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02.08.2017

Neuer Streit um Steuern für Haustiere

Neben dem eigenen Automobil stellen die Haustiere für die Deutschen immer noch das liebste Hobby dar, das ist und bleibt unbestritten. Und da der Deutsche seine Interessen vehement verteidigt, bleibt Zoff auf Dauer nicht aus. Dies bekommt nun erneut der Fiskus zu spüren, der den Besitzern der geliebten Tiere an den Geldbeutel will.

Steuer in Höhe von 150 € pro Jahr und Pferd

Steuern für Haustiere | Foto: (c) anakondasp/fotolia.com

Vor allem in Norddeutschland stehen die Zeichen seit einigen Wochen auf Sturm. Die Norddeutschen sind traditionell passionierte Pferdezüchter und vernarrt in die edlen Tiere. Umso mehr erregt eine neue Satzung die Gemüter, die seit dem 1. Juni in der Gemeinde Tangstedt greift und nach welcher die Pferdehalter eine Steuer von 150 € pro Jahr und Tier abführen sollen. Dies stößt allerdings glücklicherweise nicht nur bei den Haltern der Pferde auf Widerstand. Diese können sich prominenter Unterstützung gewiss sein, welche sich ebenfalls gegen die Neuregelung ausspricht.

Unterstützung der Pferdehalter durch breites Bündnis

Nach einem starken Protest der Pferdehalter, welchem sich ein breites Bündnis bestehend aus CDU, FDP und Grünen angeschlossen haben, sowie Menschen, die kein Pferd ihr Eigen nennen können, ruderte der Bürgermeister von Tangstedt zurück, nachdem das Kabinett den Entwurf des Innenministeriums zur Kenntnis genommen hatte. Nachdem die Entscheidung vom Bürgermeister zunächst vertagt wurde, konnte nun die endgültige Entscheidung gefällt werden. Diese fiel zugunsten der Pferdehalter, die umstrittene Abgabe wird nicht eingeführt.

Ergänzung des Kommunalabgabengesetzes geplant

Eine entsprechende Ergänzung des Kommunalabgabengesetzes soll folgen. Dieser muss allerdings der Landtag noch zustimmen. Es ist allerdings zu erwarten, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen worden ist, da das Kippen der Regelung für die hochverschuldete Gemeinde Tangstedt erhebliche steuerliche Einbußen nach sich ziehen wird. Die steuerliche Regelung würde nämlich nicht nur den Spitzensport betreffen, sondern auch den Breitensport. Die Gemeinde Tangstedt hat bereits mit steuerlichen Mehreinnahmen in Höhe von rund 90.000 € pro Jahr gerechnet.

Kritik an Hundesteuer für Listenhunde

Ähnlich erhitzt sind die Gemüter von Haustierbesitzern derzeit in Wittenberg. In diesem Fall geht es um die Hundesteuer, die abgeführt werden muss. Genauer gesagt betrifft das die Steuer, welche auf sogenannte Listenhunde entrichtet werden muss. Dabei handelt es sich um Hunde, welche einen Wesenstest bestanden haben. Zudem hat der Besitzer eines sogenannten Listenhundes durch eine Sachkundeprüfung die entsprechende Fachkenntnis unter Beweis zu stellen.

Rasse des Hundes für das Wesen weniger relevant

Für die Besteuerung eines Tieres sollte daher die Erziehung des Tieres herangezogen werden sowie die Qualifizierung des Halters. Die Rasse des Hundes sei weniger relevant, da zahlreiche weitere Faktoren in das Wesen eines Hundes hineinspielen, nicht nur die Genetik. Die Besitzer eines solchen Listenhundes sind daher vom erhöhten Spitzensteuersatz zurückzustufen, da sie sonst benachteiligt würden, so die Argumentation der Kritiker. Diese verweisen auf eine entsprechende Regelung, die in dieser Form bereits in Dessau-Roßlau praktiziert wird.

Medienwirksame Präsenz der Halter und ihrer Hunde

Die Kritiker der hohen Steuer auf den Besitz der Listenhunde setzen bei ihrem Protest auf eine medienwirksame Präsenz. Sie planen regelmäßige Zusammenkünfte mit ihren Vierbeinern auf dem Marktplatz, wobei eine hohe Anzahl von Hundebesitzern anwesend sein soll. Doch nicht nur die schiere Anzahl der Anwesenden soll beeindrucken. Vielmehr soll die friedliche Zusammenkunft zahlreicher verschiedener Hunderassen den Standpunkt der Halter untermauern.

Foto: (c) anakondasp/fotolia.com

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