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14.09.2017

Steuerabgeltung für Alkohol wird abgeschafft ? Branntweinmonopol endet

Eine wegweisende Entscheidung der EU dürfte einigen Brennereien von hochprozentigen Spirituosen bald Kopfzerbrechen bereiten. Nach der Entscheidung der EU-Verantwortlichen läuft Ende des Jahres das Branntweinmonopol aus, wodurch auch alle steuerlichen Vergünstigungen bei der Herstellung wegfallen. Diese Entscheidung könnte das Aus für viele kleine, regional ansässige Brennereien bedeuten.

Abfindungsbrennereien werden künftig stärker belastet

Branntweinmonopol endet | Foto: (c) Zerbor/fotolia.comDas Jahr 2017 hat mit seinen zahlreichen Unwettern viele Teile Deutschlands ins Chaos gestürzt. Vor allem die Landwirtschaft litt unter dem stark wechselhaften Wetter und den vielen Gewittern und Stürmen. In einigen Regionen werden Missernten erwartet. Die Obstbauern waren von diesen Wetterkapriolen nicht ausgenommen, auch sie befürchten Ausfälle bei der Ernte. Dies dürften die Verbraucher in den Regalen der Geschäfte nicht nur bei den Nahrungsmitteln feststellen, sondern auch in anderen Sparten. Besonders hart trifft das Jahr 2017 vor allem die sogenannten Abfindungsbrennereien, da sie durch eine Entscheidung der EU doppelt belastet werden.

Vorwiegend kleine, regionale Obstbrennereien betroffen

Bei diesen Abfindungsbrennereien handelt es sich um kleinere Obstbrennereien, die vor allem regionale Bedeutung haben und die in der Regel lediglich einige hundert Liter der hochprozentigen Getränke brannten. Die kleinen Unternehmen sind nicht selten seit Generationen in Familienhand und in den Regionen fest verankert, wodurch sie das kulturelle Gesicht ihrer Heimat mitprägen. Diese Brennereien genossen in der Vergangenheit steuerliche Vorrechte gegenüber den größeren Brauereien.

Garantierte Abnahme durch Bundesmonopolverwaltung entfällt ab 2018

Diese steuerlichen Vorrechte wurden von der Regierung gewährt, um die Abnahme der Getränke zu garantieren und damit auch die Landwirtschaft zu unterstützen, deren überschüssige Erzeugnisse von den kleinen Brennereien verarbeitet wurden. Ein Teil der Erzeugnisse der Brennereien wurde von der Bundesmonopolverwaltung garantiert abgenommen. Zudem konnte der Alkohol ausschließlich von eben jener Verwaltung gekauft werden. Doch damit soll nun endgültig Schluss sein.

Branntweinmonopol wird gekippt

Mit dem Ende des Jahres 2017 verlieren die kleinen Brennereien ihre steuerlichen Vorrechte. Der Grund ist, dass die EU beschlossen hat, das Branntweinmonopol, welches die kleinen Obstbrennereien genießen, endgültig zu kippen. Der Grund ist, dass dieses Branntweinmonopol nach Ansicht der Entscheider gegen das geltende europäische Wettbewerbsrecht verstoße. Zudem wird die Bundesmonopolverwaltung zum Ende des Jahres komplett aufgelöst.

Brennereien müssen sich selbst Abnehmer suchen

Die Entscheidung der EU stellt viele der kleinen Brennereien, die ihr Gewerbe nur als Nebenerwerb führen, vor große Probleme. Statt wie bislang einen Teil ihrer Spirituosen wie vereinbart an die Bundesmonopolverwaltung zu liefern, müssen sich die Brenner nun ab Ende des Jahres selbst um Abnehmer kümmern, um ihre kompletten Erzeugnisse zu veräußern. Zudem müssen die Brennereien künftig wie alle anderen ihre Branntweinsteuer auf monetärer Ebene abwickeln, eine Abrechnung der Besteuerung in Naturalien, sprich in Spirituosen, ist nicht mehr zulässig.

Auch die Landwirtschaft ist betroffen

Seit der Jahrtausendwende ist die Anzahl der kleinen, regionalen Brennereien von 20.000 auf 16.000 deutlich geschrumpft. Mit der Entscheidung der EU dürfte sich der Schwund der kleinen Brennereien verschärfen. Der Vorstoß der EU, das Branntweinmonopol in Deutschland abzuschaffen, den Abfindungsbrennereien die steuerlichen Vergünstigungen zu nehmen und sie damit mit Mehrarbeit zu belasten, trifft allerdings nicht nur die Brennereien, sondern auch die Landwirtschaft. Wird diese alte Tradition des Obstbrennens weiter vernachlässigt, verbleibt auch das Obst zunehmend auf den Bäumen und wird nicht mehr gepflückt, der Überschuss nicht verarbeitet. Auch die Streuobstwiesen werden nach und nach weiter verwahrlosen.

Foto: (c) Zerbor/fotolia.com

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