Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Steuererklärung: Was gehört in ein Arbeitszimmer, was nicht?



Von einer beruflichen Nutzung eines Arbeitszimmers ist die Rede, wenn die Räumlichkeiten zu 90 Prozent betrieblich genutzt werden. Diese Regelung hat der Bundesfinanzhof mittlerweile bestätigt. Doch es gibt Schlupflöcher.

Arbeitszimmer Steuern | Foto:(c)StartupStockPhotos/pixabay.com

Voraussetzungen zur Anerkennung eines Arbeitszimmers

Steuerzahler dürfen die Arbeitszimmer nur dann gegenüber dem Finanzamt absetzen, wenn die Räume nahezu ausschließlich für die Arbeit genutzt werden. Ein nur partiell für die Arbeit genutztes Zimmer darf steuerlich nicht geltend gemacht werden, betonte der Bundesfinanzhof in einer Grundsatzentscheidung unter dem Aktenzeichen GrS 1/14. Befindet sich in einem Raum nur eine Arbeitsecke und dient das Zimmer andernfalls als Privatbereich, dürfen diese Räumlichkeiten ebenfalls nicht als Arbeitszimmer aufgeführt werden.

Diese Erfahrung machte erst kürzlich ein Kläger, der seinen Anspruch vor dem höchsten Steuergericht Deutschlands durchsetzen wollte, seinen Arbeitsraum jedoch auch für private Zwecke nutzte. Das Urteil des Großen Senats wurde voller Spannung erwartet, da diese Entscheidung schließlich für Millionen an Steuerzahlern wichtig ist.

Nachweise als wichtige Hilfe

Zahlreiche berufstätige Deutsche erledigen mittlerweile einen Teil ihrer Arbeit in den eigenen vier Wänden. Doch auf viele Betroffene wirkt sich dieser Zustand nicht steuerlich aus. Für eine ausschließliche berufliche Nutzung der Zimmer muss schließlich die Voraussetzung erfüllt sein, dass finanzielle Aufwendungen für das Zimmer auch steuerlich abgesetzt werden können. Fehlt ein Nachweis darüber, dass das Arbeitszimmer nahezu ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird, werden die Kosten auch nicht steuerlich berücksichtigt. Doch es gibt Mittel und Wege, diese Verwendungszwecke gut nachvollziehbar nachzuweisen.

Die Nutzung des Zimmers via Tagebuch dokumentieren

Ein Beispiel ist ein Tagebuch, über das Steuerzahler dokumentieren, zu welchen Zeiten sie den Raum privat, beruflich oder überhaupt nicht nutzen. Von der Aufstellung eines Gästebetts im Arbeitszimmer sollten Betroffene dringend absehen. Andernfalls ist für Steuerprüfer bei einer Vor-Ort-Prüfung gut ersichtlich, dass die Räumlichkeiten zu über einem Zehntel auch privat beansprucht werden. Neben Betten könnte eine Einrichtung mit Sportgeräten oder dem einzigen privaten Kleiderschrank der Steuerpflichtigen den Anspruch auf Absetzung des Arbeitszimmers negativ beeinflussen.
Wer den Steueranspruch absichern möchte, sollte das Arbeitszimmer alljährlich fotografieren und die Aufnahmen den Geschäftsunterlagen beifügen. Im Zweifelsfall sind die Fotografien ein guter Anhaltspunkt dafür, dass sich im Arbeitszimmer keine privaten Gegenstände befanden. Zweifelt das Finanzamt dennoch die Verwendung des Arbeitszimmers an, sollten die Steuerexperten dazu eingeladen werden, eine Besichtigung vor Ort vorzunehmen.

Details zum vorliegenden Rechtsstreit

Im vorliegenden Fall war der gescheiterte Kläger im Arbeitszimmer eines Einfamilienhauses tätig, in dem er ebenfalls seine vermieteten Mehrfamilienhäuser verwaltete. Den Kostenanteil für das Arbeitszimmer gab der Mann zwar in seiner Steuererklärung an. Doch er scheiterte damit gegenüber dem Finanzamt. Letztendlich wurde der Fall dem Finanzgericht vorgelegt. Die Institution kam zu dem Entschluss, dass der Kläger das Arbeitszimmer zu ungefähr 60 Prozent für die Verwaltung der Immobilien nutzte. Damit verbundene anteilige Kosten akzeptierte das Finanzgericht. Damit widersprach das Gericht der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs.

Kosten wegen Außerhäuslichkeit absetzen

Wer dennoch zu Hause arbeiten möchte, kann noch andere Optionen nutzen. Ist die für Arbeitszwecke genutzte Räumlichkeit auf einer anderen Etage als die Privatwohnung gelegen, können die Kosten wegen Außerhäuslichkeit unbegrenzt als Werbungskosten angerechnet werden.

Foto:(c)StartupStockPhotos/pixabay.com
>> Der text ist keine Steuerberatung und kann diese nicht ersetzen<<

Für Steuerberater
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Kanzlei vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von SteuerberaterScout.

Kostenlos und unverbindlichFinden Sie einen passenden Steuerberater in Ihrer Nähe

  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.

    Kostenlose Anfrage stellen

  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!