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Nach dem Brexit: Wird England nun zur Steueroase?


Kaum ist der Brexit beschlossen, ist bei unzähligen Einzelpersonen wie auch Unternehmen und Konzernen Panik ausgebrochen. Wie wirkt sich diese Entscheidung auf die Wirtschaft aus? Hat das Referendum Folgen auf den Handel? Und genau in diesen Tagen kündigt der britische Schatzkanzler George Osborne die Zukunft Englands als Steuerparadies an. Ernsthafte Perspektive oder Verzweiflungstat?

Steuerparadies Großbritannien?

Großbritannien als Steueroase nach dem Brexit

Irland macht es bereits seit Jahren erfolgreich vor. Durch einen Niedrigsteuersatz von nur 12,5 Prozent für Konzerne konnte sich die grüne Insel bereits Giganten wie Google und Facebook ins Land holen. Nach dem Brexit will England nun nachziehen. Die aktuelle Körperschaftssteuer von 20 Prozent soll auf unter 15 Prozent gesenkt werden ? so zumindest prognostiziert es George Osborne.

Mit dieser Ankündigung so kurz nach dem Referendum macht sich Großbritannien wahrlich keine Freunde. Schon jetzt bekunden einige EU-Länder ihren Unmut hinsichtlich dieser Art des Steuerwettbewerbs. Osborne jedoch schildert vor allem die positiven Auswirkungen für Großbritannien. Viele Unternehmen in Großbritannien sind nach dem Brexit stark verunsichert. Mit der Senkung der Steuern soll verhindert werden, dass wichtige Unternehmen nicht ins Ausland abwandern. Osborne möchte so die Wettbewerbsfähigkeit auch nach dem EU-Austritt sichern. Seiner Meinung nach würde Großbritannien durch diesen Schritt zu einer ?super wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft?.

Was ist eine Steueroase?

Eine genaue Definition für Steueroasen gibt es an sich nicht. Im besten Falle sind sie mit besonders niedrigen Steuern für Unternehmen positiv konnotiert. Meist jedoch hat der Begriff einen eher negativen Klang und steht auf einer Stufe mit Steuerhinterziehung, Briefkastenfirmen oder sogar Geldwäsche. Viele denken bei einem Steuerparadies direkt an kleine geheime Tropeninseln irgendwo in den Weiten des Pazifiks, auf denen die großen Weltkonzerne ihre Scheinunternehmen aufbauen.

Die Institution Tax Justice Network ermittelt den Financial Secrecy Index, den sogenannten Schattenfinanzindex, und deckt somit auf, in welchen Ländern es besonders einfach ist, Steuern zu umgehen und Gelder geheim zu halten.

Neben solchen Exoten wie Bermuda und Bahrain werden im Schattenfinanzindex auch die USA, Luxemburg, die Schweiz und Deutschland aufgezählt. Keines dieser Länder möchte sich jedoch offiziell mit dem dubios anmutenden Begriff der Steueroase schmücken. Insbesondere nach Panama konnte sich das Thema nicht mehr blütenweiß reinwaschen und wird kontrovers diskutiert. Umso ironischer ist es, dass Osborne nun direkt damit wirbt, Großbritannien in diese Zukunft zu führen.

Auswirkungen auch auf Deutschland?

Derartige Steueroasen sind für Großkonzerne und Unternehmen natürlich sehr verlockend, im Idealfall könnte dieser Schritt sogar dazu führen, dass nicht nur eine Abwanderung verhindert, sondern sogar noch weitere Firmen hinzukommen. Doch wie würde sich dieser Trend auf andere europäische Länder auswirken?

Wie sich die Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der Welt in Zukunft gestalten wird, ist derzeit kaum absehbar. Auch Unternehmen aus Deutschland, die internationale Standorte aufbauen wollen, überlegen sich nun genauer, ob Großbritannien nun noch in Frage kommt. Zu groß ist die Ungewissheit, ob Zölle und Bürokratie den Handel mit der Insel erschweren werden.

Photo credit: Rareclass via VisualHunt / CC BY-NC-ND
Hinweis: Der Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar und ersetzt sie auch nicht.
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