Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok Datenschutzerklärung

Steuerliche Anerkennung der Kosten von Wildtierschäden



Wilde Tiere können schwere Verwüstungen auf Grundstücken anrichten. Die Behebung dieser Schäden ist nicht nur anstrengend, sondern in der Regel auch kostspielig. Doch die Besitzer von Eigenheimen und Land können künftig vielleicht auf Hilfe von unerwarteter Seite hoffen. Der Bundesfinanzhof (BFH) prüft eine Beteiligung des Fiskus an den Kosten für die Beseitigung der Wildschäden.

schaden Wild Grundstück |  Foto:(c) hmauck/pixabay.com


Schwere Schäden durch Wildtiere

Besitzer von Grundstücken haben mit vielerlei Schwierigkeiten zu kämpfen, um ihr Eigentum und ihre Investition zu schützen. Schwere Unwetter oder Wetterphänomene wie starke und plötzliche Wintereinbrüche können zu schweren Verheerungen führen. Doch neben dem Wetter und den klimatischen Einflüssen gibt es noch einen weiteren Gegner für die Haus- und Grundstücksbesitzer. Auch die lokale Fauna macht ihnen regelmäßig schwer zu schaffen und sucht ihre Besitztümer während Nahrungssuche und Brunftzeit heim.

Hohe finanzielle Kosten für Behebung der Schäden

Wildtiere sind für Hausbesitzer in ländlichen Regionen schon immer eine Herausforderung gewesen. Doch auch in urbanen Regionen lernen immer mehr Eigenheimbesitzer die wilden Gesellen kennen, da sich die Tiere zunehmend auch in städtischen Regionen ausbreiten. Wilde Tiere wie Waschbären, Biber oder gar Wildschweine kennen keine Grundstücksgrenzen und toben sich im Garten gern aus. Vor allem, wenn selbst angebaute Nahrungsmittel zu finden sind, werden sie angelockt. Sie richten nicht selten Verwüstungen an, die nur mit Mühe und hohen finanziellen Aufwendungen wieder behoben werden können.

Hoffnung für Geschädigte

Bislang standen die Grundstückseigentümer und Hausbesitzer nach solchen Attacken durch Wildtiere mit den Schäden allein da, sie blieben auf den hohen Kosten sitzen, die zur Beseitigung der Schäden durch wilde Tiere aufgewendet werden mussten. Doch nun könnten sich die Geschädigten Hilfe holen, um zumindest die finanziellen Auswirkungen ein wenig abzumildern. Grundlage für die Hoffnung ist ein Fall aus Nordrhein-Westfalen (NRW). Die Betroffenen hatten Kosten in Höhe von rund 4.000 € zu tragen, die sie für die Beseitigung von Schäden aufwenden mussten, sowie für das Aufstellen einer Bibersperre, die helfen sollte, die Verursacher der Schäden vom Grundstück fernzuhalten.

Kosten als außergewöhnliche Belastung

Da die Versicherung sich weigerte, die Kosten für die Schäden und die Sperre zu übernehmen, kamen die Geschädigten auf die Idee, die Ausgaben zumindest steuerlich anerkennen zu lassen. Sie trugen die Aufwendungen in ihrer Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung ein. Das Finanzamt (FA) erkannte die Kosten der Geschädigten allerdings nicht an und verweigerte den Steuerabzug mit der Begründung, dass die Schäden zwar als außergewöhnlich zu betrachten seien. Diese seien jedoch nicht von einer existenziell wichtigen Bedeutung, da die Schäden nicht zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit der Geschädigten geführt hätten, noch zu einer Unbewohnbarkeit des Hauses geführt hätten.

Beschwerde vor dem BFH

Die Betroffenen erkannten die Ablehnung des FA nicht an und legten beim BFH eine Nichtzulassungsbeschwerde ein. Das BFH prüft nun den Fall des Paares aus NRW. In dieser Zeit sollten Eigentümer von Grundstücken und Hausbesitzer ebenfalls ihre Kosten in der Steuererklärung geltend machen, die durch Wildtierschäden entstanden waren. Vor allem dann, wenn es sich um besondere Ausgaben handelte, die nicht typisch für Besitzer von Grundstücken und Häusern waren.

Ruhen des individuellen Verfahrens

Gerade wenn die Kosten die Beseitigung von Schäden an Garagen, Kellern, im Gärten oder an Terrassen betrifft, wird die Anerkennung der Aufwendungen in der Regel verweigert. Mit einem Hinweis auf das erwähnte Prüfungsverfahren von dem BFH können Hausbesitzer zumindest erreichen, dass das individuelle Verfahren bis zum Ende des BFH-Verfahrens ruht.

>Der Text stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

Foto:(c) hmauck/pixabay.com
Für Steuerberater
Die einfache Mitgliedschaft

ist kostenlos und jederzeit kündbar. Melden Sie sich jetzt an und lernen Sie uns und unser Netzwerk kennen, stellen Sie sich und Ihre Kanzlei vor und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von SteuerberaterScout.

Kostenlos und unverbindlichFinden Sie einen passenden Steuerberater in Ihrer Nähe

  • 1.

    Postleitzahl eingeben

  • 2.Kostenlose Anfrage stellen
  • 3.Angebote erhalten und vergleichen!