Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Stärkere Besteuerung von Internetgiganten in G20-Ländern



Die stärkere und effektivere Besteuerung von Internetkonzernen ist ein Thema, das seit Jahren auf politischer Ebene ein Spitzenthema ist. Eine Lösung in dieser Problematik ist jedoch nur auf internationaler, beziehungsweise globaler Ebene möglich. Eine solche Besteuerung soll nun in die Wege geleitet werden, so die Finanzminister der G20-Länder bei ihrem Treffen in Japan.

240 Milliarden Dollar Verlust in einem Jahr

Die Finanzminister der G20-Länder sind sich der Bedeutung der effektiven Besteuerung der global agierenden Internetkonzerne bewusst. Die derzeitigen unterschiedlichen Systeme der Besteuerung in den einzelnen Ländern bieten den Konzernen enorme Schlupflöcher. Allein im Jahr 2015 gingen den Staatshaushalten durch die Steuertricks der Internetgiganten bis zu 240 Milliarden Dollar verloren. Möglich wird dies durch ein Netz an Tochtergesellschaften, mit welchen Gewinne in Steuerparadiesen verbuchen können.

Eile ist geboten

Bei ihrem Treffen in Japan, das Anfang dieses Monats in Japan stattfand, betonten sie daher noch einmal die Dringlichkeit in dieser Frage. Eile sei nun geboten, so etwa Bruno Le Maire, der Finanzminister Frankreichs, während einer Diskussionsveranstaltung. Philip Hammond, der Finanzminister Großbritanniens, bekräftigte die Dringlichkeit des Vorhabens. Auf welche Art und Weise Internetgiganten wie Facebook, Amazon und Google momentan besteuert werden, würde von der Bevölkerung als Ungerechtigkeit wahrgenommen werden, so Hammond.

Steuerverschiebung unmglich machen

Derzeit wird von den Finanzministern eine Steuerpolitik geprüft, nach welcher die global agierenden Konzerne nicht abhängig vom Ort ihres Hauptsitzes besteuert würden. Die Besteuerung soll vielmehr auf der Grundlage der Umsätze vorgenommen werden, welche die Unternehmen in dem jeweiligen Land erzielen würden. Damit würden die Möglichkeiten entfallen, nur den Hauptsitz in ein Land zu verlegen, in dem der niedrigste Steuersatz gilt, und die Steuern von den Tochtergesellschaften in den großen Märkten zu den Hauptsitzen zu verschieben, die sich in Steuerparadiesen befinden. Optionen, die von den Konzernen rege genutzt werden, um die Steuerlast möglichst niedrig zu halten.

Plan bereits in Schublade

Ein solcher Fahrplan für diese Art der Besteuerung liegt bereits in der Schublade. Der Plan wurde von der OECD vorgestellt, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Über den Fahrplan herrscht international große Einigkeit. Bislang wird das Vorhaben von fast 130 Ländern unterstützt. Eine langfristige Lösung ist daher auch bereits in Sicht. Bis Ende 2020 soll eine langfristige Lösung formuliert werden, so der bisherige Plan der G20-Länder.

Schnellere Besteuerung

Für Le Maire, den Finanzminister Frankreichs, geht dies allerdings nicht schnell genug. Er drängt auf eine deutlich ambitioniertere Umsetzung des Vorhabens. Er sprach sich dafür aus, dass bereits zum Ende dieses Jahres ein Kompromiss in der Frage der Besteuerung der Internetgiganten gefunden werden soll. Diese Forderung wird allerdings vor allem von den USA abgelehnt. Die vorgeschlagene Lösung sei unausgegoren, so der Vorwurf aus den USA.

Unternehmen traditionelle Branchen nicht hineinziehen

Bei der Umsetzung des Vorhabens müsse auch darauf geachtet werden, dass bei der Behebung der Probleme der digitalen Wirtschaft nicht auch Firmen betroffen werden, die den traditionellen Branchen zugerechnet würden, so der Finanzminister der USA, Steve Mnuchin. In der Frage der Notwendigkeit einer globalen Steuerreform sind sich jedoch alle Finanzminister einig. Warnungen betreffen hierbei eher ein mögliches Wettrennen um die niedrigsten Standards und einer Kakophonie der Systeme, wie Angel Gurria, der Chef der OECD betont.

>> Der Artikel ist keine Steuerberatung und ersetzt dieses nicht<<

Für Steuerberater
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Kanzlei vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von SteuerberaterScout.

Kostenlos und unverbindlichFinden Sie einen passenden Steuerberater in Ihrer Nähe

  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!