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Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

22.07.2018

Rentenerhöhung und Steuern

Seit dem 1. Juli haben die bundesdeutschen Rentner brutto mehr Geld in der Tasche, ihre Bezüge wurden deutlich erhöht. Doch damit sind für viele Senioren auch neue Pflichten verbunden. Aufgrund der Erhöhung ihrer Bezüge sind sie ab Mitte des Jahres 2018 steuerpflichtig.

Rentenerhöhung |  Foto: (c) pasja1000/pixabay.com


Erhöhung der Bezüge für rund 21 Millionen Senioren

Der Staat hat den rund 21 Millionen bundesdeutschen Senioren zur Jahresmitte ein besonderes Geschenk gemacht und die Renten erhöht. Allerdings ist das Geschenk für viele Rentner auch mit neuen Pflichten verbunden, sie müssen künftig eine Steuererklärung erstellen und zusätzlich Einkommenssteuer zahlen. Knapp 4,4 Millionen Rentner werden nach der Erhöhung ihrer Bezüge steuerpflichtig, eine Steigerung im Vergleich zum Jahr 2005 um knapp das Doppelte. Auf rund 54.000 Rentner kommt nun die Einkommenssteuer zu, wenn sie mehr als 410 € Nebeneinkünfte haben, etwa durch Vermietung oder eine weitere Rente. Die Anzahl der Betroffenen könnte allerdings noch zunehmen. Der Staat rechnet mit Mehreinnahmen von etwa 300 Millionen Euro.

Erhöhung der Bezüge und 3,22 und 3,37 Prozent

Dass so viele Senioren bei ihren Renten nach der Erhöhung ihrer Bezüge nun steuerpflichtig werden, kommt nicht von ungefähr. In den alten Bundesländern wurden die Bezüge um 3,22 Prozent angehoben, in den neuen Bundesländern sogar um 3,37 Prozent. Dank dieser Erhöhung der Bezüge ist der Grundfreibetrag schnell überschritten. Allerdings wurde auch dieser Betrag in diesem Jahr angepasst. Statt 8.820 € pro Jahr wie bislang beträgt der neue Grundfreibetrag nun 9.000 €, eine Steigerung im 180 €. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern wurde der Grundfreibetrag von 17.640 € auf 18.000 € angehoben.

Sonderausgaben und Werbungskosten

Hinzu kommen für die zahlreichen Möglichkeiten, Steuern zu sparen, so dass der Fiskus die höhere Rente nicht gleich wieder kassiert. Einige weitere Einkünfte fallen unter andere Steuerregeln. So etwa die gesetzliche Unfallrente, die steuerfrei ist. Bei einigen weiteren zusätzlichen Einnahmen gilt die Steuerfreiheit. Zahlreiche Ausgaben können über die Sonderausgaben sowie die Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden. Die maximal absetzbaren Beträge sind 36 € und 102 €. Bei Ehepaaren und eingetragenen Partnern verdoppeln sich die Summen. So können sich Senioren einen großen Teil der Ausgaben von der Steuer zurückholen.

Vorsorge und außergewöhnliche Belastungen

Dies gilt auch bei den Ausgaben für die Vorsorge, bei Senioren für gewöhnlich ein sehr hoher Posten in den Haushaltsausgaben. Darunter fallen etwa die Beiträge für zahlreiche Versicherungen wie beispielsweise für die Pflege, die Krankenversicherung, sowie Unfall und Haftpflicht. Trotz Versicherung kann es vorkommen, dass die Krankenkasse im Krankheitsfalle für einige Kosten nicht aufkommt. Auch in diesem Fall greift der Fiskus ein, die Kosten können als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden. Allerdings mit Einschränkungen. Bis zu sieben Prozent der Einkünfte gelten als zumutbare Belastung. Wie hoch der Prozentsatz konkret ist, hängt von Familienstand und Einkommen der Betroffenen ab. Behinderte erhalten Extra-Freibeträge von bis zu 3.700 € pro Jahr.

Ausgaben für Haushaltshilfe

Nicht zuletzt kommt der Fiskus auch für die im fortgeschrittenen Alter in der Regel so gern genutzten Hilfen im Haushalt auf. So können Senioren etwa die Ausgaben für Handwerker und weitere Haushaltshilfen in ihrer jährlichen Steuererklärung angeben, wobei die Ausgaben, beziehungsweise Rechnungen berücksichtigt werden, die im Jahr der abgegebenen Steuererklärung bezahlt wurden. Der Fiskus erkennt 20 Prozent handwerklicher Ausgaben im Haushalt an. Bei höheren Kosten greift allerdings ein Maximalbetrag, der vom Fiskus anerkannt wird. Dieser beträgt lediglich 1.200 € pro Jahr.

Foto: (c) pasja1000/pixabay.com

>> Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht

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