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Verkauf von Gold: Der steuerliche Umgang mit dem Edelmetall



Seit mehreren Jahren vollziehen Gold und Silber eine deutliche Wertentwicklung. Deshalb spielen viele Kapitalanleger mit dem Gedanken, die Goldmünzen und Goldbarren inbares Geld umzuwandeln. Doch wie werden mit einer Veräußerung von Geld verbundene Gewinne und Verluste steuerlich behandelt?

Steuern Goldverkauf | Foto:(c) Stevebidmead /pixabay.com


Besonderheitendes privaten Veräußerungsgeschäfts

Ein Verkauf von Barren und Münzen istaus steuerlicher Sicht ein privates Veräußerungsgeschäft, dasgemäß § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG eine Haltefrist von zwölf Monaten hat. Dementsprechend sind die Verkäufe binnen zwölf Monaten nachdem Erwerb bis zu 600 Euro pro Jahr steuerfrei. Im Gegensatz dazuwerden Gewinne ab diesem Betrag gemäß § 22 Nr. 2 EStG als?sonstige Einkünfte? über den individuellen Steuersatz versteuert. Eine Abgeltungssteuer wird hingegen nicht berechnet.Etwaige Verluste dürfen ausschließlich mit aus privaten Veräußerungsgeschäften gemachten Gewinnen verrechnet werden. Diese Verrechnung ist durch einen Verlustausgleich im gleichen Jahr bzw.alternativ über einen Verlustabzug im Vorjahr oder den Folgejahren möglich. Erfolgt der Verkauf nach Ablauf von einem Jahr, wird ein Gewinn sogar als komplett steuerfrei betrachtet. Verluste fallen steuerlich nicht ins Gewicht.

Die magische 600-Euro-Grenze

Die festgelegte Freigrenze bedeutet,dass ein Gesamtgewinn von 599 Euro steuerfrei ist, während einGewinn von mindestens 600 Euro komplett steuerpflichtig ist. Aus einem privaten Veräußerungsgeschäft erzielte Gewinne müssen inder Einkommenssteuererklärung in der Anlage -SO-angegeben werden. Diese Anlage müssen Steuerzahler allerdings nur dem Finanzamt vorlegen, falls sich der Gesamtgewinn bzw. der Gesamtgewinn etwa des Ehepartners durch private Veräußerungsgeschäfte aufmindestens 600 Euro beläuft. Die Freigrenze von 600 Euro gilt deshalb für jede Person, insofern die Einzelpersonen entsprechende Gewinne erzielt haben.

Sonderregelungen beim Kauf von Gold über Anleihen

Alternativ bestehen Anleihen, um etwaige Lieferansprüche auf Gold bzw. andere Rohstoffe zuverbriefen. Diese Anleihen sind durch Gold oder andere Rohstoffe gedeckt. Einer dieser in Deutschland agierenden Dienstleister ist die XETRA-Gold-Schuldverschreibung, die der Deutsche Börse Commodities GmbH angehört. Einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs zufolge ist eine Veräußerung von Gold durch diese Anleihen ebenfalls steuerfrei. Demzufolge ist ein Gewinn bzw. eine Einlösung vonXetra-Gold Inhaberschuldverschreibungen nach Beendigung einer Veräußerungsfrist von zwölf Monaten zwischen dem Kauf sowie Verkauf von Wertpapieren steuerfrei, wenn die Anleihen dem Inhaber ein Anrecht auf eine Auslieferung des Edelmetalls einräumen. Der Bundesfinanzhof stellt einen Kauf sowie die Einlösung bzw. den Verkauf der Anleihe mit einem unmittelbar Erwerb bzw. der Veräußerungvon physischem Gold gleich. Diese Entscheidungen basieren beispielsweise auf den Urteilen VIII R 4/15 oder VIII R 35/14 vom 12.Mai 2015.

Wann ist ein durch Gold erzielter Gewinn steuerfrei?

Ist bei einer Einlösung von XETRA-Gold-Anleihen gegen die Auslieferung von Gold von einem privaten Veräußerungsgeschäft die Rede, ist der Gewinn unter Umständen steuerfrei. Diese Regelung gilt dann, wenn zwischen dem Zeitpunkt des Erwerbs sowie der Einlösung der Anleihe ein Zeitraum von zwölf Monaten überschritten wird. Verkaufen Besitzer das Gold anschließend, ist wiederum die Spekulationsfrist von zwölf Monaten gültig. Diese Spekulationsfrist setzt allerdings nicht mit der Lieferung des Edelmetalls, sondern dem Kauf der Schuldverschreibungein. Die Jahresfrist beginnt zu dem Zeitpunkt, zu dem das auf dem Kauf basierende Rechtsgeschäft abgeschlossen wurde.

Foto:(c) Stevebidmead /pixabay.com

>>Der Text ist keine Steuererklärung und ersetzt sie nicht<<

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