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Neuer Rekord bei den Steuerabgaben


Am Mittwoch, den 19.07. war im Jahr 2017 Bergfest für den deutschen Steuerzahler. Seit diesem Tag arbeitet der Berufstätige in der BRD statistisch gesehen endlich in die eigene Tasche und nicht mehr für den Staat. Damit wurde ein neuer Negativ-Rekord für den deutschen Steuerzahler erreicht. Dies ist eine Steilvorlage für die Parteien im Wahljahr 2017.

Der Zehnt

Steuerlast Deutschland | Foto: (c)  fotomek/ fotolia.com

Steuern gibt es seit Beginn der Entwicklung des Gemeinwesens und der einfachsten Staatsformen. Und immer waren sie ein Ärgernis für das Volk, musste es doch einen Teil seiner Einkünfte abgeben. So musste etwa im Mittelalter der sogenannte "Zehnt" an geistliche oder staatliche Organisationen entrichtet werden. Dabei handelte es sich um eine Steuer, die sich um die zehn Prozent bewegte. Dies wurde oftmals als Wucher bezeichnet, mit welcher die Bürger ausgepresst würden. Doch würde es einen Zeitreisenden aus dieser Epoche in das Jahr 2017 verschlagen, käme er aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Weit mehr als die Hälfte

Von mittelalterlichen Verhältnissen können Steuerpflichtige nur träumen, könnte man meinen. Denn 2017 mussten die Bundesbürger 54,6 Prozent ihres Einkommens versteuern. Von jedem verdienten Euro konnten die Bundesbürger lediglich 45,4 Cent in die eigene Tasche stecken, der Rest - mehr als die Hälfte des hart verdienten Einkommens - floss in die Staats- und Sozialkassen. Dies ist ein Anstieg von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf das Jahr umgerechnet, haben die deutschen Steuerzahler bis zum 19.07.2017 ausschließlich für den Staat gearbeitet. Genauer gesagt fließt alles, was sie ab 3.27 Uhr verdienen, endlich in die eigene Tasche.

Schleichende Mehrbelastungen

54,6 Prozent - dies ist ein neuer, negativer Rekord. Noch nie mussten so viele Steuern in der BRD gezahlt werden. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, begründet diese Steigerung unter anderem mit den schleichenden Mehrbelastungen, die in diesem Jahr auf die deutschen Steuerzahler zugekommen sind. So sei der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung, von vielen unbemerkt, gesteigert worden.

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Progressive Einkommensteuer

Zudem seien die Entgelte für die Arbeitnehmer schneller gewachsen als das Volkseinkommen, was zu einer Steigerung der Sozialabgaben geführt habe. Umsatzsteuer und Lohnsteuer sind darüber hinaus schneller gewachsen als das Bruttoinlandsprodukt. Das Problem bei der Steuerlast sei nicht die kalte Progression, so die Einschätzung des Präsidenten des Steuerzahlerbundes, sondern die progressive Ausgestaltung bei der Einkommensteuer. Doch ganz gleich, was der Grund ist, die Steuer- und Abgabenlast ist in Deutschland viel zu hoch, so das Urteil Holznagels.

Nur Belgien stärker belastet

Zu diesem Schluss kommt auch die Industrieländerorganisation OECD. Vor allem die Sozialabgaben seien in Deutschland mit knapp 40 Prozent überdurchschnittlich hoch, sodass Urteil der Organisation. Diese Abgaben belasteten vor allem Geringverdiener und sollten gesenkt werden. Die Last der Steuern und Abgaben ist im gesamten OECD-Raum nur in Belgien noch höher als in Deutschland. Befände sich diese Last im OECD-Durchschnitt, hätte allein ein Single im Jahr 6.680 Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung.

Steuern im Wahlkampf

Die Abgabenlast ist in der Regierungszeit der großen Koalition stetig gestiegen, eine Senkung der Belastung gab es nicht. Die Steuerbelastung der Bundesbürger ist daher eine Steilvorlage für die Parteien zur anstehenden Bundestagswahl. So sprechen sich die Liberalen von der FDP bereits jetzt für eine Steuerentlastung von 40 Milliarden aus, CDU und SPD versprechen eine Senkung der Steuern um 15 Milliarden Euro. Der Soli soll mit der CDU bis 2030 schrittweise abgeschafft werden, die SPD will ihn bis 2020 zumindest für Geringverdiener entsorgen.

Foto: (c) fotomek/ fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

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