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11.05.2018

Steuererklärung für Verstorbene

Der Tod ist ein Ereignis, das für viele Menschen unerwartet kommt. Ebenso verhält es sich mit der Steuererklärung, vor allem, wenn sie post mortem von den Angehörigen erstellt werden muss. So unangenehm dies auch ist, der Fiskus ist dabei unerbittlich. Die Erben treten die steuerlichen Pflichten des Verstorbenen an. Dabei gilt es, einiges zu beachten, was angesichts des tragischen Ereignisses nicht vergessen werden darf.

Steuererklärung Verstorbene | Foto: (c) congerdesign/pixabay.com


Der Fiskus - das endgültige Omega

Der Tod macht nur vor dem Teufel halt, heißt es in einem bekannten Schlager. Das Finanzamt stoppt jedoch nicht einmal vor dem Tod. Dies ist eine traurige Erkenntnis, die viele Angehörige aufs Neue machen. Der Tod eines Angehörigen belastet alle Familienmitglieder, die sich nur schwer mit dem Tod des geliebten Menschen abfinden können. Gedanken an die Steuer liegen da fern, die Verwaltung des weltlichen Besitzes könnte nur Wunden aufreißen. Dennoch ist der Fiskus ebenso unumgänglich wie der Tod. Die letzte Steuererklärung, so profan sie angesichts des Verlustes klingt, kann den Angehörigen allerdings auch ein wenig über das traurige Ereignis hinweghelfen. Zumindest, wenn der oder die Verstorbene tugendhaft gelebt haben. Denn statt Nachzahlungen können auch Erstattungen winken.

Letzter Wille, Testament - und Steuererklärung

Und bleibt es für viele Angehörige nach der Beisetzung nicht nur, sich mit dem letzten Willen und dem Testament auseinander zu setzen, sondern auch der Steuererklärung. Die Erben eines Verstorbenen sind dafür verantwortlich, dass das Finanzamt die letzte Steuererklärung eines oder einer Dahingeschiedenen erhält, wenn der oder die Verblichene zwischen dem Beginn des Jahres und dem Tag des Todes noch Einkünfte aufzuweisen hatte, die versteuert werden müssen. Es sei denn, die Kapitalertrags- und Lohnsteuer haben bereits den Anteil des Fiskus abgezogen. In diesem Fall entfällt die Erklärung an das Finanzamt.

Einholung von Informationen

Die Erstellung der Steuererklärung für einen Verstorbenen ist nicht unbedingt einfach, vor allem, wenn der Verblichene sehr verschwiegen bezüglich seiner Finanzen gewesen ist. Informationen für die Erklärung können jedoch ganz einfach von Krankenkassen, Banken und selbst dem Finanzamt eingeholt werden. Hierfür muss einfach die Gesamtrechtsnachfolge des Erben nachgewiesen werden. Die Vorlage eines Erbscheines wäre eine solche Möglichkeit. Wurde der oder die Verblichene zusammen mit dem Partner veranlagt, wird allerdings noch die Zustimmung der Witwe oder des Witwers benötigt.

Ansehnliche Erstattungen winken nach der Erklärung

Als Frist für die Abgabe der Steuererklärung gilt der gewohnte Stichtag fünf Monate nach dem Ende des letzten Steuerjahres, in diesem Fall also des Todesjahres. Bis 31.05. muss die Erklärung beim Finanzamt vorliegen. Die Arbeit an der Erklärung muss für die Hinterbliebenen nicht nur unangenehm und ein Ärgernis sein. Vor allem eine freiwillig abgegebene Steuererklärung für den Verstorbenen kann lohnenswert sein, wenn diese vor seinem Tod ausschließlich selbstständige Tätigkeiten ausgeführt hat. Da der Abzug der Lohnsteuer in diesem Fall zumeist zu hoch ausfällt, kann eine ansehnliche Erstattung für den Erben folgen.

Aufteilung der Rechte und Pflichten bei mehreren Erben

Allerdings ist es oftmals so, dass die Steuererstattungen nicht allein einem Erben zukommen, da es mehrere Erben gibt. In diesem Fall müssen alle Erben die Rechte und Pflichten übernehmen, die einem Erblasser zukommen. In diesem Fall werden eventuelle Erstattungen der Steuer gemäß den Erbquoten aufgeteilt. Allerdings gilt dies eben auch für die Pflichten. Sollte eine Nachzahlung an das Finanzamt ins Haus stehen, muss diese ebenfalls von allen Erben übernommen werden.

>Der Text stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

Foto: (c) congerdesign/pixabay.com

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