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Unterhaltspflicht in der Familie: Wann müssen Kinder für ihre Eltern bezahlen?



In Familien ist es selbstverständlich, dass Eltern finanziell für ihre Kinder aufkommen. Allerdings ist es häufig schwierig, wenn Kinder im Gegenzug Unterhalt für ihre Eltern bezahlen sollen. Sind volljährige Kinder unter Umständen zur Unterhaltszahlung für ihre Eltern verpflichtet? Aus juristischer Sicht ist dieser Fall durchaus möglich. Allerdings müssen Kinder unter diesen Umständen ein Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Euro erzielen.

Unterhaltspflicht Kinder Eltern | Foto: (c) geralt/ pixabay.com


Hohe Kosten für die Pflege bedürftiger Menschen

Folgende Situation tritt hierzulande besonders häufig ein: Im hohen Alter sind Eltern auf fremde Hilfe zur Bewältigung des Alltags angewiesen. Diese Unterstützung kostet je nach Grad der Pflegebedürftigkeit sehr viel Geld. Sind die dafür erforderlichen Kosten durch das Vermögen, die Pflegeversicherung sowie die Rente nicht gedeckt, kontaktieren Sozialhilfeträger die nächsten Angehörigen. Diese Angehörigen sind entweder der Ehe- bzw. Lebenspartner oder die Kinder. Im Gegenzug ist es ausgeschlossen, dass Geschwister untereinander für gegenseitigen Unterhalt aufkommen müssen. Verschwägerte Personen, Enkel, Tanten, Onkel, Cousins oder Cousinen sind ebenfalls nicht unterhaltspflichtig. Falls Eltern als nicht leistungsfähig eingestuft werden, können Großeltern ebenfalls zu Unterhaltszahlungen für Enkel verpflichtet werden. Allerdings ist dieses Szenario in der Praxis eher von untergeordneter Bedeutung.

Schonvermögen für Ehe- und Lebenspartner

Da die Pflegekosten für Betroffene vergleichsweise hoch sind, tritt im Bedarfsfall automatisch das Sozialamt in Erscheinung. Sozialarbeiter kontaktieren nahestehende Angehörige. Muss ein Elternteil in ein Pflegeheim, muss der weiterhin zu Hause bleibende Ehe- oder Lebenspartner mit finanziell für anfallende Kosten aufkommen. Die Partner sind auch dann zu einer Zahlung verpflichtet, falls das Jahreseinkommen eine Summe von 100.000 Euro unterschreitet. Genügt das Einkommen hingegen nicht, wird das Vermögen für die Betreuung genutzt. Klassische Vermögensformen sind erspartes Geld oder eine Immobilie. Diesbezüglich gibt es ein sogenanntes Schonvermögen, das sich bei Ehe- oder Lebenspartnern auf 100.000 Euro beläuft. Ergänzend zu diesem Schonvermögen bleiben angemessene Beträge unberücksichtigt, die zweckgebunden für die eigene Grabpflege und Beerdigung hinterlegt wurden.

Kinder müssen Pflegekosten unter bestimmten Umständen bezahlen

Genügen das Vermögen und Einkommen zur Zahlung der Pflegekosten nicht, übernimmt das Sozialamt weitere Kosten. Hat eine pflegebedürftige Personen keinen Ehe- oder Lebenspartner mehr, wenden sich die Sozialhilfeträger an die Kinder. Besitzt mindestens ein Kind ein Jahresbruttoeinkommen von mindestens 100.000 Euro, wird der Unterhaltsanspruch nach der Düsseldorfer Tabelle berücksichtigt. Eine Quotenregelung wird angewendet, falls es mehrere Nachkommen gibt, von denen mindestens eine Person über 100.000 Euro verdient. Diese Quotenregelung sieht nicht vor, dass die Unterhaltspflicht einfach durch die Anzahl aller Söhne und Töchter geteilt wird. Zuerst berechnen die Mitarbeiter des Sozialamts, wie viel Unterhalt jedes einzelne Kind in Abhängigkeit der eigenen Einkommens- sowie Vermögensverhältnisse entrichten müsste. Erreichen mehrere Kinder eine Einkommensgrenze von mehr als 100.000 Euro pro Jahr, werden anteilige Geldzahlungen eingefordert.

Finanzielle Ausgaben einbeziehen

Muss ein Kind den Elternunterhalt allein übernehmen, muss der Betroffene den Anteil von möglichen Geschwisterkindern nicht mittragen. Stattdessen erfolgen die Zahlungen nur im Rahmen eigener finanzieller Möglichkeiten. Gut zu wissen: Für eine Berechnung des Jahreseinkommens von 100.000 Euro ist nicht nur der Verdienst als selbständiger oder nichtselbständiger Arbeit wichtig. Zugleich fließen ebenfalls aus einer Vermietung oder Verpachtung erzielte Erträge in diese Rechnung ein. Nachkommen pflegebedürftiger Personen haben allerdings die Möglichkeit, auf etwaige Ausgaben zu verweisen, durch welche sich das Einkommen verringert. Hierfür kommen unter anderem finanzielle Aufwendungen für Immobiliendarlehen oder eine private Altersvorsorge in Betracht. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich deshalb im Bedarfsfall um juristische Hilfe kümmern.

>>Der Text ist keine Steuerberatung und ersetzt diese nicht<<
Foto: (c) geralt/ pixabay.com
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