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Magazin rund um Steuererklärung, Steuern sparen, Steuerrecht

21.04.2018

Steuern sparen mit der Kirchensteuer

Die Angehörigen der christlichen Konfessionen werden vom Fiskus stärker zur Kasse gebeten als Nichtchristen und bekenntnislose Mitbürger. Doch die Kirchensteuer bietet den Katholiken und Protestanten andererseits auch Steuervorteile und zahlreiche Möglichkeiten an anderer Stelle Steuern einzusparen. Nutzen sie alle Vergünstigungen, sparen sie bares Geld.

Monatlich automatischer Abzug der Kirchensteuer

Der Fiskus ist zuverlässig. Die Kirchensteuer trifft die knapp 45,5 Millionen Katholiken und Protestanten in Deutschland wie das Amen nach dem Glaubensbekenntnis. Die Kirchensteuer wird automatisch am Ende eines jeden Monats als Zuschlag auf Einkommens- und Lohnsteuer abgezogen. Hinzu kommen die automatischen Abzüge auf Zinsen und Einkommen bei Dividenden, wenn der geltende Freibetrag von 801 € bei Singles und 1.602 € bei Paaren überschritten wurde. Doch die Vorteile, die Kirchenmitglieder beim Fiskus genießen, wiegen die finanziellen Nachteile wieder auf.

Die Kirchensteuer als Sonderausgaben absetzen

Die steuerlichen Aufwendungen der Kirchensteuer können in der Steuererklärung an anderer Stelle der Steuererklärung wieder angegeben werden und helfen auf diese Weise, Steuern zumindest zum Teil wieder einzuholen. So erkennt der Fiskus die Ausgaben für die Kirchensteuer als Sonderausgaben an, als abzugsfähig gelten alle im Kalenderjahr gezahlten Beiträge, wobei die Steuerrückzahlung aus dem Vorjahr bei der Berechnung vom Fiskus allerdings gegengerechnet wird. Die gezahlte Kirchensteuer ist jedoch auch nach der Anerkennung der Beiträge als Sondersteuer immer noch ein wenig höher als das eingesparte Geld.

Mit dem Nachwuchs Vergünstigungen genießen

Auch der Nachwuchs von Kirchenmitgliedern wirkt sich positiv auf ihre Steuerbilanz aus, da der Fiskus die steuerlichen Freibeträge für die Kinder bei der Berechnung abzieht. Auf diese Weise wird die Steuerlast für die steuerpflichtigen Eltern deutlich geringer, selbst wenn diese bei den Freibeträgen keine Vorteile haben, die über das Kindergeld hinausgehen.

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Beiträge als Angehörige anderer Konfessionen angeben

Nicht nur die Katholiken und Protestanten können die Beiträge der Kirchensteuer in ihrer Steuererklärung angeben und dadurch monetäre Vorteile erhalten. Auch die Angehörigen anderer Konfessionen können diese Möglichkeit nutzen, wenn sie sie einer Religionsgemeinschaft angehören, die vom Staat anerkannt wird. In diesem Fall können die Mitgliedsbeiträge bis zur Höhe des Kirchensteuersatzes in der Steuererklärung angeben, der ihrem Bundesland gilt. Weitere Zahlungen wie etwa Spenden können steuerlich geltend gemacht werden, wenn die Steuerpflichtigen einen entsprechenden Beleg vorweisen können.

Die Kirchensteuer aus Kapitalerträgen geltend machen?

Leider erkennt der Fiskus die Kirchensteuer, die automatisch von Zinsen und Einkommen bei Dividenden abgezogen wird, nicht als Sonderausgaben in der Steuererklärung an. Der Grund hierfür ist, dass die Bank bei der Berechnung der Abgeltungssteuer bereits die Kirchensteuer einrechnet. Somit ist diese bereits als Sonderausgabe beim Fiskus angegeben. Der automatische Abzug der Kirchensteuer auf Kapitaleinkünfte kann allerdings verhindert werden, indem ein Sperrvermerk beim Bundeszentralamt für Steuern beantragt wird. Dies ist jeweils Ende Juni möglich, der Vermerk gilt für das folgende Kalenderjahr. Danach wird eine Steuererklärung allerdings zwingend notwendig.

Steuerliche Änderungen beim Austritt

Die sicherste Art, bei der Kirchensteuer Geld zu sparen, ist, aus der Kirche auszutreten, denn mit dem Austritt endet automatisch die Zahlungspflicht noch im selben Monat oder spätestens im Monat nach der Kündigung. Zu viel gezahlte Steuern werden spätestens mit der Steuererklärung zurückgezahlt. Der Arbeitgeber erfährt automatisch von diesem Schritt, so dass den Steuerpflichtigen keine weiteren Mühen entstehen. Die einzige Ausnahme sind die Kosten, die mit dem Austritt verbunden sind. Diese betragen beim örtlichen Standesamt bis zu 60 €. Diese Ausgaben können allerdings durch eventuelle Kirchensteuererstattungen ausgeglichen werden.

>> Der Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar und ersetzt sie nicht.

Kirchensteuer | Foto: Brockenhexe/pixabay.com

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