbracht

Nur wenn die Beschwerden ganz oderwenigstens teilweise jedoch eindeutig nachgewiesen durch den Beruf veranlasst sind, können die selbst getragenen Kosten für die Behandlung als Werbungskosten geltend gemacht werden, lautete dieBegründung des BFH. Dieser Nachweis wurde im vorliegenden Fall nicht erbracht, so das abschließende Urteil des Gerichts. Mit dieserBegründung folgte der BFH einem Urteil des FG München, das bereitsim Jahr 2013 gefällt wurde.

Keine Kausalität gegeben

Bereits damals entschied das FGMünchen, dass die Kosten für die Behandlung von Burnout nicht als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden können. Zwar könne einesolche Erkrankung durch eine starke berufsbedingte emotionale Belastung verursacht werden. Allerdings muss eine Erkrankung eine nahezu ausschließliche Kausalität zum Beruf aufweisen, um die Kosten steuerlich geltend zu machen. Dies sei bei Burnout nicht der Fall.

Ausweg Attest

Im vorliegenden Streitfall waren die Kosten für die Behandlung ebenfalls nicht als außergewöhnliche Belastungen absetzbar, da die Zwangsläufigkeit der Kosten nicht ersichtlich war. Dies wäre nur möglich gewesen, wenn ein ärztlichesAttest vorgelegen hätte, das bereits vor Beginn der Behandlung ausgestellt worden wäre, so dass sich eine Zwangsläufigkeit der Kosten ergeben hätte. Ein solches Attest vor Behandlungsbeginn wird vom Finanzamt anerkannt.

Foto: (c) K.C. / fotolia.com

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