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Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

02.01.2018

Steuern auf ausbezahlte Überstunden?

Beim Thema Überstunden gibt es bei den meisten Arbeitnehmern immer noch Missverständnisse, vor allem hinsichtlich der Auszahlung der Vergütung der Mehrleistungen. Entscheiden sich die Arbeitnehmer für die Auszahlung, erhalten sie am Monatsende oftmals weniger Gehalt als erhofft. Dabei gibt es Alternativen zur Auszahlung, die deutlich lohnenswerter sind.

Steuern auf Überstunden? | Foto: (c) Capri23auto/pixabay.com


Überstunden gehören für die meisten Arbeitnehmer dazu. Gerade jetzt in der zu Stoßzeiten sammeln Angestellte nicht wenige Mehrleistungen an. Zur Vergütung der Überstunden sind den Arbeitnehmern allerdings längst nicht alle Möglichkeiten bekannt. Die meisten wählen die Auszahlung der geleisteten Arbeit, schließlich müssen die Überstunden grundsätzlich bezahlt werden. Dabei handelt es sich um regulären Lohn, auf den Steuern abgeführt werden.

Wieviel Lohn gibt es pro Überstunde?

In der Regel erhalten die Arbeitnehmer pro geleistete Überstunde den normalen Stundenlohn, wobei hierbei die entsprechenden Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit hinzugerechnet werden, wenn die Überstunden an den entsprechenden Tagen anfallen. In einigen Fällen wird vom Arbeitgeber ein Zuschlag für die Überstunden gewährt. Ist dies der Fall, wurde dies in den Tarif- und Arbeitsverträgen sowie den Betriebsvereinbarungen festgehalten.

Steuerlast steigt ebenfalls

Auf die Überstunden entfallen auch die Lohnkosten, die beim regulären Lohn berechnet werden. Bei Arbeitnehmern, die einen festen Monatslohn erhalten wird die Vergütung für eine Überstunde gesondert berechnet. Bei einer Auszahlung der Überstunden steigt der Jahresverdienst, wodurch in der Regel auch die Steuerlast steigt und am Ende weniger in der Lohntüte verbleibt als von den Arbeitnehmern erhofft. Werden die Überstunden am Wochenende, an Feiertagen oder in der Nacht geleistet, greifen allerdings die üblichen Freibeträge für die Steuer.

Zahlung der Zuschläge in voller Höhe nicht sicher

Allerdings ist nicht sicher, ob die volle Höhe der steuerfreien Zuschläge auch wirklich gewährt wird, da zwischen der steuerrechtlichen Vorgabe und dem Anspruch unterschieden werden muss. So sieht der Gesetzgeber zwar die Bedingung für die Steuerfreiheit vor, doch er regelt nicht, ob die Zuschläge vom Arbeitgeber auch wirklich in dem genannten Umfang gewährt werden müssen. Mehrverdiener haben von der Steuerfreiheit zudem keine Vorteile, da diese bei einem Grundlohn von maximal 50 € gedeckelt ist.

Einzahlung ins Lebenskonto

Es lohnt sich also, nach Alternativen zur Auszahlung der zusätzlich geleisteten Arbeitszeit umzusehen, um Geld zu sparen. Eine Möglichkeit diesbezüglich wäre der sogenannte Freizeitausgleich. Jede angesammelte Überstunde würde in diesem Fall mit der entsprechenden Zeit an Freizeit ausgeglichen. In der Regel sind die meisten Chefs mit dieser Alternative einverstanden, da auch sie eine Auszahlung der Überstunden umgehen wollen. Der Nachteil ist allerdings, dass kein Anspruch auf eine Erstattung der Freizeit besteht, wenn der Arbeitnehmer in dieser Zeit erkrankt.

Das Lebenszeitkonto

Eine zweite Möglichkeit, die sofortige und direkte Auszahlung der Mehrleistung zu umgehen, ist das Lebenszeitkonto, in dem für den Ruhestand vorgearbeitet werden kann. In diesem Fall wird das erarbeitete Geld der Mehrleistung auf dem Konto eingezahlt, ohne dass Ausgaben für die Steuer und die Sozialversicherung anfallen.

Was steht im Arbeits- oder Tarifvertrag?

Ganz gleich, welche Möglichkeit attraktiver ist, der Arbeitnehmer sollte in jedem Falle zunächst den Arbeits- oder Tarifvertrag zu Rate ziehen, da in diesem die möglichen Alternativen zur Auszahlung der Mehrleistung verbindlich vermerkt sind. Zudem sollten sie sich beeilen, wenn bereits einige Überstunden angesammelt wurden, ohne dass eine Abgeltung stattgefunden hat, da eine Auszahlung der Überstunden nach drei Jahren verjährt. Mit einer sogenannten Ausschlussklausel können Arbeitgeber diese Frist sogar auf bis zu drei Monate verkürzen.

Hinweis: Der Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar.

Foto: (c) Capri23auto/fotolia.com
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