Login

Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

13.06.2017

Steuerhöhe wird bei nachgezahlten Kirchensteuern verringert

Den Nachlass verstorbener Verwandten zu verwalten, kann oftmals eine Herausforderung sein, vor allem, wenn es sich dabei um offene Steuern handelt. Doch diese Steuern können minimiert werden, vor allem im Bereich der Kirchensteuer.

Kirchensteuer auch Thema bei nichtkirchlichen Menschen

In der jüngeren Generation ist die Kirche nicht mehr sehr populär, die Zahlen der Austritte sind hoch. In der älteren Generation halten viele Senioren der Kirche allerdings die Treue, sei es die evangelische oder katholische. Da die Kirchen auch seelsorgerische Hilfestellungen bieten auch über den Tod hinaus. Daher kann es im Fall des Todes für die Hinterbliebenen auch sein, dass anfallende Kirchensteuern nicht bezahlt wurden. Dies ist natürlich ein weiterer Kostenfaktor für die Hinterbliebenen. Doch der Fiskus greift in diesem Fall den Hinterbliebenen unter die Arme und unterstützt sie.

Übernommene Kosten für Kirchensteuer können steuerlich geltend gemacht werden

So können die Erben eines verstorbenen Gläubigen die Kosten für die Kirchensteuer in ihrer Steuererklärung geltend machen, wenn sie die offenen Kosten für die Steuererklärung übernehmen. Dies geht aus einem entsprechenden Urteil des Bundesfinanzhofs hervor, das besagt, dass die Kirchensteuern des Verstorbenen in der Einkommenssteuererklärung der Nachkommen angezogen werden können, wenn der Fiskus die Einkommensteuer des Verstorbenen ändert und der Erbe deshalb Steuern nachzahlen muss.

Aktuelles Urteil

Dieses Urteil geht auf einen Fall (Az.: X R 43/13) zurück, in welchem ein Mann sein Steuerbüro gegen Ratenzahlung weiterverkauft hatte. Nach dem Tod des Mannes wurde vereinbart, dass der Rest der Kaufsumme komplett gezahlt werden sollte. Dies führte zu einem von Fiskus ermittelten Veräußerungsgewinn, was die Nachzahlung der Kirchensteuer nach sich zog. Die Forderungen des Finanzamts wurden von der Tochter übernommen, wobei sie diese als Sonderausgaben in ihrer Steuererklärung geltend machen wollte.

Wirtschaftliche Belastung, die anerkannt werden muss

Das Finanzamt lehnte dies allerdings ab, wogegen die Tochter klagte. Mit Erfolg, denn der Bundesfinanzhof genehmigte die steuerliche Geltendmachung als Sonderausgabe. Der Grund war, dass die Tochter ohne Beschränkung sowohl mit dem Nachlass des Vaters als auch mit dem eigenen Vermögen für die Kosten einstehen musste. Dies sei eine wirtschaftliche Belastung, die steuerlich anerkannt werden müsste, so die Richter. Das Urteil wurde vom Bundesfinanzministerium anerkannt. Erben können daher den Steuerabzug bei ererbten Kirchensteuern ab sofort regulär als Sonderausgabe steuerlich absetzen.

Wie hoch ist die Kirchensteuer?

Die Kirchensteuer wird nicht vom Staat geregelt, sondern unterliegt der Verantwortung der Länder, so dass sie variiert, je nachdem, in welchem Bundesland eine Person wohnt. In Bayern und Baden-Württemberg müssen acht Prozent vom Einkommen an die Kirche steuerlich geltend gemacht werden, in allen anderen Bundesländern neun Prozent.

Wer muss die Kirchensteuer zahlen?

Die Kirchensteuer muss gezahlt werden, wenn eine Person einer staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft angehört, die freiwillig eine Kirchensteuer erhebt, und die in Deutschland ihren Wohnsitz hat. Dazu zählen nicht nur die beiden christlichen Kirchen, die evangelische und die katholische, sondern auch Angehörige der Mennoniten, der unitarischen Religionsgemeinschaft, freireligiöse Gemeinden, die Französische Kirche zu Berlin sowie jüdische und israelitische Kultus- und Religionsgemeinden. Anhänger des muslimischen Glaubens, Buddhisten, Baptisten und Adventisten zahlen keine Kirchensteuer, da diese Religionen nicht als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt sind.

Kostenlos und unverbindlich: Hier finden Sie den passenden Steuerberater in Ihrer Nähe
PLZ:
So einfach geht's
  • Postleitzahl eingeben (2 oder 5 Stellen)
  • Kostenlose Anfrage stellen
  • Angebote erhalten und vergleichen!

Artikel-Finder
Volltextsuche

Andere Artikel
Passende Artikel
Vergangene Monate

Juli

Juni

Mai

alle Artikel
Für Steuerberater
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Kanzlei vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von SteuerberaterScout.