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01.12.2017

Steuertipps für Gesellschafter einer GmbH

Die GmbH ist eine beliebte Rechtsformfür Unternehmen in Deutschland. Doch gerät das Unternehmen in eineSchieflage, lernen die Gesellschafter-Geschäftsführer auch schnell die Nachteile dieser Rechtsform und in diesem Zusammenhang auch den Fiskus kennen. Doch es gibt Mittel und Wege, mit denen sich die Gesellschafter-Geschäftsführer schützen und die Risiken bei der Steuer erheblich senken können.

Gesellschafter GmbH | Foto © magele-picture/ fotolia.com


Im Fokus der Behörden

Das Dasein alsGesellschafter-Geschäftsführer bei einer GmbH ist durchaus mit Risiken verbunden, etwa wenn das Unternehmen irgendwann in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Stehen Betriebsprüfungen an, geraten die Gesellschafter-Geschäftsführer in den Mittelpunkt derUntersuchungen der Behörden. Ist das Unternehmen sogar außerstande,seine Steuerschulden zu bestreiten, werden dieGesellschafter-Geschäftsführer in Haftung genommen. Der Fiskus fordert von ihnen bestehende Rückstände ein. Die Haftungsrisiken können allerdings gesenkt werden.

Übernahme von Gründungskosten und pünktliche Zahlung der Mindesteinlage

Vom Fiskus werden in der Regel keine mündlichen Vereinbarungen anerkannt. Vereinbarungen wie die Übernahme der Gründungskosten der Gesellschafter-Geschäftsführer durch die GmbH müssen schriftlich im Notarvertrag festgehalten werden, um beim Fiskus zu gelten. Auch die pünktliche Zahlung der Mindesteinlage ist für den Betriebsprüfer interessant, da von einer verspäteten Zahlung oder einer ausstehenden Einlage die Zinszahlungen berührt werden. Bei einer ausstehenden oder verspäteten Zahlung kann von einer verhinderten Vermögensvermehrung sowie einer damit zusammenhängenden verdeckten Gewinnausschüttung ausgegangen werden.

Selbstkontrahierungsverbot beachten - Nutzung des Dienstwagens regeln

Die Selbstkontrahierung gilt nicht nur als unfein, sondern wird auch vom Fiskus nicht steuerlich anerkannt.Wird in der Satzung kein Verbot der Selbstkontrahierung nach BGB §181 vermerkt, sind die Verträge zwischen einem Gesellschafter undder GmbH zivilrechtlich und damit auch steuerrechtlich als unwirksam anzusehen. Auch in diesem Fall sind verdeckte Gewinnausschüttungen anzunehmen. Zudem ist die Nutzung des Dienstwagens fü Gesellschafter-Geschäftsführer im Anstellungsvertrag korrekt zu regeln, etwa hinsichtlich der privaten Nutzung des Wagens.

Verdeckte Gewinnausschüttungen bei der Gewährung eines Darlehens vermeiden

Gesellschafter-Geschäftsführer können ihre GmbH mit Krediten sowie mit Tilgungen unterstützen. Doch diese Kredite können auch zur Ausschüttung verdeckter Gewinne genutzt werden. Hellhörig wird der Fiskus, wenn Darlehen vergeben werden,obwohl der betreffende Gesellschafter-Geschäftsführer nicht zahlungsfähig ist und die GmbH von den Schwierigkeiten ihresGesellschafter-Geschäftsführers wusste, sowie wenn ein unbesichertes Darlehen vorliegt. Zudem müssen betriebliche Gründe für das Darlehen vorliegen. Eine verdeckte Gewinnausschüttung wirdbei einer Darlehensvergabe ebenfalls angenommen, wenn eine ungewöhnlich lange Laufzeit des Darlehens vereinbart wurde und das Darlehen nach 15 Jahren in das Vermögen desGesellschafter-Geschäftsführers übergeht.

Eindeutige Vereinbarungen bei finanziellen Verhältnissen

Steuerlich problematisch wird das Verhältnis bei einem beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer.Der Gesellschafter-Geschäftsführer wird im Unternehmen beherrschend, wenn er mehr als 50 Prozent der Stimmrechte auf sich vereinigt, eine vertraglich geregelte Option hat, jederzeit weitereAnteile zu kaufen, um eine Mehrheit der Stimmen zu erhalten oder wenner mit weiteren Gesellschaftern gleichgerichtete Interessen teilt, um seine Interessen durchzusetzen. In diesem Fall wird das Darlehens-und Arbeitsverhältnis zwischen GmbH und Gesellschafter nur dann steuerlich anerkannt, wenn Vereinbarungen wie Gehaltserhöhungen,Tantiemen und Darlehensverträge im Vorhinein vertraglich erfolgt sind.

Haftung beiLohnsteuer minimieren

Gerät das Unternehmen in eine solche Schieflage, dass es die Lohnsteuer nicht mehr abführen kann, lernen die Gesellschafter-Geschäftsführer schnell die Nachteile kennen,denn in diesem Fall erreicht sie der Haftungsbescheid des Fiskus, der die ausstehende Lohnsteuer einfordert, da sie die gesetzlichenVertreter des Unternehmens sind. Das Haftungsrisiko kann minimiert werden, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer nicht für den steuerlichen Bereich arbeitet. Hierfür ist allerdings eineschriftliche Vereinbarung der Aufgabenverteilung notwendig, sowie eine gesteigerte Überwachungspflicht.

Foto © magele-picture/ fotolia.com

Achtung: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.


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