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Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

07.06.2018

Neue Steuer auf Daten im Gespräch

Der Handel mit Daten ist ein sehr lukratives Geschäft sowohl für Unternehmen, die Daten kaufen, als auch für Verkäufer der gesammelten Informationen. Bislang werden solche gehandelten Daten nicht besteuert. Dies soll sich allerdings nun offenbar ändern, wenn ein neuer Ansatz umgesetzt wird, der kürzlich von Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Gespräch gebracht wurde.

Neue Steuer auf Daten ? | Foto:(c) geralt/pixabay.com


Der Wert der Daten für Nutzer und Unternehmen

Die Diskussion um sensible Daten wird immer wieder aufs Neue angefacht. Vor allem in Zeiten der Digitalisierung, beziehungsweise des Internets, in dem Nutzer ihre wertvollen Daten oftmals freiwillig preisgeben, ohne groß zu überlegen, da sie nicht wissen, welchen Wert diese Daten haben. Unternehmen, die solche Daten sammeln, kaufen und verkaufen, können den Wert der Daten allerdings einen recht genauen monetären Wert zuordnen, schließlich hat sich aus dem Handel mit den Informationen ein Milliardenmarkt entwickelt.

Radikale Reform des Steuersystems gefordert

Im Gegensatz zu den Steuerbehörden, die bislang den Wert der Daten noch nicht genau bewerten konnten. Doch Internet ist nicht mehr das Neuland, von dem einst gesprochen wurde. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte auf der Konferenz "Global Solutions", die letzte Woche in Berlin stattfand und auf welcher wichtige Fragen derG20-Staaten erörtert wurden, eine radikale Reform des Steuersystems, um den Wert der Daten genauer zu bemessen. Damit wolle sie dem Gerechtigkeitsproblem der Zukunft begegnen, das aus der Monetisierung von Daten sowie aus den gewinnbringenden Geschäften mit diesen auf den Rücken der Nutzer erwächst.

Die Daten als Rohstoff

Für Merkel sind die Daten der Nutzer nichts anderes als ein Rohstoff, nichts rein virtuell Existierendes, sondern eine reale Ware, der ein Preis gegeben werden kann und ebenso wie andere reale Waren daher auch besteuert werden müsse. Die Steuergesetzgebung müsse daher an diese neuen Gegebenheiten angepasst, der Handel mit den Daten in das Steuersystem eingearbeitet werden. Mit dieser Forderung stehen die Behörden allerdings vor einer großen Herausforderung.

Suche nach der passenden Steuerform

Diese beginnen bereits mit der Frage, welche Steuerform geeignet sei, um den Handel mit den Daten zu besteuern, so stünden etwa die Möglichkeiten der Umsatzsteuer im Raum sowie die Körperschaftssteuer. Merkel sieht nun die Wissenschaftler in der Verantwortung, Lösungen zu finden und forderte auf der Konferenz entsprechende Vorschläge für ein neues Steuersystem ein, das den Anforderungen des Digitalzeitalters genüge.

Herausforderung der Standortwahl

Eine weitere Herausforderung für die Besteuerung von Internetunternehmen ist die Standortwahl. Diesen können sich die Unternehmen frei aussuchen, da sie anders als etwa Industrieunternehmen keine physischen Betriebsstätten haben und sich den Firmensitz frei aussuchen können. Damit fällt den Unternehmen auch die Wahl des Standortes, an dem die Steuern gezahlt werden müssen, sowie dessen Wechsel deutlich leichter.

Monatelange Diskussion

Die Relevanz dieser Forderung ist nicht zuletzt an der Diskussion zu erkennen, während derer seit einigen Monaten in der EU mit der Frage gerungen wird, wie etwa US-amerikanische Konzerne wie Amazon, Facebook oder Google besteuert werden könnten. Die bisherigen Gespräche darum drehen sich um die Besteuerung per klassischen Weg über die Körperschafts- oder Umsatzsteuer. Eine direkte Besteuerung von Daten, wie sie von Angela Merkel gefordert wird, ist hingegen neu.

Kritik am Vorgehen

Allerdings regt sich auch Kritik an einem allzu forschen Vorgehen der Europäischen Union hinsichtlich der Steuerforderungen an Amazon, Facebook, Google und Co. Angesichts des drohenden Handelsstreits mit den USA könnte ein zu resolutes Vorgehen diesbezüglich nur Öl ins Feuer gießen und den Ton verschärfen.

Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

Foto:(c) geralt/pixabay.com

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