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Steueroase Internet?


"Das Internet ist für uns alle Neuland." Diese mittlerweile zum geflügelten Wort und oft belächelte Spruch scheint wohl doch ein Körnchen Wahrheit zu enthalten; zumindest, was die Behörden betrifft. Diese meinen nun, das Internet als Steueroase ausgemacht zu haben, in der viele Steuerpflichtige ihr Geld verdienen, ohne dem Fiskus seinen Anteil abzugeben. Dies soll sich nach dem Willen des Bundesrechnungshofs nun ändern. Der Onlinehandel soll nun stärker von den Behörden ins Visier genommen werden.

Steueroase Internet | Foto: (c) sdecoret/fotolia.com

Virtuelle Steueroase Internet

Laut den Bekanntmachungen stellen die Steuereinnahmen in den vergangenen Jahren immer wieder aufs neue Rekorde auf. Auch in diesem Jahr vermeldeten die Behörden höhere Einnahmen für den Fiskus. Doch immer wieder werden neue Schlupflöcher ausgehoben, neue Einnahmen für den Fiskus generiert. Nun wurde offenbar eine neue Steueroase entdeckt, in welche sich die Steuerpflichtigen flüchten. Diese ist aber anders als die Schweiz oder die Bahamas nicht von dieser Welt, sondern virtuell. Die neue Steueroase heißt "Internet".

"Neuland" Internet

Das Internet durchdringt seit den frühen 1990er Jahren alle Lebensbereiche der Menschen. Von Anfang an wurde damit Geld verdient. Seit dem Web 2.0 kann jeder im Netzt tätig werden, der einen Rechner mit Internetzugang sein Eigen nennt und so sein Geschäft betreiben. Nun, im ausgehenden Jahr 2016, werden die Behörden auf das ?Neuland? aufmerksam und wollen einen größeren Anteil an den Einnahmen haben, die im Netz generiert werden.

Vor allem der internationale Handel ist ein Problem

Derzeit beklagt der Bundesrechnungshof hohe Steuerausfälle, die durch den Handel im Internet entstehen. Besonders der internationale Handel im Netz wurde dabei hervorgehoben. Gerade einmal 28 Millionen Euro wurden etwa im Jahr 2013 im Onlinehandel verbucht. Dabei handele es sich im einen Milliardenmarkt, so Kay Scheller, der Präsident des Bundesrechnungshofes gegenüber der Funke-Mediengruppe.

Enorme steuerliche Ausfälle

Software, Musik, Spiele; bei den digitalen Produkten gibt es offenbar kaum steuerliche Reglementierung. Scheller kritisierte, dass es den Händlern derzeit offenbar freistehe, die verkauften digitalen Produkte steuerlich anzugeben oder nicht. Sollte er Recht haben, dürften die Steuerausfälle bei einer Umsatzsteuer von 19 Prozent erheblich sein. Daher müssten nun Maßnahmen gefunden werden, diese Einnahmen steuerlich nutzbar zu machen und herauszufinden, wer welche Produkte verkauft.

Staat und Wirtschaftsverbände in der Pflicht

Doch hier sieht Scheller nicht nur den Staat in der Pflicht, sondern auch die Wirtschaftsverbände. Er verstehe nicht, warum diese das Problem bislang nicht angesprochen haben. Schließlich gefährde dies den Wettbewerb. Das Bundeszentralamt für Steuern hat allerdings bislang noch nicht die Mittel, um im "Neuland" gegen das Phänomen vorzugehen. Derzeit habe die Behörde keine geeigneten Mittel für die Ermittlung im Internet in der Hand.

Angleichung bei den Ländern

Laut Scheller existiert nicht einmal ein Konzept, notwendige Fahndungseinheiten aufzubauen, die in Abstimmung mit den Ländern arbeiten. Die Kritik nutzte Scheller zudem zu einem kleinen Rundumschlag. Auch sonst seien die Steuerbehörden nicht überall aktiv genug. So gehen die notwendigen Prüfungen der Lohnsteuer und der Betriebe zurück. Ein Grund hierfür sei der Stellenabbau bei den Behörden. Die Quote der Prüfungen sei von Bundesland zu Bundesland zudem unterschiedlich. Dies müsse angeglichen werden.

Foto: (c) sdecoret/fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

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