Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Krankenversicherung: Wer Beiträge einspart, spart nicht bei Steuern



Gesund und fit bis ins hohe Alter, dies ist der Traum, den viele Menschen haben. Idealerweise soll dieser Traum möglichst preiswert umgesetzt werden, da viele Angebote zur gesundheitlichen Vorsorge nicht kostenlos zur Verfügung stehen. In diesem Fall soll der Fiskus unterstützend aushelfen. Allerdings ist dies, anders als viele Menschen hoffen, nur in wenigen Fällen möglich.

Krankenkasse und Steuern | Foto: (c) marcus_hofmann/fotolia.com


Basisausgaben für Kranken- und Pflegeversicherung werden anerkannt

Der Fiskus unterstützt den Wunsch der Deutschen, möglichst lange gesund und fit zu bleiben. So können etwa die regelmäßigen Ausgaben für die Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich geltend gemacht werden. Damit diese Kosten in der Steuererklärung als Sonderausgaben anerkannt werden, müssen die Kassen die Höhe der geleisteten Beiträge lediglich auf elektronischem Wege an das jeweilige Finanzamt senden. Ein Vorgang, der in der Regel ohne viel Federlesens geschieht.

Privat Versicherte profitieren doppelt

Vor allem privat Versicherte profitieren dabei von den sogenannten Beitragserstattungen. Dabei handelt es sich um Zahlungen, die vorgenommen werden, wenn Versicherungsnehmer keine Schäden geltend machen, entweder, weil keine erlitten wurden oder erlittene Schäden nicht bei der Kasse angegeben werden. Allerdings sind dies in der Regel bereits alle Vorteile, welche der Fiskus diesbezüglich bietet. Zahlungen, die darüber hinaus vorgenommen werden, können in der Regel nicht steuerlich geltend gemacht werden.

Verringerte Ansprüche bei Krankengeld und Beitragserstattungen

Um möglichst viel Geld bei der Gesundheitsvorsorge zu sparen, beschränken sich jedoch viele Menschen auf Zahlung der Beträge für die Basisabsicherung und hoffen auf die weitere Hilfe des Fiskus. Allerdings verrechnen sie sich dabei in der Regel. Bereits beim Anspruch auf Krankengeld etwa verringern sich die steuerlich abzugsfähigen Beiträge um vier Prozent, auch Beitragserstattungen bei nicht privat Versicherten senken die steuerlich abzugsfähigen Beiträge.

Stellen Sie eine unverbindliche Anfrage
Hier finden Sie kostenlos einen Steuerberater:

Selbst gezahlte Kosten für krankheitsbedingte Aufwendungen

Wer Zahlungen für krankheitsbedingte Aufwendungen selbst vornimmt und damit rechnet, von der Krankenkasse eine Beitragsrückerstattung zu erhalten, weil keine Schäden geltend gemacht werden, verrechnet sich in der Regel ebenfalls. Vor allem, wenn die gezahlten Kosten beim Fiskus angegeben werden sollen. Solche selbst getätigten Zahlungen für krankheitsbedingte Kosten werden nicht steuerlich anerkannt und können daher nicht in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Dies entschied das Finanzgericht Berlin-Brandenburg in einem aktuellen Fall.

Zahlungen sind weder außergewöhnliche Belastungen noch Sonderausgaben

Als Grund gab das Gericht an, dass solche Aufwendungen weder als außergewöhnliche Belastungen noch als Sonderausgaben gelten. Die Kosten für die selbst gezahlten Aufwendungen entstünden nicht zwangsläufig, so das Gericht weiter. Der Versicherte könne sich vielmehr an seine Versicherung wenden und die Kosten von dieser bezahlen lassen. Der Versicherte könne sich den Kosten somit entziehen, wenn der Verzicht auf die Möglichkeit einer Erstattung der Beiträge wirtschaftlich vernünftiger ist.

Frage noch nicht höchstrichterlich entschieden

Im vorliegenden Fall lässt sich darüber streiten, welche Entscheidung für den Versicherten wirtschaftlich günstiger ausgefallen wäre. Dieser hatte Kosten in Höhe von 1.000 € für eine Behandlung selbst übernommen, da die Rückerstattung der Beiträge von der Versicherung höher gewesen wäre, als die übernommenen Ausgaben. Allerdings kann der Betroffene noch hoffen, denn bislang ist die Frage nach der Zwangsläufigkeit der selbst gezahlten Beiträge im Hinblick auf eine Erstattung der Beiträge noch nicht höchstrichterlich entschieden.

Rechtsweg steht in vergleichbaren Fällen weiterhin offen

Eine Revision wurde bislang jedoch noch nicht eingelegt, obwohl das Finanzgericht Berlin-Brandenburg diese zugelassen hatte. Mit der Möglichkeit der Revision steht auch für andere Betroffene in einem vergleichbaren Falle der Rechtsweg weiterhin offen.

Foto: (c) marcus_hofmann/fotolia.com


Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

Für Steuerberater
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Kanzlei vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von SteuerberaterScout.

Kostenlos und unverbindlichFinden Sie einen passenden Steuerberater in Ihrer Nähe

  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!