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30.11.2017

Steuerfreie Gesundheitsvorsorge durch den Arbeitgeber

Zuschüsse zur Gesundheitsvorsorge sind ein gutes Mittel zur Bindung der Arbeitnehmer. Da es sich dabei in den meisten Fällen um steuer- und beitragsfreie Zuschüsse handelt, die zusätzlich zum Entgelt gezahlt werden, lohnen sich diese Zuschüsse für alle beteiligten Parteien. Leider wird diese Möglichkeit auch weiterhin nur wenig von den Arbeitgebern in Anspruch genommen. Dabei bietet sie noch zahlreiche weitere Vorteile.


Möglichkeiten der Bindung der Mitarbeiter

Der Fachkräftemangel macht vielen Branchen zu schaffen, weshalb sich Arbeitgeber einiges einfallen lassen, um die Mitarbeiter zu binden. Firmenwagen, gestelltes Mobiltelefon; die Möglichkeiten, die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen zu festigen, sind lang. Allerdings oftmals nicht ausreichend. Dabei gibt es wenig beachtete Möglichkeiten der Mitarbeiterbindung, die nachhaltiger und attraktiver sind. Wie höhere Beiträge des Arbeitgebers für die Gesundheitsvorsorge seiner Beschäftigten, welche die Lebensqualität und die Zufriedenheit des Angestellten steigern.

Ausgaben zusätzlich zum normalen Entgelt

Die Zahlungen zur gesundheitlichen Vorsorge werden vom Arbeitgeber zusätzlich zum geschuldeten Entgelt gezahlt. Freibeträge zur Gehaltsumwandlung gibt es in diesem Fall zwar nicht, da es sich bei den Ausgaben zur gesundheitlichen Vorsorge nicht um geldwerte Vorteile handelt. Doch aufgrund der zusätzlich erbrachten Leistungen hat der Arbeitnehmer schlussendlich indirekte finanzielle Vorteile, welche nicht vom Fiskus angerechnet werden und daher keine Steuern darauf entfallen. Auf diese Weise profitieren sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer von den finanziellen Aspekten der Leistungen als auch von der verbesserten Gesundheit des Arbeitnehmers.

Vielfältige Maßnahmen zur gesundheitlichen Förderung der Arbeitnehmer

Die Möglichkeiten zur steuerfreien Gesundheitsförderung der Beschäftigten durch den Arbeitgeber sind vielfältig und umfassen sowohl Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung als auch Gesundheitskurse, die auf die allgemeine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Mitarbeiter abzielen. Diese Maßnahmen reichen von Kursen zu den speziellen körperlichen Belastungen, welche die Arbeit mit sich bringt sowie den Bewegungsgewohnheiten des Mitarbeiters bis hin zur Stressbewältigung, Ernährungs- und Suchtmittelberatung.

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Maßnahmen intern oder von externen Dienstleistern

Maßnahmen solcher Art können sowohl vom Arbeitgeber direkt durchgeführt werden oder durch externe Dienstleister. Im zweiten Fall muss allerdings eine entsprechende Rechnung vorliegen, welche den Unterlagen des Mitarbeiters zum Entgelt beigelegt werden muss. Die Maßnahmen können wahlweise individuell in Einzelveranstaltungen oder mit der gesamten Belegschaft durchgeführt werden. Krankenkassen bieten etwa solcherlei Veranstaltungen an, denen eine Erfassung der gesamten gesundheitlichen Situation des Betriebes vorangeht, vor allem hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeitssituation.

Bis zu 500 € steuer- und beitragsfrei

Auf diese Weise können nach einer detaillierten Auswertung der gesammelten Daten zielgerichtete Angebote entwickelt werden, welche individuell auf den jeweiligen Betrieb zugeschnitten sind. Bis zu 500 € können für diese Zwecke pro Jahr und Mitarbeiter investiert werden, ohne dass die Ausgaben versteuert werden müssten. Auch der Beitrag zur Sozialversicherung entfällt bei Ausgaben bis zu dieser Grenze. Bei Gruppenveranstaltungen werden die Gesamtkosten der Maßnahme natürlich auf die Anzahl der Teilnehmer ausgeteilt.

Doppelte Inanspruchnahme bei Arbeitgeberwechsel und Mehrarbeit

Ab der genannten Grenze sind die Ausgaben für die gesundheitliche Vorsorge steuerlich relevant und beitragspflichtig. Dies würde vor allem bei einem unterjährigen Wechsel des Arbeitgebers sowie bei Mehrarbeit kompliziert, wenn es zu Mehrausgaben hinsichtlich der betrieblichen Gesundheitsvorsorge kommt. Allerdings gestattet der Fiskus in diesem Fall eine einfache Lösung. Wechselt der Arbeitnehmer unterjährig den Arbeitgeber, kann der Freibetrag doppelt in Anspruch genommen werden, ohne, dass darauf Steuern oder Beiträge abgeführt werden müssen. Diese Regelung greift ebenfalls bei Mehrarbeit.

Foto:(c) VRD/ fotolia.com

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