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12.08.2017

Neue Steuern für Fonds

Der 1. Januar 2018 ist für Anleger ein wichtiger Stichtag, an dem sich entscheidet, ob sie Geld verlieren oder neue Einnahmen generieren können. Denn an diesem Tag tritt die Steuerreform für Fonds in Kraft, die neben Nachteilen auch Vorteile bringt. Diese gilt es, rechtzeitig zu nutzen und Änderungen an den Fondspakten zum richtigen Zeitpunkt in die Wege zu leiten. Doch welche Vor- und Nachteile kommen auf die Anleger am 01. Januar 2018 zu?

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird

Besteuerung Fonds ab 2018 | Foto: (c) Grecaud Paul/ fotolia.comUm gleich zu Beginn die mögliche Angst vor einem Schock zu nehmen: Die Steuerreform für Fonds wird wohl für die meisten Anleger weniger schmerzhaft als befürchtet, ein übermäßiger Verlust ihrer Anlagen ist für viele nicht zu befürchten. Experten wie die Mitarbeiter der BV & P Vermögen AG, betonen vielmehr die positiven Seiten der kommenden Steuerreform für Anleger.

Experten sehen mehr Vorteile als Nachteile

Diese haben eher die Vereinfachungen im Blick, welche die Reform der Steuer schlussendlich mit sich bringt, als die Mehrkosten, die leider ebenfalls entstehen. Im Vergleich wiegen sich die Vor- und Nachteile allerdings auf. Doch um die Vorteile effektiv zu nutzen und die eventuell entstehenden Nachteile nachhaltig umgehen zu können, sollten sich die Anleger mit den Änderungen der Steuer vertraut machen.

Neue Abgabe auf Fondsebene

Um eine steuerliche Gleichstellung von inländischen und ausländischen zu erreichen, werden ab dem 1. Januar 2018 alle inländischen Erträge bei Immobilien und Dividenden mit einer direkten Körperschaftsteuer in Höhe von 15 Prozent belegt. Dies gilt ebenfalls für Fonds, die thesaurieren und die Gewinne ausschütten. Andererseits kommt zu der neuen Steuer eine Teilfreistellung von Kursgewinnen und Ausschüttungen. Bei Immobilienfonds werden künftig bis zu 80 % von der Abgeltungssteuer verschont, bei Aktienfonds 30 % und bei Mischfonds immerhin noch 15 %. Was auf den ersten Blick wie eine Teuerung aussieht, kostet den Anleger schlussendlich also keinen Cent mehr.

Fiskus greift schon im Vorfeld zu

Die Reform der Steuer auf Fonds bringt am 1. Januar 2018 allerdings auch einige Neuerungen, an die sich die deutschen Anleger erst einmal gewöhnen müssen. Bislang galt, dass der Fiskus erst bei dem Verkauf eines Fonds die Steuern auf den Gewinn anrechnete. Nun hält der Fiskus bereits im Vorfeld die Hand auf und verlangt, die sogenannte Vorpauschale. Dabei handelt es sich um einen fiktiv errechneten Basisertrag, der am Ende des Jahres abzüglich der vorgenommenen Ausschüttungen versteuert werden muss. Es gilt der gewohnte Sparerpauschalbetrag, der für Ehepartner eingesetzt werden kann.

Bestandsschutz und Freibeträge

Mit der Steuerreform, die am 1. Januar 2017 in Kraft tritt, entfällt auch der Bestandsschutz für Investment- und Immobilienfonds, die vor 2009 gekauft wurden, als die Abgeltungssteuer eingeführt wurde. Gewinne, die bis 2017 erzielt wurden, werden allerdings weiterhin nicht versteuert. Persönliche Freibeträge sorgen zudem weiterhin für Steuerfreiheit. Besonders bedacht wurden Anleger, die ihr Vermögen in Rürup- und Riesterprodukte angelegt haben. Diese werden von der Steuerreform für Fondsanlagen gänzlich verschont.

Vorsicht vor falschen Ratgebern

Allerdings sollten die Anleger weiterhin skeptisch sein und Vorsicht walten lassen. In solchen Umbruchzeiten kommen auch schwarze Schafe der Branche und falsche Ratgeber aus der Versenkung und wittern ihre Chance. Diese nutzen die Verunsicherung der Anleger aus, die gerade hinsichtlich steuerlicher Aspekte vorherrscht und versuchen, diese sicherheitshalber zum Verkauf ihrer Produkte noch kurz vor den Reformen zu überreden. Die einzigen Gewinne bei diesem Handel wandern allerdings auf die Konten der Käufer.

Foto: (c) Grecaud Paul/ fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

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