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14.05.2017

Steuerliche Entlastung bei der Betreuung der Kinder

Die Betreuungsplätze in den Kindertagesstätten und Tagesbetreuungen werden zunehmend weniger, so dass Eltern auf alternative Betreuungsmöglichkeiten zurückgreifen müssen. Oft und gern springen die Großeltern ein, die allerdings zumeist lange Wege zurücklegen müssen, um zur Wohnung der Eltern zu gelangen. Doch Eltern und Großeltern können sich über die Hilfe vom Fiskus freuen.

Freie Kitaplätze werden seltener

In vielen Regionen werden die Plätze für die Kinderbetreuung rar. Vor allem in Großstädten werden mehr Kinder geboren. Zwar können die Eltern versuchen, einen Betreuungsplatz für ihr Kind einzuklagen, doch die Kommunen stoßen an ihre Grenzen. Wenn partout keine Plätze zur Verfügung gestellt werden können, Kinderbetreuung Kosten | Foto: (c)  st-fotograf/ fotolia.comscheitern Eltern oft mit ihrer Klage. Oder sie sehen ganz davon ab, um zu verhindern, dass ihr Kind in eine ohnehin schon überlastete Betreuungsstätte kommt, in der nur wenige pädagogische Möglichkeiten angeboten werden können.

Hilfe von Großeltern und Finanzamt

In diesem Fall ist guter Rat allerdings nicht unbedingt teuer, denn zumeist freuen sich die Großeltern darüber, auf den Nachwuchs aufpassen zu können. In der Regel übernehmen sie diese Tätigkeit unentgeltlich. Allerdings fallen oftmals Kosten etwa für die Anfahrt an, da die Familien heutzutage weit entfernt voneinander wohnen. Doch bei diesen Kosten hilft der Fiskus, um die Eltern und die Großeltern zu entlasten.

Zwei Drittel der Kosten erkennt das Finanzamt an

Zwei Drittel der jährlichen Kosten für die Betreuung der Kinder können als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden, wobei die Gesamtkosten 4.000 € pro Kind nicht übersteigen dürfen. Diese Regel gilt für Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren. Für körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder werden besondere Regeln herangezogen. Die steuerliche Entlastung gilt zudem nicht nur für die alternative Betreuung der Kinder, sondern auch für die klassische Betreuung in der Kindertagesstätte, im Hort oder bei der Tagesmutter.

Die Bedingungen für die steuerliche Anerkennung

Wird für die Betreuung der Kinder extra eine Kinderfrau angestellt, können ebenfalls die Kosten für die Anfahrt zum Arbeitsplatz sowie für die Sozialversicherungsbeiträge geltend gemacht werden. Die Hilfe des Fiskus ist allerdings an einige Bedingungen gebunden. Es ist ganz gleich, wer für die Betreuung der Kinder aufkommt, die Betreuungsperson darf nicht unter demselben Dach der Familie wohnen, für die sie arbeitet. Wohnen die Großeltern beispielsweise im selben Haushalt wie die zu betreuenden Kinder, erkennt der Fiskus die für diesen Zweck gezahlten Beträge nicht an.

Auch bei Verwandten einheitliche Vertragsstandards beachten

Zudem muss eine schriftliche Vereinbarung über die Tätigkeit und die damit verbundenen Kosten aufgesetzt werden, damit der Fiskus die Kosten anerkennt. Dieser Vertrag muss auch bei Verwandten denselben gültigen Standards folgen, wie sie bei den Verträgen mit fremden Dienstleistern gelten. Das Finanzamt stellt bei Verträgen mit Verwandten grundsätzlich einen sogenannten Fremdvergleich an, daher ist es ratsam, den aufgesetzten Vertrag überprüfen zu lassen.

Nur wenn das Einkommen nicht mehr versteuert werden muss

Schlussendlich sollten die Kosten für die Betreuung der Kinder nie bar bezahlt werden. Das Finanzamt akzeptiert als Beleg ausschließlich eine nachgewiesene Überweisung. Einen Nachteil hat das Betreuungsmodell allerdings, wenn die Großeltern einspringen. Das Modell sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn die Großeltern von der Einkommenssteuer befreit sind, sonst holt sich der Fiskus einen Teil des Geldes. Denn die Bezahlung für die Betreuung muss versteuert werden und zwar in voller Höhe und nicht nur zu zwei Drittel.

Foto: (c) st-fotograf/ fotolia.com

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