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Steuern sparen im Altersheim


Den Lebensabend verbringen die Menschen zunehmend in sogenannten Altersheimen. Doch das ist in der Regel nicht billig. Das betreute Wohnen in einem solchen Heim ist in jedem Fall mit hohen Aufwendungen verbunden. Selbst wenn eine Pflegeversicherung abgeschlossen wurde, fallen nicht unerhebliche Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim an, da von dieser nicht alles bezahlt wird, sondern nur ein Teil. Doch in einigen Fällen hilft der Fiskus aus.

Wann man ins Heim zieht sollte genau überlegt sein

Steuern sparen im AltersheimDie heutige Zeit verlangt von den jungen Menschen einiges ab. Sie müssen mobil sein und bereit, für eine Arbeitsstelle auch umzuziehen. Zurück bleiben die älteren Verwandten, die Eltern und Großeltern, denn wie der Volksmund weiß, kann man einen alten Baum nicht mehr verpflanzen. Doch irgendwann benötigen diese im Alter Hilfe. Viele ältere Menschen verbringen daher ihren Lebensabend lieber in Pflegeheimen als allein. Das ist nichts unangenehmes, sind sie doch in geselliger Runde mit ihren Altersgenossen zusammen. Die Entscheidung, in ein solches Wohnheim zu ziehen, sollte allerdings nicht auf die leichte Schulter genommen, sondern genau bedacht werden. Weniger aus Stolz als vielmehr aus finanziellen Gründen.

Das Alter allein ist kein Grund

Denn die Kosten für diese Betreuung sind erheblich, vor allem, wenn nur das Alter ein Grund ist, in ein solches Heim zu ziehen. Bei bestimmten Voraussetzungen allerdings können die Kosten für die Betreuung steuerlich geltend gemacht werden, wie ein aktuelles Urteil des Finanzgerichtes Niedersachen erneut bestätigt. Das Gericht verhandelte den Fall einer 86-jährigen Frau, welche in einem Pflegeheim betreut wurde. Für Unterkunft, Reinigung der Räumlichkeiten und der Wäsche, gemeinsames Essen, Apothekendienst und Hausnotruf wurde ihr ein monatlicher Betrag von 2.300 € berechnet. Weitere pflegerische Leistungen wurden gegen einen Aufpreis angeboten.

Es müssen schwerwiegende Erkrankungen vorliegen

Das Finanzgericht Niedersachsen entschied, dass nur Unterbringungskosten steuerlich abziehbar sind, wenn sie aufgrund einer Krankheit notwendig wurden. In diesem Falle gilt dies als eine außergewöhnliche Belastung. Dies war im Fall, welchen das Finanzgericht Niedersachsen verhandelt hat, nicht gegeben. Die 86-jährige muss den Pauschalpreis voll tragen, da sie keine Erkrankung hatte, welche als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden konnte. Lediglich die Kosten, die für in Anspruch genommene zusätzliche Leistungen angefallen wären, hätten steuerlich abgesetzt werden können.

Parkinson, Demenz, Unfälle

Um den Pauschalpreis für die Pflege von der Steuer absetzen zu können, muss eine Diagnose wie Demenz, Parkinson oder eine ähnlich schwerwiegende Erkrankung vorliegen. Sollten Menschen aufgrund der Folgen eines Unfalles in ein Pflegeheim müssen, können die selbst gezahlten Kosten ebenfalls abgesetzt werden, da dies als außergewöhnliche Belastung gilt. Allerdings sollte beachtet werden, dass hierbei ein zumutbarer Eigenanteil mit eingerechnet wird. Dennoch kann einiges eingespart werden, da der Fiskus viele Kosten anerkennt.

Außergewöhnliche Belastungen

Zu den weiteren außergewöhnlichen Belastungen zählen etwa die Kosten für etwaige Aufenthalte in Krankenhäusern sowie die Kosten für Medikamente, die notwendig sind, um die Erkrankung zu lindern. Auch die Kosten für Hilfsmittel wie etwa Rollatoren oder Prothesen werden vom Fiskus anerkannt. Ein Höchstbetrag für diese steuerlichen Vergünstigungen wurde nicht festgesetzt. Diese steuerlichen Vorteile können nicht nur Betroffene selbst für sich geltend machen, sondern auch ihre Kinder, wenn sie die Leistungen des Wohnheimes bezahlen. Allerdings ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Das Finanzgericht Niedersachsen ließ in der Begründung des Urteils eine Revision zu.

Hinweis: Der Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar und ersetzt sie auch nicht.
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