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Kurze Strecken zur Arbeit zu pendeln ist zumutbar



Für Arbeitnehmer und Selbstständige ist die doppelte Haushaltsführung ein Segen, schließlich lassen sich mit diesem Modell hohe Summen vom Fiskus zurückholen. Allerdings stellt dies in der Regel eine Herausforderung dar. Bevor Arbeitnehmer in den Genuss dieses Steuervorteiles kommen, müssen sie einiges auf sich nehmen. Doch die Arbeitnehmer kämpfen weiterhin darum, dass die Vorgaben des Fiskus gelockert werden.

Doppelte Haushaltsführung

Doppelte Haushaltsführung bei Pendlern | Foto: (c) Federico Rostagno/fotolia.comHeutzutage befindet sich der Arbeitsplatz nicht mehr ganz selbstverständlich auch im Wohnort. Tatsächlich liegt der Arbeitsort bei vielen Arbeitnehmern so weit entfernt vom Wohnort, dass es sich nicht lohnt, jeden Tag nach Feierabend nach Hause zu fahren. Das Resultat sind oft nervenaufreibende Wochenendbeziehungen, die zudem viel Geld kosten und eine zweite Wohnung angemietet werden muss. Um die Flexibilität der Arbeitnehmer zu erleichtern, können die Kosten für beide Wohnungen über die doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend gemacht werden, sofern die Bedingungen beachtet werden.

Die Voraussetzungen für die doppelte Haushaltsführung

Die wichtigsten Voraussetzungen für die doppelte Haushaltsführung liegen in der Wahl der Wohnungen begründet. So muss der Lebensmittelpunkt immer noch der eigentliche Wohnort sein, die Zweitwohnung muss vom Lebensmittelpunkt getrennt sein und darf ausschließlich beruflichen Zwecken gelten. Diese zweite Wohnung muss zudem über einen eigenen Hausstand verfügen. Doch diese Formulierungen waren bislang missverständlich. Mit der Frage, was als zweite Wohnung gilt, beschäftigte sich nun das Finanzgericht Baden-Württemberg.

Zweitwohnung: Nicht die Entfernung der Wohnungen ist entscheidend

Das Gericht differenzierte in seinem Urteil, dass bei der Zweitwohnung nicht die kommunale Gliederung einer Region sowie die Entfernung von Erstwohnung und Arbeitsplatz verstanden werden. In die Kategorisierung fallen zudem die Verkehrsanbindung und die Erreichbarkeit der Verkehrsmittel. Abhängig davon ist die besondere Situation im Arbeitsablauf eines Arbeitnehmers. Weiter urteilten die Richter, dass Strecken von einer Stunde Fahrzeit durchaus zumutbar sind.

Revision beim BGH zugelassen

Damit ist die Frage nach der zumutbaren Entfernung von Wohnort und Arbeitsplatz allerdings immer noch nicht abschließend geklärt, weshalb das Finanzgericht Baden-Württemberg die Revision gegen das Urteil gewährt hat. Das Revisionsverfahren wurde bereits an das BGH weitergegeben. Erkennt das Finanzamt die Zweitwohnung an, können allerdings bereits heute weitere Kosten im Zusammenhang mit der Zweitwohnung steuerlich geltend gemacht werden.

Zusätzliche Aufwendungen bei der Anerkennung der Zweitwohnung geltend machen

Dass sowohl die Aufwendungen für die Suche nach einer angemessenen Zweitwohnung steuerlich geltend gemacht werden können, ebenso der Umzug in dieselbe und die Einrichtung des Hausstandes, dürfte bekannt sein. Weniger bekannt ist der Umstand, dass auch Verpflegungsmehraufwendungen, die wöchentlichen Fahrten nach Hause sowie die Fahrten zum Arbeitsort anerkannt werden, zumindest die erste und die letzte Fahrt.

Reisekosten für die Familie und Telefonkosten

Ist man gezwungen, über das Wochenende am Arbeitsplatz zu bleiben, weil etwa Rufbereitschaft herrscht, zählt die Zweitwohnung ebenfalls als Lebensmittelpunkt, so dass die Kosten für Fahrten von Partnern und Kindern zur Zeitwohnung ebenfalls steuerlich anerkannt werden. Kann die Familie hingegen nicht zur Zweitwohnung, werden die Telefonkosten steuerlich anerkannt. Allerdings muss dafür auf die steuerliche Erstattung der Aufwendungen für die Heimfahrt verzichtet werden.

Foto:(c) Federico Rostagno/fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

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