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Vererben oder Schenken: Was ist zu tun im Todesfall?



Dass kaum jemand gerne ber den Tod nachdenkt, liegt auf der Hand. Doch sptestens im Ernstfall zahlt es sich buchstblich aus, wenn bereits frhzeitig vorgesorgt wurde. Streitigkeiten unter den Erben knnen mit der richtigen Herangehensweise vermieden werden. Bleibt nur zu klren, ob sich im Einzelfall ein Erbe oder eine Schenkung besser eignet.

Nicht erst in den letzten Jahren konnte festgestellt werden, dass das Schenken oder vererben ? | Foto:(c) Marco2811 / Fotolia.comPrivatvermgen der Deutschen weiter ansteigt. Die meisten Senioren, Groeltern und Eltern beabsichtigen, im Falle des Todes ihr Vermgen an ihre Hinterbliebenen zu vererben. In der Regel sind dies die noch lebenden Eheleute und Partner, die Kinder und Enkel. Geredet wird darber jedoch kaum. Selbst innerhalb der Familien gilt der Tod und die Nachlassregelung noch immer weitestgehend als Tabu - oftmals mit fatalen Folgen.

Warum ein Testament immer sinnvoll ist

Studien haben ergeben, dass jeder fnfte Deutsche, der schon einmal geerbt hat, sich um den Nachlass streiten musste. Dies liegt in erster Linie daran, dass bereits zu Lebzeiten des Verstorbenen nie ber das Erbe gesprochen wurde. Der schlimmste Fall tritt ein, wenn nicht einmal ein Testament hinterlegt wurde. Wenn kein Testament vorhanden ist bzw. nicht gefunden wird, greift die staatliche Erbfolge. Demnach geht die Hlfte des Vermgens an den Ehepartner, der Rest wird unter den Kindern aufgeteilt. Kompliziert wird es dann, wenn Paare nicht verheiratet waren oder eine Patchwork-Familie sind. Ein Testament schafft hier Abhilfe und ist fr jeden sinnvoll. Ganz egal, wie hoch das Erbe ist.

In der Praxis zeigt sich, dass viele Leute dazu neigen, ihr Testament zu Lebzeiten zu verstecken. Ein Grund dafr knnte sein, dass somit Streitigkeiten vermieden werden sollen. Besser ist es, sein Testament an einem Ort zu verwahren, der den Verbliebenen logisch erscheint und leicht zugnglich ist. Alternativ kann das Testament auch bei einem Nachlassgericht hinterlegt werden.

Wann greift die Erbschaftssteuer?

Die Frage, wieviel von dem Erbe berhaupt bei den Verbliebenen ankommt, beschftigt seit langem die Gemter - die Erbschaftssteuer lst immer wieder nachhaltige Debatten aus. Allerdings ist in den meisten Fllen die Sorge gnzlich unbegrndet, da die Erbschaftssteuer erst bei sehr hohen Summen zum Tragen kommt. So liegt der Freibetrag fr Kinder bei 400.000 Euro. Alle Erbbetrge in diesem Rahmen sind steuerfrei. Bei Ehepartnern fllt diese Summe mit 500.000 Euro sogar noch etwas ppiger aus. Erst bei noch greren Betrgen oder wenn Personen auerhalb des nheren Verwandtenkreises als Erben eingesetzt werden sollen, lohnt es sich, ber eine Schenkung nachzudenken.

Wann lohnt sich die Schenkung?

Viele Vermgende mchten nicht erst auf den eigenen Tod warten, um ihr Geld an die Familie weiterzugeben. In manchen Fllen ist es sogar ratsam, schon frhzeitig ber Schenkungen nachzudenken, um finanzielle Untersttzung leisten zu knnen. Allerdings ist dabei zu beachten, dass auch Schenkungen ab einer bestimmten Summe steuerpflichtig sind. Die sogenannte Schenkungssteuer gilt ab einem Schenkungsbetrag von 400.000 Euro, darunterliegende Betrge sind steuerfrei. Der Unterschied zum Erbe liegt jedoch darin, dass Schenkungen mehrmals vorgenommen werden knnen, das Erbe jedoch gibt es nur einmal.

Erklren wir dies an einem Beispiel: Ein Ehepaar besitzt ein Vermgen von einer Million Euro. Dieses Geld wrde im Todesfall an die Tochter vererbt werden. Bei dieser Summe wre jedoch eine betrchtliche Erbschaftssteuer fllig. Nun verhlt es sich so, dass die Tochter gerade ein Haus baut. Die Eltern mchten sie finanziell untersttzen und nehmen eine Schenkung von 400.000 Euro vor. Nach zehn Jahren wiederholen sie dies und schenken ihrer Tochter erneut 400.000 Euro - wieder steuerfrei. Die nun verbleibenden 200.000 Euro, die im Todesfall vererbt werden, mssen abermals nicht extra versteuert werden.

Hinweis. Dieser Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar und ersetzt diese auch nicht.

Foto:(c) Marco2811 / Fotolia.com

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