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Steuerbetrug: Weniger Selbstanzeigen im vergangenen Jahr



Die Zahl der Selbstanzeigen für Steuerhinterzieher sank auch 2015. Es waren deutlich weniger Selbstanzeigen zu verzeichnen als in den vergangenen Jahren. Klingt nach einer guten Nachricht für den Fiskus, ist es jedoch nicht.

Experten zufolge ist dies vielmehr kein Zeichen dafür, dass die Leute weniger zur Steuerhinterziehung greifen als vielmehr weiterhin alles versuchen, um den Fiskus auszutricksen und das Geld selbst einzustreichen.

Selbstanzeigen: Weniger als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr

Einer Umfrage der Deutschen Presseagentur (dpa) zufolge gingen bis zum Herbst des vergangenen Jahres lediglich 14.500 Selbstanzeigen ein. Dies mag nach einer enormen Zahl klingen, doch im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich ein deutlicher Zahl der Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung gesunken | Foto: (c) Butch / Fotolia.comRückgang der Zahlen. Experten gehen davon aus, dass die gesamte Anzahl der Selbstanzeigen bis Ende 2015 deutlich unter der Anzahl des Jahres 2014 liegt. In diesem Jahr wurde ein Rekord der Selbstanzeigen erzielt. Knapp 40.000 Steuersünder zeigten sich selbst bei den Behörden an. Diese Entwicklung ist damit zu erklären, dass es hieß, dass Steuersünder trotz Selbstanzeige ab dem 01. Januar 2015 deutlich mehr Geld zahlen müssten, wenn sie weitere Strafen vermeiden wollten. Der neue Trend der sinkenden Anzahl der Selbstanzeigen werde sich daher nach Ansicht der Experten auch fortsetzen.

Schwarzgeld im fünfstelligen Bereich

Solange Steuern erhoben werden, wird es weiterhin Menschen geben, die Steuern hinterziehen, so das nüchterne Urteil der Finanzminister der Bundesländer. Die erhöhte Anzahl der Selbstanzeigen im Jahr 2014 rühre eventuell daher, dass die Angst der Leute zeitweilig gestiegen ist. Doch diese Angst ist offenbar nun wieder gesunken, wie die Summen für Schwarzgeld zeigen, welche im Ausland gebunkert werden. Diese befinden sich laut Monika Grünhold, der Finanzministerin Schleswig-Holsteins, weiterhin im fünfstelligen Bereich.

Ermittlungen werden ausgeweitet

Um den Steuerbetrug zu bekämpfen, weitet der Fiskus die Ermittlungen deutlich aus. Bislang standen einzelne Personen und Privatleute im Mittelpunkt der Untersuchungen. Doch nun nimmt der Fiskus zunehmend die Banken ins Visier, die ein Kettengeschäft nutzen, um Unternehmen systematische Beihilfe bei der Steuerhinterziehung zu geben. Einige Banken haben zudem ein Geschäftsmodell entwickelt, durch welches den Anlegern Steuern zurückerstattet werden, die sie nie gezahlt haben. Zur effektiven Bekämpfung dieser Entwicklungen fordert der Finanzminister von NRW, Norbert Walter-Borjans, ein neues Unternehmensstrafrecht.

Bis zu 120.000 Selbstanzeigen seit 2010

Der Druck der Steuerbehörden, der in den vergangenen Jahren gewachsen ist, bleibt daher weiterhin hoch. Mit Erfolg. Seit dem Jahr 2010 zeigten sich in der gesamten BRD rund 120.000 Steuersünder an, wodurch der Fiskus Mehreinnahmen von bis zu fünf Milliarden Euro verzeichnen konnte. Der Grund für die plötzlich hohe Zahl der Selbstbezichtigungen bei der Hinterziehung von Steuern liegt daran, dass in diesem Jahr der Handel mit den sogenannten Steuer-CDs begann. Auf diesen CDs sind Daten von Steuersündern aus Deutschland gespeichert, die Schwarzgeld im Ausland verwahren.

Umstrittener Kampf gegen die Steuerhinterziehung

Doch dieser Handel, den sich der Fiskus bislang rund 18 Millionen Euro kosten ließ, ist sehr umstritten. Denn bei den Daten handelt es sich in der Regel um Informationen, die auf illegalem Wege beschafft wurden. Auch zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung mit Hilfe der Banken bildet ein erst vor kurzer Zeit erworbener Datenträger die Grundlage. Laut der erworbenen Daten muss der Fiskus offenbar Steuerausfälle in Höhe von mehreren Milliarden verzeichnen. Damit der Kampf gegen die Steuerhinterziehung aus der Grauzone auf eine legale Ebene gehoben wird, soll ein internationales Abkommen entwickelt werden. Dieses sieht einen automatischen Informationsaustausch zwischen den Ländern ab Herbst 2017 vor. Damit wird mehr Transparenz geschaffen und das Bankgeheimnis abgeschafft.

Hinweis: Der Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar und ersetzt sie auch nicht.

Foto: (c) Butch / Fotolia.com

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