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Stromsteuern knacken neue Rekordmarke



"Deutschland ist ein reiches Land". Dieser Satz war in den vergangenen Jahren öfter zu hören. Doch wenn man genau hinsieht, sind durchaus Zweifel angebracht. Vor allem, wenn man sich die Daten der Energieversorger anschaut, gilt es, diese Ansicht zu überdenken.

Problem Energiearmut wchst

Jedes Jahr leiden mehrere hunderttausend Haushalte unter einer zeitweisen Stromsperre. Sie werden nicht mehr mit der dringend benötigten Energie versorgt, Stromsteuern | Foto: (c) Marco2811/ fotolia.comweil sie sich die Kosten schlicht nicht leisten können. Und diese Kosten erreichen regelmäßig neue Spitzenwerte. Nun wurde ein neuer Rekordwert erreicht. Schuld daran sind allerdings nicht die Energieversorger.

Die Energiearmut in Deutschland wird zunehmend problematischer. Bis zu sieben Millionen Haushalte sind von dieser Energiearmut betroffen. Als energiearm gelten Haushalte, wenn sie mehr als zehn Prozent des Einkommens für Gas, Heizung und Strom aufbringen müssen. Für viele Haushalte ist dies schlicht nicht zu stemmen, so dass vielen zeitweise der Strom abgestellt wird. Zur Freischaltung des Stroms muss in der Regel noch ein saftiger Strafbetrag draufgezahlt werden. Allein im Jahr 2014 waren rund 350.000 Haushalte davon betroffen.

Fiskus sorgt fr hohe Steuern

Nun sollte man meinen, dass den betroffenen Menschen von staatlicher Seite geholfen wird, doch weit gefehlt. Denn nicht die Energieversorger sind dafür verantwortlich, dass die ohnehin schon hohen Preise für die lebenswichtige Energie noch weiter nach oben klettern, sondern der Fiskus, der die Steuern für die Energie immer weiter nach oben treibt, indem er sich stetig neue Steuern einfallen lässt. Die nächste Abgabe ist auch schon in Sicht.

Nur ein kleiner Teil geht an die Stromversorger

Knapp 1.000 € zahlen die deutschen Haushalte durchschnittlich pro Jahr allein für Strom, wie die Tarifexperten von Verivox ermittelt haben. Davon gehen allerdings nur 18 Prozent, also 180 € an die Stromversorger. 26 Prozent beziehungsweise 255 € betreffen die Netznutzungsentgelte. Der Rest, in dem Fall mit 56 Prozent der überwiegende Anteil, entfällt auf Steuern, Abgaben und Umlagen, die direkt an den Fiskus gehen. Vor allem in den vergangenen Jahren hat dieser Anteil stark zugenommen. Im Jahr 2007 betrug der Anteil des Staates an den Stromkosten noch 39 Prozent, 2013 kratzte er schon an der Marke der 50 Prozent.

Komplexe Zusammensetzung der Energiesteuer

Dieser Anteil setzt sich aus der klassischen Stromsteuer sowie der Mehrwertsteuer zusammen. Die Kosten hierfür betragen 72 € und 159 €. Hinzu kommt die sogenannte Konzessionsabgabe in Höhe von 59 €, welche an die Kommunen gezahlt wird, damit sie den Raum für die Leitungen zur Verfügung stellt, sowie das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz in Höhe von 25 €. Der geringste Teil entfällt mit 14 € auf die §19-NEV-Umlage. Damit werden Kosten auf die Verbraucher umgelegt, die entstehen, wenn sich große Stromverbraucher wie Industriebetriebe von den Netzentgelten befreien lassen.

Neues Entgelt von Brssel genehmigt

Der Löwenanteil der Steuern entfällt mit 224 € auf die sogenannte EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien. Die Energiesteuern sind für den Fiskus eine wahre Goldgrube. 21 Milliarden € kann der Fiskus im Jahr 2017 damit für sich verbuchen. Und die Einnahmen dürften noch weiter steigen, wenn die Neuregelung greift, die in Brüssel kürzlich beschlossen wurde. Nach diesem Beschluss darf ein neues Entgelt für die Bereitstellung von Netzreserven eingeführt werden, mit der Speicherkraftwerke unterstützt werden sollen. Bislang ist allerdings noch nicht bekannt, wie hoch dieses Entgelt ausfallen wird.

Foto: (c) Marco2811/ fotolia.com

Hinweis: Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und ersetzt sie nicht.

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